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Ehrgeiziges Ziel: Mit hartem Training bis an die Weltspitze

Ehrgeiziges Ziel: Mit hartem Training bis an die Weltspitze

Mit dem roten Gummi am Bein zum Erfolg: Drill-Instrukteur Daniel Mager (l.) feilt derzeit an einer exakten Körperhaltung der SZO-Musiker. Die wollen beim WMC in Kerkrade mit den Weltbesten mithalten.

Für 75 Musiker des Spielmannszuges Oberlichtenau geht es schon bald auf Reisen. Ihr Ziel: das niederländische Kerkrade. Zum vierten Mal in Folge wollen die Lausitzer beim World Music Contest mitmischen. Um das Publikum vor Begeisterung von den Stühlen zu reißen, gibt sich die Formation in diesen Tagen den letzten Schliff – mit professioneller Unterstützung.

Oberlichtenau. Sie wollen den Olymp des Erfolges besteigen und nehmen dafür ein knallhartes Training in Kauf – die Musiker vom Marsch- und Drillkontingent des Oberlichtenauer Spielmannszuges. Unter der Regie von Thomas Anders wird seit Herbst vergangenen Jahres geprobt, seit dem Frühjahr sogar recht intensiv. „Sieben bis acht Stunden in der Woche gehen dafür drauf“, erzählt der musikalische Leiter. Das hat auch seinen Grund: Marschtechnisch wollen die Lausitzer ganz vorn an der Weltspitze mitlaufen. „Während unserer Teilnahme beim letzten World Music Contest in Kerkrade vor vier Jahren ist uns nicht entgangen, dass wir an unserer Choreographie durchaus noch zu feilen haben.“

Mit Daniel Mager hat der Verein einen echten Drill-Instrukteur in den eigenen Reihen gefunden, der wiederum auf das Know-how der norwegischen Königsgarde zurückgreifen konnte. Nicht nur in punkto Kondition sorgte er bereits für die eine oder andere Veränderung in der Erwachsenenriege. „Unter anderem kommt es den Wertungsrichtern auf die exakte Fußhaltung an. Deshalb trägt nun jeder beim Training eine Markierung am Bein“, erläutert der Fachmann. Der Fuß wird beim Marsch künftig nur noch in eine Höhe von etwa 28 Zentimetern gehoben. Das ergibt ein einheitliches Bild, meint er. Rund 1.000 Wiederholungen bedarf es, bis der Kopf keine Markierung mehr benötigt. Deshalb wird auf dem Sportplatz von Oberlichtenau weiter fleißig geübt. Noch sind es ja ein paar Tage bis zum Marsch durch das Limburg-Parkstadion von Kerkrade.

Dort werden vom kommenden Donnerstag an bis zum Finale am 30. Juli etwa 250 Bands aus aller Welt ihr Können unter Beweis stellen. Für Deutschland gehen neben dem SZO neun weitere Formationen an den Start. Für die Lausitzer wird es am Abschlusstag ernst. Nach dem Marsch, den insgesamt 67 Frauen und Männer aus der Garde der Oberlichtenauer bestreiten, folgt die Show. Nach der James-Bond-Inszenierung vor vier Jahren widmet sich der Verein diesmal den großen Hits von Freddy Mercurys Band „Queen“. Das Publikum darf gespannt sein. Eines lässt sich an dieser Stelle jedoch schon verraten: Das Abschlussbild erinnert an eine königliche Krone. Thomas Anders: „Wer nicht die Möglichkeit hat, mit uns nach Kerkrade zu fahren, kann sich am 15. Juli in Oberlichtenau die Generalprobe ansehen. Diese wird in Form einer Musikschau öffentlich sein. Wir rechnen unter anderem mit Unterstützung aus Hirschfeld und Bischofswerda. Auch an einen Imbiss haben wir gedacht.“
Rückblick: Als Vorstandsmitglieder anlässlich des 50. Vereinsjubiläums im Jahr 2002 den Wunsch äußerten, irgendwann an Weltmeisterschaften teilnehmen zu wollen, ernteten sie zunächst Unverständnis und ein müdes Lächeln. Doch bereits drei Jahre später präsentierte das damals noch recht unerfahrene Marsch- und Drillkontingent seine Debütshow „Rock & March“ im Limburg-Parkstadion. Und das vor den Augen Tausender Zuschauer.
Betrachtet man Videoaufnahmen vom Auftritt im Jahr 2013, so lässt sich nur erahnen, wie die Begeisterungsstürme diesmal ausfallen werden. Der SZO ist in Kerkrade mittlerweile zu einer Hausnummer geworden.

Und das spornt an. Vielleicht ist bereits 2017 ein Platz in den Top 10 der besten Armateurorchester der Welt drin.Die Oberlichtenauer hätten es verdient.           

Erfolge beim World Music Contest in Kerkrade

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2013

Bei den 17. Weltmeisterschaften des WMC in Kerkrade startet erstmalig die Juniorband und gewinnt mit 81,83 Punkten Silber in der Klasse Marsch – First Division. Mit 87,90 Punkten in der Klasse Marsch – World Division und 84,36 Punkten in der Klasse Show – World Division gewinnt das Marsch- und Drillkontingent eine Gold- und eine Silbermedaille.

2009
Das Marsch- und Drillkontingent des SZO startet erstmalig in der höchsten Schwierigkeitsstufe – der World Division. In den Klassen Marsch und Show räumen die Oberlichtenauer mit 88,21 beziehungsweise 83,53 erlangten Punkten zwei Goldmedaillen ab.

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2005

Premiere für das noch recht junge Marsch- und Drillkontingent des SZO: Bei den 15. Weltmeisterschaften des WMC in Kerkrade sind die Musiker erstmals mit von der Partie. In der Showwertung (Star Division/Corps Style) holen sie prompt eine Silbermedaille.  Quelle: SZO

    

Roland Kaiser / 11.07.2017

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