In eigener Sache: Diese Tulpen welken nicht

Michael Scholze, Geschäftsführer des Oberlausitzer Kurier freut sich über die Leihgabe der bunten Tulpen aus Aluminium von Andreas Bachmann (rechts). Foto: Annett Scholz

Schlosser und Schweißer Andreas Bachmann in seiner Werkstatt. Im Hintergrund ist eine fertige Tulpe zu sehen, allerdings noch ohne Farbe. Foto: Carmen Schumann
Seit kurzem stehen im Eingangsbereich der Geschäftsstelle des Oberlausitzer Kuriers überdimensionale Tulpen. Wir besuchten den Schöpfer der Kunstwerke in seiner Werkstatt in Diehmen.
Bautzen. Zuerst war da das Ei. Genauer gesagt, das Osterei. Andreas Bachmann – seines Zeichens Schlosser und Schweißer – erhielt den Auftrag, überdimensionale Ostereier aus Metall zu fertigen. Diese stellte er aus sechs Segmenten her, die zuerst rund gewalzt und dann entsprechend zusammengeschweißt wurden. Bei der Arbeit stellte er fest, dass eine Tulpe ja auch aus sechs Blütenblättern zu fertigen wäre. So war die Idee geboren, metallene Tulpen herzustellen.
Der Unterschied zum Osterei: Die Segmente wurden oben nicht zusammengeschweißt, sondern nach außen gebogen. Andreas Bachmann setzt sie auf vorgefertigte Stiele und ergänzt das Ganze mit Blättern. Die farbliche Gestaltung kann entweder durch Pulverbeschichtung oder durch Lackieren erfolgen. Ersteres geschieht in der Firma Industrielackierung Siegemund in Kirschau, zweiteres bei DS Lackiertechnik in Kleinwelka. Andreas Bachmann, auch „Bachi“ genannt, fertigt aber auch halbe Tulpen an, die an flachen Flächen angebracht werden können. Die Größe variiert zwischen 50 Zentimetern und einem Meter 50.
Da die Tulpen aus Aluminium bestehen, sind sie sehr leicht. Zu sehen sind sie nicht nur in der Geschäftsstelle des Oberlausitzer Kuriers, sondern auch in der Lauengalerie. Der Künstler Thomas Kern hat eine in seinem Garten in Niedergurig aufgestellt. Einige dieser Kunstwerke hat Bachi an Freunde und Bekannte verschenkt. Momentan hat er noch 30 Stück im Vorrat.
„Leben kann ich von der Blümelei nicht“, sagt Bachi. Der 68-Jährige könnte eigentlich schon in Rente sein. Doch noch macht ihm seine Arbeit Spaß. Sein Haupterwerb sind Schweißarbeiten an Hydraulikpumpen für die Firma HKS Dreh-Antriebe in Neukirch. Diese Pumpen werden unter anderem in Baggern und Schrottscheren eingesetzt und werden bis in die USA und nach Australien geliefert. Der gebürtige Wilthener, der heute in Singwitz lebt, lernte ab 1974 den Beruf des Schweißers und arbeitete bis nach der Wende beim Fortschritt-Werk in Singwitz. Danach machte er sich selbstständig und richtete seine Werkstatt zunächst in Ringenhain, später auf dem Fortschritt-Gelände in Singwitz ein. Seit 2022 nutzt er eine frühere Reifenwerkstatt in Diehmen.
Die Tulpenproduktion bezeichnet Bachi als sein Hobby. Wer sich für einen solchen Gartenschmuck interessiert, sollte sich im Internet unter „Tulpenschmiede“ umsehen.
Andreas Bachmann sagt: „Ich arbeite gern.“ Doch allmählich möchte er auch etwas kürzertreten. Sein Traum ist es, mit dem Wohnmobil durch Norwegen zu reisen.