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Stadthallengarten fit fürs Sommertheater

Stadthallengarten fit fürs Sommertheater

Wolfgang Archner, der Technische Direktor des Gerhart-Hauptmann-Theaters (rechts), und Hans-Peter Bauer, die „gute Seele“ vom Stadthallenförderverein, sind stolz auf das gemeinsam Erreichte. Im Stadthallengarten gibt es in diesem Jahr erstmals Sommertheat

Görlitz. Sommertheater im Stadthallengarten – am Samstag, 4. Juni, geht es los. Voran gegangen sind Wochen gemeinschaftlicher Bemühungen, um die heruntergekommene Spielstätte aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen. Auf das Ergebnis darf die Görlitzer Bevölkerung gespannt sein.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten die verschiedensten Unkräuter und Baumsprösslinge das Sagen im Stadthallengarten. Doch inzwischen hat sich die Situation grundlegend geändert. Vor allem, seit der Stadthallenförderverein am 9. April zum Frühjahrsputz aufgerufen hatte und jede Menge arbeitswillige Fans des geschlossenen Veranstaltungshauses kamen, um das Areal ansehnlicher zu machen. Und es auf die bevor stehende Sommertheater-Saison vorzubereiten. Denn zum ersten Mal wird hier in den kommenden Wochen das beliebte Open Air-Spektakel über die Bühne gehen – mit Stücken vom Schauspiel über Ballett bis zum Musiktheater.

Hans-Peter Bauer ist der „gute Geist“ der Vorbereitungsarbeiten. Seit April steht der rüstige Rentner fast jeden Tag zwischen Finnhütten und Bühnengebäude seinen Mann, koordiniert die Arbeiten, gibt Hinweise und hält den Kontakt zum Theater, um dies und jenes im Sinne der Künstler umzusetzen. Und vor allem, um den Stadthallengarten so auf Vordermann zu bringen, dass er auch künftig für Veranstaltungen genutzt werden kann. „Was uns hier gelungen ist, kann sich wirklich sehen lassen“, ist der engagierte Senior überzeugt. Immerhin haben 20 Firmen Leistungen im Wert von 50.000 bis 70.000 Euro zur Verfügung gestellt, ohne sich etwas dafür bezahlen zu lassen. „Rechnen wir die Aufwendungen unseres Vereins noch hinzu, sind es gut 120.000 Euro, die hier an Werten geschaffen wurden“, erläutert Bauer. Da seien die Kosten des Theaters noch gar nicht mal dabei.

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Auf einige Punkte ist der „Bauleiter“ vom Förderverein besonders stolz: „Wir konnten die Treppe hinauf zur ehemaligen Freilichtbühne erneuern, die irgendwann auch ihre Wiederauferstehung feiern soll. Ebenso neu präsentiert sich das jetzige Bühnengebäude, dem man seine Vorgeschichte als frühere Konzertmuschel gar nicht mehr ansieht. Ähnlich verheerend sah es im Inneren der Finnhütten aus, die – wie schon früher – für die gastronomische Versorgung der Besucher genutzt werden sollen.“

Das Theater selbst wäre ohne das Engagement des Stadthallenfördervereins „völlig aufgeschmissen gewesen“, wie Wolfgang Archner einräumt. „Ohne die vielen bereits geleisteten Vorarbeiten hätten wir das gar nicht stemmen können“, ist der technische Direktor des Gerhart-Hauptmann-Theaters sicher. Und er weist beispielhaft auf die elektrischen Leitungen und die Wasserversorgung hin, die auf Veranlassung des Vereins installiert wurden. „Es ist ein großes bürgerschaftliches Gemeinschaftswerk, das uns hier gelungen ist.“ Und es zeige, dass der Görlitzer Bevölkerung extrem viel an „ihrer“ Stadthalle gelegen sei, ergänzt Hans-Peter Bauer.

Immerhin können sich 412 Zuschauer an den verschiedenen Stücken des Sommertheaters erfreuen – eine Größenordnung, die in etwa der des Gastspiels vergangener Jahre im Brauereihof gleichzusetzen ist. Die Bühne ist ein Sonderbau, der als Grundstein für alle Stücke genutzt wird. Individuelle Umbauten werden je nach Aufführung von den Theaterleuten gefertigt. „Das ist dann aber nichts Außergewöhnliches mehr, vielmehr unser ganz normaler Job“, erklärt Archner. Allerdings waren auch seine Mitarbeiter stark in die Vorbereitung eingebunden. „Der Theaterbetrieb im großen Haus lief ja weiter. Was wir im Stadthallengarten gemacht haben, war Zusatzarbeit. Ohne die Unterstützung der vielen Helfer wäre das sehr schwierig geworden.“

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Zum Auftakt der Sommertheatersaison wird am Samstag, 4. Juni, die Komödie „Gretchen 89ff.“ gespielt. Sechsmal ist das aus Zittau kommende Stück in Görlitz zu erleben. Es blickt hinter die Kulissen des Theaters und zeigt auf witzige Weise, wie eine Inszenierung entsteht – oder auch scheitern kann. Außer „Gretchen 89ff.“ stehen bis zum 10. Juli noch „Die lustige Witwe“, „Aqua“ sowie „Romeo und Julia“ auf dem Programm.

Frank-Uwe Michel / 04.06.2016

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