DNA-Proben enthüllen lange Familiengeschichte

Jan Michael Goldberg präsentiert sein Buch über die Chronik der Familie Goldberg. Foto: privat
Jan Michael Goldberg hat über die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften das wohl vermutlich größte Buch zu einer normalen Familie veröffentlicht, das es im deutschen Sprachraum bisher gegeben hat. Der Titel lautet: „Die Mandau flussabwärts. Genealogische Betrachtung der Familien Goldberg aus Nordböhmen und der südlichen Oberlausitz.“
Großschönau. Der Autor hat mit 15 Jahren angefangen, Familienforschung zu betreiben: „Zwar komme ich aus Ostwestfalen, dieses Hobby führt mich aber immer wieder in die schöne Oberlausitz.“ Mittlerweile ist Jan Michael Goldberg 31 Jahre alt: „Ich habe also mein halbes Leben lang Kirchenbücher gewälzt, Online-Akten durchgesehen und Archive besucht.“ Das Ergebnis ist ein Buch, in dem das Leben von 10.000 Personen in 500 Jahren auf insgesamt 700 Seiten abgebildet ist, eine Chronik der Familie Goldberg. „Am Anfang hatte ich herausgefunden, dass mein Ururgroßvater Karl Goldberg aus Österreich nach Deutschland eingewandert ist. Es stellte sich heraus, dass seine Familie aus dem nordböhmischen Varnsdorf (früher Warnsdorf) kam“, berichtet er. Schnell kam Jan Michael Goldberg darauf, „dass es aber auch in der benachbarten Oberlausitz viele Goldbergs gab. Ich wollte herausfinden, ob ein gemeinsamer Ursprung besteht. Mit 17 Jahren nahm ich mir ein Adressbuch und schrieb Briefe in die Oberlausitz – und bekam Antworten.“ So war Jan Michael Goldberg über die Jahre in seinen Urlauben immer wieder vor Ort, besuchte die Pfarrämter und analysierte die alten Kirchenbücher: „Doch um etwa 1600 hören die Quellen auf. Wir haben dann DNA-Proben heute lebender Goldbergs verglichen. Ein Bestandteil der DNA, das Y-Chromosom, wird nämlich immer vom biologischen Vater auf den Sohn vererbt, wie meist auch der Nachname. Deshalb können wir im Speichel der Menschen heute noch sehen, dass die Goldbergs in der Region einen gemeinsamen Ursprung um etwa 1300 haben.“
Die Ergebnisse des Buches sind laut seinen Auskünften aber nicht nur für Personen namens Goldberg relevant: „Die Dichte dieses Nachnamens war in den Dörfern entlang der Mandau früher so hoch, dass dort fast alle Personen von ihnen abstammen. Wenn man selbst aus den Orten im Zittauer Gebirge kommt, dann ist es viel wahrscheinlicher, seine Vorfahren in dem Buch wiederzufinden, als das nicht zu tun.“
Das Buch gibt es online bei der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften unter www.olgdw.de sowie im Deutschen Damast- und Frottiermuseum Großschönau zum Preis von 34 Euro.