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Orgel in Niedercunnersdorf in neuem Glanz

Orgel in Niedercunnersdorf in neuem Glanz

Nach 18-monatiger Restaurierung erklingt die Jehmlich-Orgel der Niedercunnersdorfer Kirche wieder klangvoll und ihrer Baukunst würdig. Foto:Gethin Webster

Niedercunnersdorf. Die Orgel in der Niedercunnersdorfer Kirche präsentiert sich in neuem Glanz. Das herausragende Ergebnis des Orgelbaus des 19. Jahrhunderts war sehr in die Jahre gekommen. Bei dem zwischen 1871 und 1873 von der Königlichen Orgelbaufirma Jehmlich in Dresden von Carl Eduard Jehmlich gebautem Instrument hatte der ehrwürdige Klang versagt. Schimmel, Holzwürmer, Trocknungsrisse und Metallverformungen hatten dem Instrument sehr zugesetzt. Daraufhin beschloss die Kirchgemeinde in Absprache mit dem Orgelsachverständigen der sächsischen Landeskirche, das bedeutende Instrument grundlegend zu restaurieren. Letztmalig hatten sich im Jahr 1968 Fachleute dem Instrument gewidmet. In einem Zeitraum von 18 Monaten hat die Orgelbaufirma Ekkehart Groß aus Kubschütz nun den Auftrag ausgeführt. Die Arbeit war sehr umfassend, mehr als 1.000 Pfeifen zwischen 15 Zentimetern und drei Metern mussten dafür ausgebaut und wieder zusammengefügt werden.

Die Niedercunnersdorfer Orgel ist nicht nur für die Besucher der Gottesdienste interessant. Handwerker, Ingenieure, Wissenschaftler sowie Kunst- und Kulturgeschichtler finden in dem kleinen Dorf ein musikalisches Zeitzeugnis von damals königlichem Rang, das heute als bedeutsames Denkmal gilt und sich direkt an die Orgelbaukunst Gottfried Silbermanns anschließt. Nicht nur technisch ist die Orgel nun wieder erstklassig, auch optisch wurde sie aufgearbeitet: Ihr Holzgehäuse und das aufwendige Blattgold erstrahlen frisch und in neuer Farbe. „Die Restaurierung ist dem sehr hohen Anspruch der damaligen Orgelbaukunst in jeder Hinsicht gerecht geworden. Die Qualität der Orgel, die im Laufe der Jahre verborgen war, kann nun wieder auf vielfältige Weise erlebt werden“, zieht Orgelsachverständiger Amadeus Egermann sein Fazit. „Wir sind über das Ergebnis hocherfreut. Die Orgel wird mit der Klarheit erklingen, die sie in ihrer besten Verfassung hervorbringen kann“, ergänzen die örtlichen Pfarrer Kersten Benzing und Andrew Allen. Und auch Gemeindepädagogin Manuela Stöcker freut sich, mit den Kindern der Gemeinde in die Erlebniswelt der Orgel eintauchen zu können.

Am Sonntag, 28. Juni, um 10.00 Uhr, wird die Orgel im Rahmen des Gottesdienstes, zu dem alle willkommen sind, zum ersten Mal nach der Restaurierung erklingen. Für Kantor Gethin Webster ist das ein ganz besonderer Moment. Im Sommer 2027 findet die offizielle Einweihung im vollendeten Jehmlich-klang mit verschiedenen Konzerten statt. Die Kirchgemeinde bedankt sich bei allen Unterstützern, Förderern und auch noch einmal bei den Besuchern der Benefizkonzerte. 

Redaktion / 27.06.2026

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