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Gerüstet für schlechtere Parkplatzzeiten in der Altstadt

Gerüstet für schlechtere Parkplatzzeiten in der Altstadt

Bautzen. Wirbel um OB-Parkplatz: Ein Anfang vergangener Woche hinterm Rathaus in der Erde versenktes Hinweisschild hat in Hinblick auf die angespannte Parkplatzsituation in der Bautzener Altstadt bei mehreren Einwohnern und Stadträten für Irritationen gesorgt. Dabei soll es künftig lediglich Autofahrer darauf aufmerksam machen, dass niemand anderes als Oberbürgermeister Alexander Ahrens höchstpersönlich dort seinen Wagen parken darf. Bei diesem handelt es sich um das Privatauto des Stadtoberhaupts. Ein Dienstfahrzeug hatte er zu Beginn seiner Amtszeit dankend abgelehnt mit der Begründung, den Stadtetat auf diese Weise entlasten zu wollen. „Dass Herr Ahrens vor dem Rathaus einen Parkplatz nutzt, ist nichts Neues“, stellte jetzt Stadtsprecherin Laura Ziegler auf Anfrage klar. „Diese Stellfläche ist schon seit vielen Jahren dem Oberbürgermeister vorbehalten. Für die Nutzung dieses Platzes zahlt Herr Ahrens Miete. Dass dieser Parkplatz und drei weitere Privatparkplätze vor dem Rathaus reserviert sind, wurde auch bisher durch ein Schild gekennzeichnet. Dieses wird jedoch häufig ignoriert. In der letzten Zeit häufte sich die Anzahl der ‚Fremdparker’. Das ist für Herrn Ahrens – wie auch für jeden anderen Bürger, der einen Parkplatz mietet – natürlich problematisch. Insbesondere dann, wenn er zu dringenden Terminen fahren muss. Mit dem neuen Schild soll verhindert werden, dass ‚Fremdparker’ die Stellfläche blockieren.“ Seine Kritiker meinen gar in diesem Zusammenhang, er habe damit für schlechtere Parkplatzzeiten vorgesorgt.

Immerhin: Am Burglehn und am Lauengraben könnten schon in absehbarer Zeit zahlreiche Stellflächen verschwinden, sobald diese Areale bebaut werden. Auch das Schicksal des Parkplatzes an der Krone ist derzeit noch völlig ungewiss. Dort besteht die Gefahr, dass um die 220 Parkplätze verschwinden, sollte sich ein privater Investor das Grundstück angeln. Noch bemüht sich die kommunale Wohnungsbaugesellschaft darum, sich mit dem derzeitigen Eigentümer auf eine für beide Seiten akzeptable Kaufsumme zu verständigen. Der Stadtrat wiederum hatte frühzeitig die Wichtigkeit des Krone-Parkplatzes erkannt und dessen Erhalt angemahnt. Sollte dieser nicht mehr existieren, drohe der Innenstadt ein Infrastrukturkollaps. Seit Jahren profitieren Gastronomen und Händler von diesem Areal, da dort ein Teil ihrer Kunden den Wagen abstellen kann.
Eine etwas andere Auffassung vertritt in diesem Punkt die Verwaltungsspitze. Noch einmal Sprecherin Laura Ziegler: „Die Parkplatzsituation in der Bautzener Innenstadt ist besser als ihr Ruf. Ein positives Beispiel lässt sich der Schützenplatz anführen. Hier steht eine große Anzahl an Parkflächen zur Verfügung, die die Besucher kostenfrei nutzen können. Vom Schützenplatz aus ist die Altstadt in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Wer noch zentraler parken möchte, kann gegen Gebühr das Parkhaus im Kornmarkt-Center oder das Parkhaus ‚Centrum’ nutzen. Hier stehen jeweils rund 300 Plätze zur Verfügung. Weitere kostenfreie Abstellmöglichkeiten bietet der im September 2016 neu eingerichtete Parkplatz unterhalb der Alten Wasserkunst.“

Brötchentaste lässt auf sich warten

Apropos Parkgebühren: Wer in der Altstadt nur mal auf einen Sprung in ein Geschäft reinschauen möchte, hat häufig schlechte Karten, seinen Wagen kostenfrei abzustellen. Das wollte Alexander Ahrens, bevor er als OB ins Rathaus einzog, eigentlich ändern. Noch im Wahlkampf vor zwei Jahren betonte das jetzige Stadtoberhaupt die Notwendigkeit von Kurzzeitparkplätzen. Dies belegt unter anderem ein Video auf seiner Facebook-Seite. Doch bis heute warten die Spreestädter vergebens auf neue Parkautomaten ausgestattet mit einer so genannten Brötchentaste. Dabei könnten in einem Feldversuch drei modernere Automaten aufgestellt werden, an denen sich auch mit EC-Karte bezahlen lässt. Wann das passiert, ist noch vollkommen offen. Dafür müsste die Kommune unseren Informationen zufolge um die 15.000 Euro investieren. Derzeit sind Autofahrer gezwungen, ihr Kleingeld möglichst passend zur Hand zu haben.             Nicht so der OB. Egal ob im Dienst oder privat – seine Stellfläche ist ihm sicher. Und das – dank des Hinweisschildes – nunmehr rund um die Uhr.

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Roland Kaiser / 21.09.2017

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Kommentare zum Artikel "Gerüstet für schlechtere Parkplatzzeiten in der Altstadt"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Ch Seemann schrieb am

    Das hat es zu Zeiten von Herrn Schramm nicht gegeben. Aber Herr Ahrens nimmt sich eben das Recht raus. Und dann steht so ein verdreckter Blechkarren vor dem Rathaus. Bautzen braucht einen anderen Bürgermeister.

    Kommentar der Redaktion:

    Lieber Herr Seemann, auch das Dienstfahrzeug von Herrn Schramm parkte vor dem Rathaus. Allerdings war dies ein reines Dienstfahrt und kein Privatwagen, welcher für dienstliche Zweck genutzt wurde.

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