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Görlitz: 15 neue Stolpersteine beiderseits der Neiße

Görlitz: 15 neue Stolpersteine beiderseits der Neiße

Lauren Leidermann und Daniel Breutmann mit Stolpersteinen in Gedenken an die jüdischen Familien Totschek, Hannes, Slotowski und Goldberg Foto: Matthias Wehnert.

Görlitz. Im November werden 15 Stolpersteine verlegt. Erstmals auch im polnischen Teil der geteilten Europastadt Görlitz – in Erinnerung an die Familie Totschek, Steinstraße; Hannes, Augustastraße sowie Kunnerwitzer Straße; Slotowski, Nonnenstraße sowie Goldberg, Courbièrestraße (ul. Tadeusza Kosciuszki).

Zu den ersten zehn Stolpersteinen, für die in Görlitz 2007 Stolpersteine verlegt wurden, gehörten unter anderen der Arzt Erich Oppenheimer und seine Frau, der Tierarzt Eugen Bass, der Kunstmaler Paul Boehm und seine Schwester sowie die Textilhändler Betty und Sigmund Fischer. Mit der Verlegung drei weiterer Stolpersteine zu Ehren und in Erinnerung an Martin Ephraim und das Ehepaar Paul und Margarete Arnade (2014) finden sich mittlerweile 21 Stolpersteine in Görlitz verlegt. Weitere 15 werden nun am 5. November in das Straßenpflaster eingelassen und zwar in Anwesenheit des Kölner Künstlers und Initiator der Stolpersteine, Gunter Demnig. Die einstige Jüdische Gemeinde in Görlitz gilt seit dem 2. Weltkrieg als ausgelöscht.

Gedacht wird mit der Verlegung von 15 Stolpersteinen der Familie Totschek, Walter, Bianca und den Kindern Ursula und Gerti, Steinstraße; Familie Hannes, den Brüdern Wolfgang und Gerhard und Flora, Augustastrasse und ihrer Groß-/Mutter Amanda Hannes in der Kunnerwitzer Straße; Familie Slotowski, Walther, seiner Ehefrau Ibolyka, den Kindern Tibor und Fery, Nonnenstraße sowie Familie Goldberg, Max, Helene und Tochter Eva, die in der Courbièrestraße, der heutigen ul. Tadeusza Kosciuszki, wohnten.
Mit dem Angebot einer Stolpersteinpatenschaft besteht die Möglichkeit, das Projekt mit einer Spende zu unterstützen. Das Spendenkonto stellt der Förderkreis Synagoge e.V.

Der Stolperstein Guide Görlitz www.stolpersteine-goerlitz.de ist dabei ebenso Orientierung wie natürlich zum Auffinden der in Görlitz verlegten Stolpersteine.

Am letzten bekannten Wohnort der Familien in der Görlitzer Altstadt (8), Innenstadt (3), Südstadt (1) und der Oststadt (Zgorzelec; 3), wird an die Menschen und ihre Schicksale erinnert. Eingeladen sind dazu Nachfahren, Angehörige, Überlebende der Familien aus den USA sowie Großbritannien, an die mit der Verlegung gedacht wird.

Im Juni 2020 hatte der Niederschlesische Kurier die Titelgeschichte „Anne Frank ist auch mit Görlitz verbunden!“ veröffentlicht, mit der wir die US-Amerikanerin Lauren Leidermann vorstellten, die in Görlitz lebt und die Überlebende und Nachkommen der Görlitzer Juden miteinander vernetzt.

Till Scholtz-Knobloch / 26.08.2021

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Kommentare zum Artikel "Görlitz: 15 neue Stolpersteine beiderseits der Neiße"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. M. MIEDEL schrieb am

    Ganz ganz tolle Arbeit von Lauren Leidermann
    Dankeschön

    Grüße ins wunderschöne Görlitz-Zgorzelec aus Regensburg. Ich war schon öfter dort; mein Grossvater hat ca. 1940 an der FH Görlitz sein Studium zum Dipl.-Ing. dort absolviert, so konnte ich auch seine damalige Adresse auf der Zgorzelecer Seite recherchieren und durfte bei meinem Besuch sogar in das Wohnhaus