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Bei ihr laufen die Fäden zusammen

Bei ihr laufen die Fäden zusammen

Die neue Ausstattungsleiterin Gretl Kautzsch kaschiert in der Theaterwerkstatt den Kopf des Drachens „Raduga“ für das Weihnachtsmärchen „Der Drache im Schrank“. Foto: Steffen Linke

Gretl Kautzsch ist seit der neuen Spielzeit 2016/2017 die neue Ausstattungsleiterin am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau. Steffen Linke, Redakteur des „Oberlausitzer Kurier“, unterhielt sich mit ihr.

Frau Kautzsch, können Sie sich bitte ganz kurz unseren Leserinnen und Lesern vorstellen.

Gretl Kautzsch: Ich bin 40 Jahre, lebe in einer Partnerschaft und habe eine acht Jahre alte Tochter.

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Wie kam es zu Ihrem Engagement am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau?

Gretl Kautzsch: Es war ein personeller Wechsel. Zuvor hatte Beate Voigt diese Funktion inne.

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In ihrem circa acht Quadratmeter großen Zimmer im Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau entwirft Gretl Kautzsch am Computer den Drachen. Foto: Steffen Linke

Wie wichtig ist eine Ausstattungsleiterin für das Theater? Müssen Sie immer nur so vor Ideen im Kopf sprühen?

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Gretl Kautzsch: Ich muss natürlich in jeder Beziehung kreativ sein, bin Ansprechpartnerin für das Ensemble in Sachen Dramaturgie und Regie sowie Bühnen- und Kostümbildnerin für die Schauspieler. Momentan bin ich für vier Stücke als Ausstattungsleiterin verantwortlich.

Was gehört ganz konkret zu Ihren Aufgaben?

Gretl Kautzsch: Ich bin unter anderem verantwortlich für das Modell fürs Bühnenbild, für technische Pläne an den Standorten Görlitz und Zittau, mit dem Oberbeleuchter gemeinsam für’s Licht und beaufsichtige die Werkstätten mit Malern, Schlossern und Schreinern. Bei mir laufen quasi die Fäden zusammen. Ich kümmere mich auch um Kostüme, Anprobe und Stoffwahl. Anderthalb Wochen vor der Premiere wird das Bühnenbild erstmals auf die Bühne erhoben, um eventuell noch kleine Korrekturen vorzunehmen, bis alles perfekt ist. An den unterschiedlichen Spielstätten – auf der großen Theaterbühne im Haus, auf der Waldbühne Jonsdorf und im Zittauer Klosterhof – gibt es verschiedene Varianten für das Bühnenmodell. An einem Spielort muss zum Beispiel das Material regendicht sein, an einem anderen nicht.

Sie waren zuvor unter anderem als Ausstattungsleiterin mehrere Jahre am Theater Plauen-Zwickau, sind auch bei den Salzburger Festspielen und auch bei internationalen Projekten im Filmbereich im In- und Ausland engagiert gewesen. Was bedeutet der Job in Zittau für Sie für eine Umstellung – beruflich wie privat?

Gretl Kautzsch: Für mich ist das privat ein großer Einschnitt. Ich war vorher drei Jahre freischaffend tätig. Ich wollte eine feste Anstellung, um mehr als Bühnenbildnerin zu erreichen.

Wie sind Ihre ersten Tage am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau verlaufen?

Gretl Kautzsch: Ich habe gleich bei der Arbeit meine netten und lieben Kollegen kennengelernt und viel Unterstützung bekommen. Für mein erstes Stück „Pantoffelpanther“ mit der Premiere am 4. November musste schon vor den Ferien alles stehen, was Kostüme und andere Sachen angeht. Es ist also gleich in die Vollen gegangen und ich fühle mich schon mittendrin.

Inwieweit werden die Zuschauer des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau diese neue Personalie spüren?

Gretl Kautzsch: Sie werden vielleicht eine andere Ästhetik wahrnehmen als unter meiner Vorgängerin. Im Großen und Ganzen ist es aber ein wichtiger Job im Hintergrund. Ich biete dem Regisseur sozusagen Futter für das Stück.

Inwieweit können Sie als Ausstattungsleiterin die Vorstellungen im Theater genießen?

Gretl Kautzsch: Ich gehe an beiden Standorten immer zu den Premieren. Ich bin sehr stolz auf die Stücke. Ich muss aber nicht immer bei den Aufführungen vor Ort sein, höchstens mal einen Kontrollgang machen, wenn es Probleme gibt.

Welche Eindrücke haben Sie schon von der Stadt Zittau gewonnen?

Gretl Kautzsch: Zittau ist eine süße Stadt. Die alte Architektur gefällt mir sehr gut mit der schönen Natur außen herum. Ich war auch schon am Olbersdorfer See baden.

Haben Sie schon eine Bleibe in Zittau gefunden?

Gretl Kautzsch: Ich wohne in einem schönen Altbau im Stadtzentrum. Aus dem vierten Stock sehe ich durch das Küchenfenster das Zittauer Gebirge und die Dächer von Zittau und auf der anderen Seite den Rathausturm. Es wirkt ein bisschen wie die kleine Toskana. Die Miete ist zu meinem „kleinen Gehalt“ verträglich.

Wie lange läuft Ihr Vertrag am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau?

Gretl Kautzsch: Erst einmal zwei Jahre.

Sehen Sie Ihr Engagement am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau beruflich nur als Durchgangsstation an?

Gretl Kautzsch: Ich möchte schon ein paar Jahre hier bleiben, wenn vielleicht auch nicht mein ganzes Leben lang. Aber man weiß ja nie.

Steffen Linke / 19.10.2016

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