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Kreativ sein und aktiv ins Leben zurückkehren

Kreativ sein und aktiv ins Leben zurückkehren

Franziska Hantsch (l.) und Katrin Petrasch erwarten immer dienstags Menschen jedes Alters, die gemeinsam kreativ sein wollen. Foto: Katrin Kunipatz

Das neue Angebot „Kreative Inclusion“ in der Begegnungsstätte, Arndtstraße 2, in Kamenz steht jedem offen. Und selbst wenn noch Seniorentreff am Klingelschild steht, sind Menschen jedes Alters angesprochen. Reserviert ist der Raum für die Treffen jeden Dienstag von 10.45 bis 11.45 Uhr.

Kamenz. Michael Schiewack, Inhaber der gleichnamigen Ergotherapiepraxis in Kamenz, erklärt die Idee: „Wir wollen Menschen, die ohne Aufgabe sind, weil sie erwerbsunfähig sind und oder an einer seelischen Erkrankung leiden, ein regelmäßiges Angebot machen, um ohne großen Aufwand etwas zu tun und mit anderen ins Gespräch zu kommen.“ In seinem Arbeitsalltag erlebt der Ergotherapeut, dass psychische und psychosoziale Erkrankungen schon bei jüngeren Patienten zunehmen. Diese seien teilweise selbst nach der Behandlung noch nicht in der Lage, wieder normal arbeiten zu gehen, bestätigt auch Beatrice Müller vom Landratsamt Bautzen. Sie ist mitverantwortlich in der regionalen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung.

Angeleitet wird die Gruppe von Ergotherapeutin Katrin Petrasch. Sie wird in den nächsten drei Monaten Franziska Hantsch zur Seite stehen. Die junge Frau befindet sich gerade selbst in einer schwierigen Situation. „Ich habe gelernt, beim Malen zur Ruhe zu kommen“, erklärt Franziska Hantsch. Diese Form des Achtsamkeitstrainings möchte sie jetzt mit anderen Betroffenen teilen. Aber nicht allein das Zeichnen steht im Mittelpunkt dieses neuen Angebots. Verschiedene kreative Hobbys lassen sich in den Räumen der Begegnungsstätte umsetzen: Basteln, Gestalten von Dekorationen oder Arbeiten mit Papier oder Naturmaterialien. „Wer ein besonderes Hobby hat, kann auch gern eigene Ideen vorstellen“, sagt Katrin Petrasch. Ziel ist es innerhalb von drei Monaten eine kleine Gruppe aufzubauen, die über Mundpropaganda weiteren Zulauf erhält. Aber auch Ärzte in der Umgebung sollen auf das Angebot aufmerksam gemacht werden.

Die Teilnehmer gehen beim Besuch keine Verpflichtung ein und brauchen bis auf einen Euro fürs Material auch kein Geld bezahlen. Aber sie können bei einer regelmäßigen Teilnahme positive Effekte erwarten. „Das Selbstwertgefühl wird gestärkt, wenn ich erlebe, selbst etwas geschaffen zu haben“, erklärt Michael Schiewack. „Dies führt wiederum zu einer psychischen Stabilisierung.“ Diese gesundheitsfördernden Aspekte helfen vor allem Langzeitarbeitslosen, so Beatrice Müller.

Auch für die Wohnungsbaugenossenschaft Kamenz (WBG), die den Raum zur Verfügung stellt, ist die „Kreative Inclusion“ ein interessantes Projekt. „Es begünstigt den Ideenaustausch zwischen unseren Mietern, es soll helfen, damit sie sich in ihrem Lebensumfeld wohlfühlen und in Kamenz Ost wohnen bleiben“, sagt Heike Helm, Mitglied des WBG-Vorstands. Sie hofft, dass das neue Angebot die Begegnungsstätte zusätzlich aufwertet, in der bisher nur mittwochs Seniorentreff ist. Wer interessiert ist, braucht keine Scheu zu haben. Ohne Anmeldung kann man dienstags ab 10.45 Uhr in der Begegnungsstätte in Kamenz vorbeischauen. Selbst wer bisher noch nicht den Anstoß gefunden hat sich kreativ zu betätigen, kann die Gruppe nutzen, um sich auszuprobieren.

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Katrin Kunipatz / 09.10.2016

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