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Ein Hospiz für den Landkreis Bautzen?

Ein Hospiz für den Landkreis Bautzen?

Den letzten Lebensabschnitt in Würde und in vertrauter Umgebung zu ermöglichen – dies ist das Anliegen der Hospizbewegung. Foto: pr

In Zeiten einer fortwährend alternden Bevölkerung kommt der Palliativversorgung eine ständig steigende Bedeutung zu. Patienten, die aus medizinischer Sicht keine Besserung mehr erwarten können, sollen ihren letzten Lebensabschnitt weitgehend schmerzfrei und in Würde in vertrauter Umgebung verbringen.

Räckelwitz. Genau dies ist das Anliegen der Hospizbewegung. Deutschlandweit betreuen professionelle Kräfte, aber auch viele Ehrenamtliche Menschen, die sich in ihrer letzten Lebensphase befinden.

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Wird Schloss Räckelwitz mit seiner langjährigen medizinischen Tradition zum Sitz des Hospizes? Zur Debatte steht allerdings auch ein Neubau.

Dabei spielt neben medizinischen Aspekten auch das „füreinander da sein“ eine wichtige Rolle. Im Landkreis Bautzen bieten die Diakonie, die Caritas und die Lebenshilfe ambulante Hospizdienste an. Allerdings gibt es Patienten, die so intensiv betreut werden müssen, dass hierfür eine stationäre Einrichtung erforderlich ist. Stationäre Hospize gibt es in der näheren Umgebung in Herrnhut (Landkreis Görlitz), Radebeul (Landkreis Meißen) und Lauchhammer (Oberspree-wald-Lausitz). Der Kreis Bautzen selbst stellt diesbezüglich noch einen „weißen Fleck“ dar.

„Das soll sich ändern“, meint Dr. Rainer Kluge. Er ist Vorsitzender des neugegründeten Vereins „Freundeskreis stationäres Hospiz Räckelwitz“, dessen Eintragung ins Vereinsregister des Amtsgerichtes Dresden unlängst erfolgt ist. „Unser Ziel ist es, im Landkreis Bautzen ein stationäres Hospiz aufzubauen“, erklärt der frühere Chefarzt der Frauenklinik am Malteser-Krankenhaus „St. Johannes“ in Kamenz. Der Verein kann auf prominente Unterstützung von Personen des öffentlichen Lebens zählen: So gehören die scheidende Bundestagsabgeordnete Maria Michalk und der frühere sächsische Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt zu den Gründungsmitgliedern.

„In einer 2013 erarbeiteten Studie wurde für den Landkreis Bautzen ein Bedarf von sechs bis acht Betten in einer stationären Hospizeinrichtung ermittelt“, erklärt Dr. Rainer Kluge. „Wir gehen heute von einem Bedarf von zehn Betten aus.“

Und der Ortsname Räckelwitz steht keineswegs zufällig im Vereinsnamen: „Die Malteser haben zugesagt, uns die Einrichtung des Hospizes auf ihren Liegenschaften in Räckelwitz zu ermöglichen.“

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Ob das Hospiz ebenfalls im Schloss eingerichtet wird, oder ob man sich für einen Neubau entscheidet, steht noch nicht fest. Diese Entscheidung bildet ohnehin erst den zweiten Schritt: „Wir werden das Konzept für das stationäre Hospiz im zweiten Halbjahr 2017 beim Sächsischen Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz einreichen, welches das Genehmigungsverfahren einleitet. Daran schließt sich bei positivem Bescheid die Bauplanung an.“

Parallel müssen auch Verhandlungen mit den Krankenkassen geführt werden. Dr. Rainer Kluge rechnet mit einem Zeitbedarf von drei bis vier Jahren, bis die Idee vom stationären Hospiz zur Realität werden kann.

Selbst betreiben will der Verein das Hospiz nicht: „Wir sehen unsere Aufgabe darin, es auf den Weg zu bringen. Für den Betrieb selbst bedarf es dann anderer Strukturen.“

Uwe Menschner / 13.03.2017

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Kommentare zum Artikel "Ein Hospiz für den Landkreis Bautzen?"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Wolfgang Schubert schrieb am

    Ich unterstütze dieses Anliegen aus ganzem Herzen und würde mich auch für eine Mitgliedschaft in dem Verein interessieren.

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