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Wie weiter mit der Mandaustraße 2?

Wie weiter mit der Mandaustraße 2?

Anfang 2019 war ein Bauteil herabgestürzt und hatte einen Passanten verletzt.

Zittau. 2 K 24/80 – so lautet die Zeichenfolge, das Zittau der Lösung eines schon seit langem schwelenden Problems näher bringen könnte. Unter diesem Aktenzeichen fand nämlich in der vergangenen Woche (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) die Zwangsversteigerung des Hauses Mandaustraße 2 statt. Die laut Verkehrswertgutachten um 1898 errichtete „Mehrfamilienwohnanlage“ befindet sich demnach in einem „schlechten bis desolaten Erhaltungszustand“. Sollte die Stadt Zittau im Zuge der Versteigerung Zugriff auf das Gebäude (Mindestgebot: 1 Euro) erhalten haben, dann könnte sie es so sichern, dass der Verkehr auf der Mandaustraße wieder auf voller Breite fließen könnte, oder auch abreißen.

Ein Vorfall Anfang 2019 hatte die städtische Aufmerksamkeit auf das Haus gelenkt: Damals war ein Bauteil herabgestürzt und hatte einen Passanten verletzt. Gegen den Besitzer war daraufhin wegen Körperverletzung ermittelt worden. Eine daraufhin erfolgte Untersuchung durch das Bauordnungsamt brachte folgendes Ergebnis: „An den Holzbalkendecken über dem 1. Obergeschoss befinden sich sichtbare Schäden, Verformungen; Absenkungen und Durchfeuchtungen lassen den bevorstehenden Einsturz dieser Holzbalkendecken befürchten. Im 2. Obergeschoss und im Dachgeschoss befinden sich bereits eingestürzte Holzbalken. Im Dachgeschoss sind die Dachgauben teilweise eingestürzt, für zwei Dachgauben besteht Einsturzgefahr. Im Dachraum an der Straße sind tragende Teile der Dachkonstruktion eingestürzt bzw. so sehr geschädigt, dass eine Sanierung nicht mehr möglich ist. Bei weiterem unkontrolliertem Einsturz ist mit einer Kettenreaktion bis hin zum Einsturz von Teilen der Straßenfassade zu rechnen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass lose Putz-, Trauf- und Gesimsteile Anwohner und Passanten gefährden.“

Aufgrund der geschilderten Situation musste die Mandaustraße halbseitig für den öffentlichen Verkehr gesperrt und zusätzlich eine Schutzrüstung aufgestellt werden. „Seitens der unteren Bauaufsichtsbehörde wurde versucht, Kontakt mit dem im Ausland lebenden Eigentümer aufzunehmen. Trotz intensiver Bemühungen ist dieser bislang nicht zustande gekommen“, erklärte der damalige Bürgermeister Philipp Fay Ende 2020 vor dem Stadtrat. Ein von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro hat ermittelt, dass eine Notsicherung circa 22.000 Euro teurer wäre als der Abriss - 171.500 im Vergleich zu 149.300 Euro. Daher und mit Rücksicht auf das benachbarte Gebäude Mandaustraße 4 bildete der Abriss auch die ursprüngliche Vorzugsvariante der Stadtverwaltung.

Uwe Menschner / 20.07.2021

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