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Weil der Klimawandel die Schöpfung bedroht

Weil der Klimawandel die Schöpfung bedroht

Frank Fuchs hat bei Sapos Erfahrung, wie man nachhaltig mit Ressourcen umgeht und welche Fragen zu stellen sind, damit sich Sensibilität für die Dinge im Alltag entwickelt. Foto: Till Scholtz-Knobloch

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Während beim GÜSA e.V. die Projekte meist mit Senioren angelegt waren, wurde Kita- oder Schulkindern von Sapos vermittelt, wie man sich bei der Gartenarbeit auf die Erfordernisse der Zeit einstellt. Hier ein Projekt in Niesky. Foto: Frank Lehmann

Das Thema Klimawandel ist allgegenwärtig und manch einer ist dem schon überdrüssig. Doch was kann der Einzelne in der Region überhaupt tun, um sich den Veränderungen im privaten Umfeld zu stellen? Die Kampagne Transgea versuchte Denkanstöße und nützliches Wissen für den Alltag zu vermitteln.

Region. Frank Fuchs, Prokurist bei der gemeinnützigen GmbH Sapos, die aus dem Sozialen Arbeitsprojekt Ostsachsen e. V. entstand, ist ein pragmatischer Mensch, der bewusst nicht das große Fass des Politisierens aufmacht. „Es ist müßig zu streiten, ob oder in welchem Umfang der Klimawandel nun menschengemacht ist oder nicht. Fakt ist doch, dass er eine ganze Reihe Veränderungen mit sich bringt und wir reagieren müssen“, sagt er. Letztlich geht es doch im ganz alterhergebrachten Sinne auch darum, „unsere Schöpfung zu erhalten.“
Sapos ist dafür eine gute Adresse, denn der Wertstoffhof von Sapos in der Görlitzer Heilig-Grab-Straße trägt eben dieses Bewusstsein für ein ressourcenschonendes Handeln in sich, bei dem die Arbeit zudem auch noch zu einem wesentlichen Teil von Menschen verrichtet wird, die durch körperliche oder geistige Beeinträchtigungen gehandicapt sind. Hier gibt es beispielsweise Mitarbeiter, die einen alten PC entweder nach seinen Wertstoffen ausschlachten oder ihn – falls möglich – wieder aufbereiten. Ob technische Gerätschaften des Haushalts, Möbel oder Spielwaren – vieles landet bei Menschen, die von Sozialleistungen leben müssen und hier fündig werden. „Das ganze muss gar nicht einmal auf dem Hof stattfinden, denn manch einem hilft natürlich auch, wenn er in den heimischen vier Wänden von uns erfahren kann, wo er z.B. noch Strom sparen kann“, erklärt Fuchs.
Sapos war nun mit dem Verein für grenzüberschreitende Vernetzung Sozialer Arbeit Güsa e. V. und auf polnischer Seite mit dem meteorologischen und wasserwirtschaftlichen Institut/Staatliches Forschungsinstitut als Hauptpartner sowie den ökologischen Stiftungen Grüne Aktion und Natura Polska Träger des Interreg-Projektes Transgea, das eine ganze Reihe praktischer Projekte zusammenfasste. Es entstanden Insektenhäuser, Infotafeln oder auch Lehrpfade z.B. in Klitten oder im Geopark von Krobitz (Krobica) bei Friedeberg (Mirsk) im Isergebirge.

Doch in welcher Richtung sind überhaupt Informationen notwendig? „Wir haben da zum Beispiel das Thema ältere Bürger, die auf Hitzewellen infolge des Klimawandels oft stark reagieren und sich einfach schützen müssen“, nennt Fuchs ein Beispiel. Wer einen Garten habe, der solle angeregt werden, verstärkt Regenwasser einzusetzen. „Oder es geht darum, Dächer oder Wände zu bepflanzen, die das Klima im oder um ein Gebäude verbessern. Wir wollen Dinge einfach bewusster machen. Und wenn am Ende dabei herauskommt, dass man sagt: ‚Ich pflanz mal ein Baum oder tu etwas, was ich noch nicht gemacht habe, dann ist das auch gut. Es gibt immer Möglichkeiten für Verbesserungen, die hinsichtlich des Klimawandels Abhilfe schaffen.“

Die Projekte nähmen auch auf regionale Besonderheiten Rücksicht. An der Neiße etwa ist dies das Thema Hochwasser, das den Menschen dazu zwingen könnte auch seine Bebauungspläne zu überdenken. Derartige Fragen bei Kommunen wie Häuslebauern haben in Polen oft eine ganz andere Relevanz als westlich der Neiße. „Wir leben nebeneinander, uns trennt gerade ein ganzer Fluss. Deshalb ist gut, die Sache regional zu betrachten. Ganz unabhängig von politischen Dingen und Grenzen“.

Dennoch sein natürlich der Ansatz dies- und jenseits des Flusses ein anderer: „Wir haben festgestellt, dass wir uns in Deutschland mit der Frage beschäftigen wie ich Abfall vermeiden kann. In Polen müssen wir besonders lernen, Abfälle überhaupt zu trennen, denn dies ist ja die Voraussetzung um Recycling zu betreiben. Diese Erfordernis breite sich aber mehr und mehr aus und es gibt eine ganze Reihe Kommunen, die in Polen richtig mitziehen“, stellt Fuchs fest. Mehr Informationen unter www.transgea.eu.

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Till Scholtz-Knobloch / 14.06.2020

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