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Eisbader genießen die Glücksgefühle

Eisbader genießen die Glücksgefühle

Von links nach rechts beim Eisbaden am Olbersdorfer See: Jens Palme, Ramona Palme, Jens Kunze und Adrian Steek. Foto: privat

Mutprobe bestanden – dies ist garantiert nichts für Warmduscher: Eine kleine Gruppe, bestehend aus einer Frau und vier Männern im Alter zwischen 43 und 62 Jahren aus Zittau, darunter Ramona und Jens Palme, frönt über den Winter hinweg dem Eisbaden im Olbersdorfer See. 

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Und ab gehts in die eiskalten „Fluten“ des Olbersdorfer Sees. Foto: privat

Olbersdorf/Zittau. „Wenn wir Lust darauf haben, verständigen wir uns untereinander kurz per WhatsApp“, sagt Ramona Palme. Und dann geht es gemeinsam nach einer Joggingrunde zur Erwärmung vom Hauptstrand am Olbersdorfer See aus hinein in die kühlen „Fluten“. Manchmal zwei, bis drei Mal die Woche, je nachdem, wie es beruflich in ihren Terminkalender passt. 

Ihr Mann hatte im September vor ein paar Jahren damit angefangen, die Badesaison immer weiter nach hinten auszudehnen, sich allmählich zu steigern und durchzuhalten: „Auch wenn wir keine Gesundheitsapostel sind, soll es ja gut sein, sich auf diese Art und Weise abzuhärten.“ Jens Palme gewöhnte sich nach und nach an die immer kälter werdenden Wassertemperaturen – und steckte mit dieser Leidenschaft auch seine Frau an. „Zum Anfang sind wir kurz mal rein in den Olbersdorfer See, sind ein paar Züge geschwommen und haben im Nachhinein gebibbert“, erzählt sie. Die Badekappen setzen die beiden auf, weil circa 50 Prozent der Wärme über den Kopf abfließt. „Wir schwimmen heutzutage je nach Tagesform um die 200 Meter“, sagt sie. Bei einem ihren letzten Abstecher waren Ramona und Jens Palme circa fünf Minuten baden bei einer Wassertemperatur von etwa einem Grad Celsius! „Wir motivieren uns auch gegenseitig und genießen die winterliche Kulisse und Ruhe am Olbersdorfer See“, ergänzt sie. Die anfänglichen Glücksgefühle der Überwindung seien mittlerweile zu einer Art Gewohnheit geworden. Beide seien jedoch nicht so extrem, um bei strengem Frost ein Loch in die Eisdecke des Gewässers zu schlagen. „So süchtig sind wir dann doch nicht. Dann bleibt es halt auch mal“, sagt Ramona Palme. „Trotzdem freuen wir uns immer wieder darauf und haben Spaß daran“, fügt sie hinzu.

Außenstehende haben vor den Eisbadern in der Regel sehr viel Respekt – für manch einen klingt das nach purem Wahnsinn! Doch mittlerweile sei laut Jens Palme daraus in unserer Region ein gewisser Hype entstanden. Am benachbarten Kristyna See in Hradek gibt es sogar eine organisierte Gruppe von Eisbadern. 

Ihrem Körper und ihrem Geist selbst hat dieses eiskalte Hobby bisher sehr gutgetan. „Dachten wir jedenfalls, denn vor wenigen Tagen hat uns eine starke Erkältung heimgesucht“, sagt er schmunzelnd. Trotzdem würden die beiden jedem empfehlen, wenn es der Gesundheitszustand zulässt, es mal mit dem Eisbaden zu probieren. Vielleicht findet der ein oder andere Gefallen daran. 

Und im Sommer schwimmen Ramona und Jens Palme dann auch wieder quer durch den Olbersdorfer See. 

Steffen Linke / 24.01.2026

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