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Kindern die Angst vorm Wasser nehmen

Kindern die Angst vorm Wasser nehmen

Zeugnisse eines langen und erfolgreichen Schwimmerlebens: Theo Schnappauf brachte nicht nur vielen Kindern das Schwimmen bei, sondern gewann selbst zahlreiche Titel. Foto: Beate Diederichs

Das nasse Element prägt Theo Schnappaufs Leben: Der 83-jährige Kamenzer hat unzählige Kilometer in allen Schwimmstilen in Becken und Freiwasser zurückgelegt, Meistertitel und Preise gewonnen – und als Schwimmlehrer und Übungsleiter gewirkt. „Ich habe rund 30.000 Kindern das Schwimmen beigebracht“, schätzt er. Sein Erfolgsgeheimnis: Die Mädchen und Jungen spielerisch und ohne Angst mit dem Wasser vertraut machen.

Kamenz.Theo Schnappauf liebt Wasser seit seiner Kindheit. „Als Junge bin ich in meiner Geburtsstadt Leipzig mit den Kumpels im Elster-Saale-Kanal von Brücke zu Brücke geschwommen“, erinnert er sich. Später trainierte er in verschiedenen Vereinen der Messestadt. Übers Schwimmen kam er zum Modernen Fünfkampf. Der besteht neben Schwimmen aus Reiten, Schießen, Fechten und Laufen und ist sehr trainingsintensiv. Für Theo Schnappauf, der damals, zu Beginn der 1960-er Jahre, eine Malerlehre absolvierte, war das irgendwann physisch nicht mehr zu schaffen. „Ich bestand nur noch aus Haut und Knochen.“ So konzentrierte er sich aufs Schwimmen. 

Nach einer Station im Vogtland folgte Theo Schnappauf der Empfehlung seines Schwagers, mit seiner Familie nach Kamenz zu ziehen und sich in der Schwimmausbildung zu engagieren. 
Er absolvierte ein Fernstudium zum Sportlehrer und vermittelte ab 1968 mehreren Generationen von Mädchen und Jungen aus Kamenz und Umgebung die Grundlagen des Schwimmsports – und die Freude daran, sich im Wasser zu bewegen. „Um die 30.000 werden es gewesen sein“, schätzt er. Daneben gründete er den Kamenzer Wasserrettungsdienst, dem er bis 1996 als Vorsitzender und Ausbilder diente. Seit über 65 Jahren ist Theo Schnappauf zudem als Übungsleiter tätig. Nach der Gründung des Ostsächsischen Schwimmvereins Kamenz (OSSV) e. V. wurde er auch als Kampfrichter aktiv. Bis 1996 leitete er das Schulschwimmzentrum Kamenz. Aufgrund seiner Verdienste um den Kamenzer Schwimmsport und die Schwimmausbildung trug er sich im November ins Goldene Buch der Stadt Kamenz ein. 

Auch mit über achtzig Jahren steigt Theo Schnappauf im Winter noch regelmäßig ins Becken und im Sommer in die Fluten des Teufelsbruchs bei Biehla, um seine Bahnen oder Runden zu ziehen. Am liebsten mochte er immer die Langstrecken ab 2000 Metern. 
Dass er bei einer Veranstaltung mal über 18 Kilometer am Stück geschwommen ist, liegt noch nicht so lange zurück. Er beherrscht alle Schwimmstile, Lagen genannt, bevorzugt jedoch das Kraulen. Im „Sportzimmer“ seines über zweihundert Jahre alten Hauses in Bernbruch hängen die Wände voller Medaillen. In Vitrinen stehen Pokale. 

Denn Theo Schnappauf hat in seinen jeweiligen Altersklassen zahlreiche Titel und Preise gewonnen, sowohl national als auch international. Einige Trophäen stammen auch vom Triathlon, für den er gemeinsam mit Mitstreitern in den späten 1980-ern eine Sektion innerhalb des Schwimmvereins aufbaute. Diese hat sich mittlerweile ausgegliedert.

Wenn er gebraucht wird, arbeitet Theo Schnappauf nach wie vor als Übungsleiter mit Kindern und Jugendlichen. Dabei greift er auf seine langjährigen Erfahrungen als Schwimmlehrer zurück. „Wenn man den Jungen und Mädchen beibringen will, sich sicher im Wasser zu bewegen, muss sich in sie hineinversetzen. Haben sie Angst vor dem nassen Element, sollte man ihnen diese spielerisch nehmen.“ Der Schwimmenthusiast bedauert es sehr, dass die Zahl der Nichtschwimmer in den letzten Jahrzehnten wieder steigt, auch weil großflächig Hallen geschlossen werden. „Schwimmen und generell die Bewegung im Wasser dienen doch auch der Gesundheitsprävention! Sollte die Allgemeinheit diese nicht fördern?“

Beate Diederichs / 14.01.2026

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