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Neue Haltestelle ohne Busverkehr

Neue Haltestelle ohne Busverkehr

Die Posse von Sohland: Nicht nur zur Verärgerung von Jörg Ullrich und dessen Sohn Anthony hält an dieser Station auch in den nächsten Wochen kein Bus. Foto: RK

Sohland/Spree. Seit einigen Wochen herrscht Hochbetrieb auf dem neuen Buswendeplatz an der Frühlingsbergschule. Nachdem die einst zu enge Zufahrt verbreitert und das Areal vor dem Schulhaus befestigt wurde, machen dort jedoch keine Busse Halt, wie es eigentlich geplant war. Vielmehr parken Eltern ihre Autos für einen kurzen Moment ab, um ihre Kinder zum Unterricht zu bringen und wieder abzuholen. Größere Transportfahrzeuge können das Gelände nicht befahren. Zu groß ist die Gefahr, dass diese aufsetzen, sobald sie von der sanierten Bundesstraße B 98 in die Zufahrt zum Wendeplatz einbiegen. Nicht nur für Bürgermeister Hagen Israel ist das unerfreulich. Immerhin hatte die Gemeinde für die Baumaßnahme eigenen Angaben zufolge rund 248.000 Euro auf den Tisch gelegt. „Wir mussten erst einmal laut auflachen, nachdem wir von der Pleite hörten“, erinnert sich Familienvater Jörg Ullrich aus Sohland, der seinen Sohn Anthony jeden Tag zur Schule chauffiert. Um sich kurz darauf den Ärger von der Seele zu reden: „Während der monatelangen Baumaßnahme blieb uns nichts anderes übrig, als unsere Autos am Hunderte Meter entfernten Stauseeparkplatz abzustellen und mit den Kindern von dort aus zur Schule zu laufen. Das kostete oft Zeit, die man nicht immer zur Verfügung hat. Wir richten uns darauf ein, dass das schon recht bald wieder der Fall sein wird, sobald die Baufirma noch einmal anrückt. Dann hoffen wir jedoch, dass diese die Zufahrt zügig in Ordnung bringt.“ Eine 45 Jahre alte Sohländerin kann wie viele anderen Eltern auch nicht nachvollziehen, was hier schiefgegangen ist. Ihre Tochter wird morgens mit dem Bus gebracht. „Sie und die anderen Kinder können derzeit nicht, wie es eigentlich sein sollte, abseits der viel befahrenen B 98 am Schulhaus ein- und aussteigen. Vielmehr ist es so, dass sich etwa hundert Meter entfernt eine Ersatzhaltestelle befindet, von der aus ein Lotse unsere Kinder zum Schulgebäude begleitet. Dazu müssen sie die Straßenseite wechseln. Mein Wunsch ist es, dass das aufhört.“ Auch Religionslehrerin Gabriele Büttner-Schubert wäre froh, wenn die Erst- bis Viertklässler die für sie eingerichtete Haltestelle am neuen Wendeplatz endlich nutzen können. Indes rätselte ein 38-jähriger Papa aus Taubenheim über die Gründe, warum dort derzeit kein Bus hält. „Hier liegt offensichtlich ein Planungsfehler vor“, erklärte Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) auf Anfrage dem Oberlausitzer Kurier. „Das Quergefälle der B 98 in der Ortsdurchfahrt in der Höhe der Zufahrt zur Frühlingsbergschule stehen im Wi-derspruch, sodass bei der Busbenutzung die Bodenfreiheit fehlt. Das planende Ingenieurbüro hat sich nach Feststellung des Mangels umgehend mit der Ursachenforschung sowie der Erarbeitung von Vorschlägen zur Mangelbeseitigung befasst und diese dem LASuV und der Gemeindeverwaltung vorgestellt.“ Aus derzeitiger Sicht seien weitere Untersuchungen sowie die Klärung der Machbarkeit und baulichen Umsetzung erforderlich. „Momentan ist ohne einen Umbau an einem Teilabschnitt an der B 98 sowie an der Zufahrtsstraße zur Frühlingsbergschule keine Mangelbeseitigung möglich. Bei Vorliegen einer Lösung, die von allen Beteiligten mitgetragen werden kann, ist eine zeitnahe, sich in den weiteren Bauablauf integrierende Umsetzung möglich. Die Kostentragung sieht die Gemeinde bei dem Verursacher – dem Planungsbüro.“ Die Kommune trifft es doppelt hart. Einerseits kann sie den Buswendeplatz nicht wie ursprünglich vorgesehen nutzen. Damit ist weiter eine aufwendige Organisation in Verbindung mit dem Einsatz von Schülerlotsen notwendig, um den Kindern einen sicheren Schulweg zu gewährleisten.

Wann die notwendigen Ausbesserungsarbeiten starten, war zunächst unklar. Andererseits drohen die Zeitpläne für die angedachten Baumaßnahmen an der Frühlingsbergschule durcheinanderzugeraten, solange keine Lösung für den Umbau der Zufahrt gefunden ist.

Für rund 2,3 Millionen Euro Gesamtkosten will die Gemeinde neue Horträumlichkeiten schaffen, eine Zentralgarderobe einrichten sowie Brandschutzmaßnahmen am Schulgebäude umsetzen. Das jedoch funktioniert nach Einschätzung des Bürgermeisters erst, wenn die Arbeiten an der Zufahrt zum Buswendeplatz erledigt sind. Er hofft, dass die Zufahrt im kommenden Frühjahr so umgebaut wird, dass sie ihrer angedachten Bestimmung gerecht wird, also für den Schülerbusverkehr genutzt werden kann.

Roland Kaiser / 10.02.2018

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