17. Zittauer Drei-Tücher-Fahrt

Großes Zittauer Fastentuch (1472), Bild IV/6: Die Brüder warfen Josef in den Brunnen. Bildquelle: Städtische Museen Zittau
Zittau. Der Verein Zittauer Fastentücher e.V., das Kulturhistorische Museum Franziskanerkloster, die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde St. Johannis und die Römisch-Katholische Pfarrei „St. Marien“ laden am Sonntag, 22. Februar, zur 17. Zittauer Drei-Tücher-Fahrt ein. Das Motto lautet: „Und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt“. Es geht dabei um Ursachen von und Wege aus Aggressivität.
Gewalt und Aggressivität in der Politik, in den sozialen Beziehungen bis hinein in die Familien sind ein beängstigendes Phänomen. Auch wenn man meinen könnte, es nimmt besonders in unserer Zeit zu, gab es das schon immer. Die Bibel enthält zahlreiche Geschichten und Passagen, die Gewalt thematisieren. Diese können sowohl physische als auch psychische Gewalt beinhalten und sind oft in einen historischen, kulturellen oder theologischen Kontext eingebettet. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Gewalt auch auf den drei Fastentüchern widerspiegelt.
Diese kleine innerstädtische Wallfahrt zu den Fastentüchern geht auf eine Idee von Pfarrer Michael Dittrich (†) zurück. Anlass war die Schenkung einer kostbaren Kopie des Turiner Grabtuches an die Römisch-Katholische Pfarrei „St. Marien“, wo damit ein Fastentuch gestaltet wurde, welches seit 2008 jedes Jahr zwischen Aschermittwoch und Karfreitag den Hochaltar verdeckt.
Die Drei-Tücher-Fahrt beginnt um 15.00 Uhr im Museum Kirche zum Heiligen Kreuz mit dem Großen Zittauer Fastentuch (1472) – musikalisch umrahmt von Nicole Schwaar (Violine) und Angelika Bischof (Violoncello), beide von der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ in Dresden.
16.00 Uhr schließt sich als nächste Station die Klosterkirche an. Hier wird die Kopie des Kleinen Zittauer Fastentuches (1573) zu sehen sein. Die musikalische Umrahmung übernehmen Arne Mehnert und Angela Ladewig (Querflöte).
17.00 Uhr findet die Veranstaltung in der Marienkirche vor dem Fastentuch mit der Kopie des Turiner Grabtuches ihren Abschluss. Bernhard Grellmann wird hier den Musikteil gestalten.