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Rietschen schließt mehrere Lücken

Rietschen schließt mehrere Lücken

Klaus Zerna vom Baubetrieb Schur durfte die „Zeitkapsel“, die in den Grundstein des Neubaus eingelassen wurde, vermauern.

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Diese Visualisierung zeigt, wie der Neubau des Familienunternehmens Kunze in Rietschen aussehen soll.

Wer ein Haus baut, schließt damit in der Regel eine Lücke. Manchmal gelingt es sogar, gleich mehrere Lücken zu füllen.

Rietschen. Falls die Bertelsmann-Stiftung Recht behält, dann steigt der Bedarf an Pflegeplätzen bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent. Wohl dem, der Vorsorge getroffen hat – und ausreichend Angebote in der Nähe. In der Gemeinde Rietschen jedenfalls sollen in absehbarer Zeit in einem Neubau 25 Appartments für das betreute Wohnen zur Verfügung stehen, geschaffen von der Familienunternehmen Kunze GmbH. Außerdem entstehen 14 Plätze für die Tagespflege. In dieser Woche wurde der Grundstein für das Vorhaben gelegt. Damit verstärkt das in Weißwasser ansässige Unternehmen sein bereits bestehendes Engagement in Rietschen. „Wir investieren in den Neubau etwa zwei Millionen Euro“, erklärt Geschäftsführer Daniel Kunze.

Doch auch den bereits bestehenden Standort will die Firma Kunze weiter betreiben und ausbauen: „Hier bauen wir das Erdgeschoss für die Tagespflege um, im ersten Obergeschoss entstehen weitere fünf Wohnungen. Außerdem richten wir Umkleideräume für die Mitarbeiter ein.“ In seinem gegenwärtigen Zustand, so räumt der Geschäftsführer unumwunden ein, entspreche das „Bestandsobjekt“ nicht den eigenen Ansprüchen, doch dies werde sich ändern. Daniel Kunze wird nach eigener Auskunft oft gefragt, ob es nicht mutig sei, sich so stark im ländlichen Raum zu engagieren: „Unser Credo ist es, dass die Menschen dort alt werden sollen, wo sie gelebt haben.“ Dabei komme es darauf an, gleichermaßen funktionellen und ansprechenden wie auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen: „Paläste, wie vielleicht auf dem Weißen Hirsch in Dresden, sind hier nicht gefragt.“ Mit den zusätzlichen Wohnplätzen (insgesamt werden es nach Fertigstellung aller Baumaßnahmen 30 sein, derzeit sind es im Altgebäude 14) dürfte die Gemeinde zwischen Weißwasser und Niesky auch im Hinblick auf die Vorhersagen der Bertelsmann-Studie gut gerüstet sein. Und die Firma Kunze bleibt auf Wachstumskurs – „aber nur innerhalb unserer Heimatregion“, wie der Geschäftsführer betont.

Mit dem Neubau wird also zweifellos eine mögliche künftige Versorgungslücke geschlossen. Der Rietschener Bürgermeister Ralf Brehmer (SPD) ist darüber natürlich froh – ebenso freut er sich aber auch über die Baulücke, die nunmehr verschwindet. „Bis vor kurzem stand an diesem Platz das Gasthaus ’Zur Eisenbahn’“, erklärt er. Auch nach der Wende bestand das Lokal noch eine Weile, doch irgendwann war damit Schluss . „Auch wenn es durchaus Bedauern über das Verschwinden des Gasthauses gibt, so steht doch die Freunde über das Neue, was geschaffen werden soll, im Vordergrund“, betont der Bürgermeister. Zumal der Abriss der daraus entstandenen Bauruine und der Neubau auch einen städtebaulichen Missstand im Rietschener Zentrum beheben.

Uwe Menschner / 18.09.2017

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