Lebenslanges Lernen ermöglichen

Ilona Dießner und Thomas Stahn stehen vor dem Gebäude, das das Schulungszentrum QualiZ beherbergen wird. Noch sind im Inneren die Handwerker zugange. Am 27. November ist die Einweihung geplant. Foto: Carmen Schumann
Bautzen. Ilona Dießner und Thomas Stahn, geschäftsführende Vorstände des BBZ Bautzen fiebern dem 27. November entgegen. An diesem Tag soll das Weiterbildungs- und Netzwerkzentrum QualiZ in Anwesenheit von Ministerpräsident Michael Kretschmer und Entwicklungsministerin Regina Kraushaar feierlich eröffnet werden. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im September oder Oktober beendet sein. Bereits jetzt sieht das Gebäude, das älteren Bautzener noch als Beimler-Schule bekannt sein dürfte, von außen wie aus dem Ei gepellt aus. Das schneeweiß gestrichene Haus erhielt zwei neue Eingangsbereiche mit viel Glas und in blaugrünen Farbtönen gehalten. Doch nicht nur äußerlich hat sich viel getan. Im Inneren blieb gleichsam kein Stein auf dem anderen. Das Gebäude wurde total entkernt und die Grundrisse der neu entstehenden Räumlichkeiten ganz auf die Bedürfnisse des neues Ausbildungszentrums zugeschnitten. Die Dachkonstruktion blieb erhalten und wurde sichtbar gemacht. Durch den Einbau eines Fahrstuhls wurde Barrierefreiheit geschaffen. Die Anwesenheit von Baumaschinen und Baumaterial zeugt davon, dass im Inneren jetzt verschiedene Gewerke zugange sind: Fliesenleger, Maler und Elektiker sorgen für die nötige Infrastruktur. Auf dem Außengelände werden noch Parkplätze eingerichtet und Sitzgelegenheiten geschaffen.
„Mit der Fertigstellung des Baus geht unsere Arbeit erst richtig los“, sagt Thomas Stahn. Denn die Angebote des QualiZ richten sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen. Für die Weiterqualifizirung ihre Mitarbeiter besitzen sie oft nicht die nötigen Ressourcen. In Zeiten, wo sich die Technik rasend schnell weiterentwickelt, ist lebenslanges Lernen unumgänglich. Ältere Fachkräfte müssen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) weitergebildet werden. Auch die Anforderungen im Arbeitsschutz steigen, diesbezügliches Wissen muss aufgefrischt werden.
Für die unterschiedlichen Anforderungen ist es wichtig, dass die Räume flexibel nutzbar sind. So entstehen Seminar- und Veranstaltungsräume, Lernräume und Kleinstkonferenzräume. Für die praktische Unterrichtung sind flexible Werkstatträume sowie Labore und Experimentierräume vorgesehen. Für Letztere wird eine Zusammenarbeit mit den Hochschulen der Region angestrebt.
„Unser Ziel ist es, etwas für die Oberlausitz zu tun“, sagt Ilona Dießner. Die Abwanderung müsse gestoppt und Zuzug in die Region forciert werden. Das BBZ leiste schon viel in der Berufsorientierung für Jugendliche. Zu den Berufsorientierungstagen werden Schüler ins Haus eingeladen, wo man sich viel Zeit für Gespräche und die Beantwortung von Fragen nimmt. Leider würden vor allem Gymnasien diese Angebote zu wenig nutzen. Mit der Gemeinschaftsschule, die sich auf dem Gelände des BBZ befindet, klappt die Berufsorientierung schon ganz wunderbar.
Für den Umbau des alten Schulgebäudes sind 9,388 Millionen Euro veranschlagt. Davon kommen 7,604 Millionen aus dem Braunkohle-Fond und 844 Tausend EURO vom Freistaat Sachsen 10 Prozent müssen aus Eigenmitteln aufgebracht werden.