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Gräber blicken aus Breslau hervor

Gräber blicken aus Breslau hervor

Alan Weiss von „Spod ziemi patrzy Breslau“ Foto: Marta Thor

Görlitz/Breslau. Am Donnerstag, dem 25. Juni, berichtet Dr. Alan Weiss aus Breslau um 18.00 Uhr im Schlesischen Museum von den Aktivitäten der Gruppe „Spod ziemi patrzy Breslau” (Breslau schaut aus der Erde hervor). Sie wurde 2021 ins Leben gerufen und beschäftigt sich mit den Überresten alter Friedhöfe in Breslau. Die Mitglieder dieser Gruppe suchen und sichern Stelen oder Grabfragmente, die die Auflösung der deutschen Friedhöfe in Breslau in den 60- bis 70er-Jahren überstanden haben. 

Die Fundorte sind oft überraschend: Dazu gehören mitunter Ufer eines Parkteichs, Tribünen an Tennisplätzen oder sogar der Zoo. Die Gruppe rekonstruiert anhand von Archivdokumenten die Schicksale der auf den Grabsteinen Genannten. Die Mitglieder der Initiative nennen sie „Nachbarn aus der Vergangenheit“. Manchmal gelingt es, die Nachkommen der Vorkriegsbreslauer ausfindig zu machen. Und manchmal melden sich die Nachkommen selbst mit der Frage nach der letzten Ruhestätte ihrer Vorfahren. 

Ziel der Initiative ist es auch, die gefundenen Grabsteine in Form von Lapidarien in verschiedenen Teilen der Stadt auszustellen. Aktuell wird dank der Förderung der Erika-Simon-Stiftung aus Görlitz das Lapidarium auf dem Friedhof im Ortsteil Krietern (Krzyki) realisiert. Außerdem werden Gespräche mit den Behörden über die Erinnerung an „unsichtbare“ Friedhöfe geführt, die ohne Exhumierung zu Parks wurden, aber de facto immer noch Begräbnisstätte sind. 
Dr. Alan Weiss ist Literaturwissenschaftler. Er ist Mitbegründer und die Stimme der Initiative „Spod ziemi patrzy Breslau” (Breslau schaut aus der Erde hervor). Zugang zum Vortrag über den Eingang Fischmarkt 5 zum Eintritt von 3 Euro. 

Redaktion / 22.06.2026

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