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Weltumradlerinnen (fast) pünktlich zurück

Weltumradlerinnen (fast) pünktlich zurück

Abgekämpft, aber glücklich: Anna Mühle (rechts) und Claudia Fritze sind von ihrer fast zweijährigen Weltumradelung zurück. | Foto: Uwe Menschner

17.000 Kilometer in nicht ganz zwei Jahren, etwa 15 Länder auf vier Kontinenten, und das alles mit dem Fahrrad – das klingt nach dem ganz großen Abenteuer. Und genau das haben Anna Mühle aus Königshain und ihre Freundin Claudia Fritze aus Halle/Saale erlebt. Am 22. August 2014 waren sie losgeradelt, um in zwei Jahren möglichst viel von der Welt zu sehen. Am 8. Juli 2016 sind sie gesund und wohlbehalten wieder in Görlitz eingetroffen.

Görlitz/Königshain. Anna und Claudia verspäten sich. Gegen 16.00 Uhr wollten sie auf der Görlitzer Altstadtbrücke eintreffen. Doch jetzt ist es halb fünf, und die beiden „Mädels“ sind weit und breit noch nicht in Sicht. Annas Mutti Evelin Mühle wird schon ein wenig unruhig und hält immer wieder Ausschau. Dabei hat sie gar keine Ahnung, aus welcher Richtung ihre Tochter und deren beste Freundin heranradeln werden. „Die letzte Nacht haben sie in Bad Muskau geschlafen“, weiß Evelin Mühle nur. Ob sie jetzt direkt auf dem Neißeradweg „einschweben“, oder ob sie noch einmal die Flußseite gewechselt haben und aus Zgorzelec kommen – „wir werden es gleich sehen.“

Ungewöhnlich viele Fahrräder prägen in dieser Stunde das Bild auf der Görlitzer Altstadtbrücke. Freunde, Verwandte und Bekannte sind gekommen, um die beiden „Weltumradlerinnen“ standesgemäß zu begrüßen und auf den letzten Kilometern bis nach Königshain zu begleiten. Die Stimmung ist allgemein locker und gelöst: „Nach zwei Jahren kann man sich schon um eine Stunde verspäten“, meint Annas Onkel Joachim Mühle. Und dann ist es endlich soweit: Von großem Hallo und an Zielankünfte bei Friedensfahrten erinnernden Anfeuerungsrufen begleitet, fliegen die jungen Frauen förmlich die letzten Meter über das Kopfsteinpflaster der Hotherstraße, um anschließend in einem Meer aus Umarmungen, Küsschen und guten Wünschen zu versinken. Auch ein paar Medienvertreter haben sich eingefunden, die sich aber ein wenig gedulden müssen.

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Schließlich kommen aber auch sie auf ihre Kosten und erfahren unter anderem, dass Hitze eine größere Herausforderung darstellt als hohe Berge: „Den Berg fährt man irgendwann wieder runter, die Hitze aber bleibt in der Regel den ganzen Tag.“ Das Heimweh – oder besser gesagt die Freude auf die Heimkehr – sei ständiger Begleiter und gleichzeitig Motivation gewesen, um die Strapazen zu bewältigen. Diese seien allerdings angesichts der Freundlichkeit und Herzlichkeit, die ihnen überall begegneten, in den Hintergrund getreten: „Wir waren stets willkommen, überall wurden uns die Türen geöffnet.“ An diesem Grundeindruck habe auch das „komische Gefühl“, das sie manchmal in Männer dominierten Ländern hatten, nichts geändert.

Und ob es auch brenzlige Situationen gab? Nach kurzem Überlegen antwortet Anna lächelnd: „Einmal ist uns der rote Beutel gestohlen worden. Wir haben ihn aber später wieder bekommen. Das war eigentlich die ‚brenzligste‘ Situation, an die ich mich erinnere.“ Von den vielen Ländern, die sie in den letzten beiden Jahren erradelt haben, heben Anna und Claudia insbesondere Kolumbien, Indien und die Ukraine hervor. Warum das so ist und was sie sonst noch alles erlebt haben, kann man auf ihrem Blog nachlesen. Jetzt wollen sich Anna und Claudia noch etwas erholen, bevor sie wieder in den Alltag, der sie in Halle einholen wird, eintauchen.

 

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Uwe Menschner / 16.07.2016

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