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Diese Musikschule ist außergewöhnlich!

Diese Musikschule ist außergewöhnlich!

Klavierlehrer Andreas Kühn gibt die Premiere am Prunkstück der Außenstelle Seifhennersdorf – dem Bechstein-Konzertflügel.

Gleich mehrere Besonderheiten prägen den neuen Standort der Kreismusikschule in Seifhennersdorf. Eine davon wird derzeit noch von Corona ausgebremst.

Landkreis.
An der Kreismusikschule Dreiländereck hat der Unterricht wieder begonnen – allerdings mit Einschränkungen. „Mittlerweile haben wir fast wieder die volle Auslastung erreicht“, erklärt Schulleiter Sven Rössel auf Anfrage. Einzig die musikalische Früherziehung (MFE) und bestimmte kostenfreie Ergänzungsfächer wie großes Sinfonieorchester oder größere Ensembles konnten noch nicht wieder komplett gestartet werden.

„Die aufsuchenden Angebote der MFE in den Kindertagesstätten sind von den lokalen Bedingungen abhängig“, so der Schulleiter. Und die größeren Ensembles scheitern derzeit noch an den Hygieneauflagen, „weil wir nicht genügend Platz haben beziehungsweise unsere größten Räume eben nicht groß genug sind. Wenn weitere Lockerungen eintreten, hoffen wir auf schrittweise mögliche Proben mit den Orchestern.“ Die für den Mai geplante Eröffnung des großen, neu geschaffenen Konzertsaals mit circa 400 Besucherplätzen in Seifhennersdorf ist aufgrund von Corona auf unbestimmte Zeit verschoben worden, auch wenn der Saal laut Sven Rössel bereits bespielbar wäre. Stichwort Seifhennersdorf: Hier befindet sich der ungewöhnlichste der neun Musikschul-Standorte im Landkreis Görlitz und wahrscheinlich auch einer der ungewöhnlichsten in ganz Deutschland. Und das aus zwei Gründen: „Einerseits handelt es sich um die weltweit einzige Musikschule mit vier blütenweißen, blank polierten Klavieren aus dem Hause Bechstein“, gibt Sven Rössel den ersten Teil der Antwort. So weit, so logisch – schließlich werden in Seifhennersdorf die weltweit geschätzten Tasteninstrumente gebaut. Und nicht nur sie, sondern darüber hinaus auch noch Konzertflügel von höchstem Anspruch – einer davon ziert ebenfalls die Seifhennersdorfer Außenstelle der Kreismusikschule Dreiländereck.

Alternativer Text Infobild

Zu den Lehrern an der Außenstelle Seifhennersdorf zählt auch der gebürtige Venezolaner Sergio Lopez, der Schlagzeug unterrichtet.

Die zweite Ungewöhnlichkeit des Seifhennersdorfer Musikschulstandortes ergibt sich aus seiner Entstehungsgeschichte.

„Am Anfang stand ein leer stehendes Gebäude in unserer unmittelbaren Nachbarschaft – nämlich ein ehemaliger Penny-Markt“, blickt Matthias König, Produktionsleiter am Standort Seifhennersdorf der C. Bechstein Pianofortefabrik AG, zurück. „Und da es nichts schlimmeres gibt als Leerstand, haben wir überlegt, was wir damit machen können und das Objekt gekauft.“

Und so schließt sich nunmehr unmittelbar an das bereits zuvor existierende Kultur- und Gästehaus von Bechstein, das in erster Linie für die Unterbringung der bis zu 30 Auszubildenden dient, ein nach modernsten Gesichtspunkten gestalteter Unterrichtstrakt an. Seine Vergangenheit – eben als Lebensmitteldiscounter – sieht man ihm nicht mehr an, sie wird aber auch nicht verleugnet. Denn: Wo befindet sich die weltweit einzige Musikschule, die früher einmal ein Penny-Markt war?
Im Januar begann die musikalische Ausbildung an dem mittlerweile neunten Standort der Kreismusikschule Dreiländereck in den klassischen Fächern wie Streichinstrumente, Gitarre, Blechbläser und Schlagzeug sowie Gesang und natürlich Klavier. Doch die Besonderheiten drängen dazu, das Angebot zu erweitern. „Das Musizieren für den privaten Gebrauch kann man an allen unseren Standorten erlernen“, so der Leiter der Kreismusikschule, Sven Rössel.

„Doch natürlich bieten wir auch vertieften Unterricht bis hin zur Orchesterreife an, der dann konzentriert an einem Standort stattfindet.“

Dies könne beispielsweise in Form von mehrtägigen Probelagern passieren – und dafür eignet sich Seifhennersdorf beispielhaft: „Mit dem Kindererholungszentrum Querxenland und dem Eurohof Windmühle gibt es hier gleich zwei Einrichtungen, die sich auf die Beherbergung von Gruppen junger Menschen spezialisiert haben.“ Der Geschäftsführer der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft im Landkreis Görlitz, Peter Hesse, in der neuen Musikschule ein „Zeichen des Aufbruchs für die gesamte Region.“

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Uwe Menschner / 21.07.2020

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