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Update: Kopfgeld auf Juwelendiebe ausgesetzt

Update: Kopfgeld auf Juwelendiebe ausgesetzt

Dresden. Noch immer fehlt den Ermittlern eine heiße Spur. Deshalb haben sie jetzt den Fahndungsdruck verschärft. Nach dem spektakulären Einbruch ins Grüne Gewölbe am Montagmorgen lobte die Dresdener Staatsanwaltschaft ein Kopfgeld in Höhe von 500.000 Euro aus. Die Belohnung soll für Hinweise gezahlt werden, die zur Aufklärung der Straftat und zur Ermittlung der Juwelendiebe führen. Die Ermittler gehen aktuell davon aus, dass vier bislang unbekannte Personen an dem Überfall auf Sachsens Schatzkammer beteiligt waren. Zwei von ihnen hatten, wie sich einem von der Polizei freigegebenen Videomitschnitt entnehmen lässt, im Schutze der Dunkelheit binnen weniger Minuten das Sicherheitsglas einer Vitrine mit Äxten zerstört und einen Teil der wertvollen Auslage entwendet. Als die vom Sicherheitspersonal informierte Polizei kurz nach 5.00 Uhr am Tatort eintraf, waren die Diebe bereits über alle Berge. Ihr erstes Fluchtfahrzeug ging den Angaben zufolge wenig später in der Nähe des Elbufers in einer Anwohnertiefgarage an der Kötzschenbroder Straße in Flammen auf. Seitdem fehlt bislang jede Spur von dem Quartett.

Mittlerweile befassen sich 40 Beamte einer Sonderkommission (SoKo) mit dem Fall. Die Leitung der weiteren Ermittlungen hat demnach die Abteilung Organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Dresden übernommen. Drei Staatsanwälte sind schwerpunktmäßig mit der Bearbeitung des Gesamtkomplexes betraut. Auf diese Weise sollen die umfangreichen aktuellen Ermittlungen weiter zügig vorangetrieben werden, teilte ein Sprecher der Anklagebehörde mit. Unterdessen gestaltet sich die Tatortarbeit sehr aufwendig, auch aufgrund der Tatsache, dass die Einbrecher einen Pulverlöscher am Tatort entleerten, um Spuren zu verwischen, wie vonseiten der Ermittler zu erfahren war.

„Mit der Auslobung von einer halben Million Euro für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, die am Montag in das Grüne Gewölbe in Dresden einbrachen, unternehmen die Ermittlungsbehörden einen weiteren wichtigen Schritt, den Bürgerinnen und Bürgern im Freistaat und allen interessierten Besucherinnen und Besuchern des Grünen Gewölbes die gestohlenen Stücke des Staatsschatzes zurückzubringen und die Täter zu fassen“, stimmten Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar und der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus Rövekamp überein. Außerdem bekräftigten sie noch einmal: „Wir werden nichts unversucht lassen, um diesen Fall zu lösen.“

Dieser erscheint in der Rückschau durchaus kurios. So stellt sich unter anderem die Frage, ob die Täter tatsächlich unbemerkt und in Windeseile durch ein mit einem Eisengitter gesicherten Fenster aus Spezialglas ins Grüne Gewölbe einsteigen und über den selben Weg wieder entkommen konnten. Dieses befindet sich, wie im Internet kursierende Fotos vom Tatort zeigen, in Mannshöhe. Selbst Handwerker, die das Metallgitter inzwischen austauschten, benötigten für die Ausführung der Reparaturarbeiten ein Podest. Außerdem ist für viele nach wie vor unklar, weshalb das Juwelenzimmer nicht hell erleuchtet wurde, obwohl das offenbar technisch möglich war. Weshalb beim Einbruch kein lautstarker Alarm ertönte, erklärt sich ihnen ebenfalls nicht. 

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Mit Stand Mittwoch waren bei der Sonderkommission insgesamt 205 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Diese sollen ausgewertet und priorisiert abgearbeitet werden. Im Rahmen der laufenden Ermittlungen werten die Kriminalisten aktuell auch Aufnahmen verschiedenerer Überwachungskameras aus. 

Unabhängig davon hat die Polizei folgende Fragen: Wer hat Wahrnehmungen im Zusammenhang mit der Straftat gemacht? Wer hat verdächtige Personen am Tatort gesehen? Wer kann Hinweise zum Verbleib der gestohlenen Gegenstände geben? Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen.

Rückblick: Der Einbruch wurde den Angaben zufolge 4.56 Uhr festgestellt. Nur zwei Minuten später hatten die Juwelendiebe laut der Videoaufzeichnung auf die Vitrine im Juwelenzimmer mit Äxten eingeschlagen. Einer der Täter zeigte seinem Kompagnon nach Betreten des Raumes per Handbewegung das Objekt der Begierde. Erst 4.59 Uhr hatte der Sicherheitsdienst die Polizei über den Einbruch in Kenntnis gesetzt. Diese war, so hieß es während einer Pressekonferenz am Montag, 5.04 Uhr mit einem ersten Streifenwagen vor Ort. Da aber sollen die Täter bereits schon nicht mehr vor Ort anzutreffen gewesen sein. Nur wenige Augenblicke danach wurde in besagter Tiefgarage auf der anderen Elbseite, etwa vier Kilometer vom Tatort entfernt, Brandalarm ausgelöst.

Redaktion / 28.11.2019

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Kommentare zum Artikel "Update: Kopfgeld auf Juwelendiebe ausgesetzt"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Erhard Jakob schrieb am

    Große Erfolge trotz 500.000 Euro sind offenbar bei der Aufklärung des *Juwelen-Raubes* noch nicht zu verzeichnen!

  2. Erhard Jakob schrieb am

    In Hinblick auf den Juwelen-Raub in Dresden bin ich auch der Meinung: Hier ist was faul im Staate Sachsen!

    Vor allem kann ich mir nicht vorstellen, dass die Diebe den Außen - Zaun überwinden konnten. Ohne, dass ein Bewegungsmelder angesprungen und sofort die Stelle voll Alarm-Ausgeleuchet wurde! Auch die Durchtrennung der Eisen-Gitter ohne das Alarm ausgelöst wurde, kommt mir sehr spanisch vor!

    Wenn die örtliche Stromversorgung getrennt wird, muss doch in der gleichen Sekunde die Notversorgung einspringen. Bei der heutigen Technik muss das doch preiswert zu bewerkstelligen sein. Zumindest ist das wesentlich billiger, wie teures PanzerglasGlashersteller schieben, ist doch ein Armutszeugnis!

    Das gilt auch für die Aussage: Blos gut, dass die Lichter nicht angegangen sind. Sonst hätten die Diebe noch mehr gemaust! Bei dieser Aussage, kann man nur mit den Kopf schütteln!

    Im Normalfall durften die Täter nicht bis an die Vitrinen heran kommen!

    Die Auslobung der hohen Prämie finde ich gut! Allerdings kann ich mir das nicht so einfach vorstellen. Wenn das raus kommt, wer die Täter verpfiffen hat, lebt der Verpfeiffer sehr gefährlich. Und wenn es sich um ein Mittäter handelt, greift möglicherweise nicht die Prämie sondern das StGB.

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