Parfümerie Thiemann in Planinsolvenz

Die Filialen (unter anderem auf der Reichenstraße in Bautzen) sollen weiter geöffnet bleiben.
Bautzen. Die Parfümerie Thiemann mit Hauptsitz in Bautzen will sich im Rahmen eines Planinsolvenzverfahrens wirtschaftlich neu aufstellen. Dies teilte die Familie auf mehreren Kanälen, unter anderem auf der Firmen-Website, mit. Zur Begründung erklärt die Familie Thiemann:
„Noch vor der Coronapandemie befand sich unser Unternehmen auf einem stabilen Weg. Wir waren kurz davor, nahezu schuldenfrei in die Zukunft zu gehen. Dann kam Corona. Unsere Filialen mussten zeitweise schließen oder konnten nur eingeschränkt arbeiten. Gleichzeitig liefen viele Kosten weiter.
Statt ausreichender Unterstützung mussten wir einen erheblichen Kredit aufnehmen, dessen Belastung bis heute nachwirkt. Hinzu kamen langfristige Mietverträge, insbesondere in Einkaufscentern, deren wirtschaftliche Realität sich nach der Pandemie stark verändert hat. Alle Standorte haben die früheren Kundenströme nicht wieder erreicht. Leerstände, sinkende Frequenzen und steigende Kosten haben dazu geführt, dass manche Strukturen wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind.“ Die Planinsolvenz sei „kein Aufgeben oder Scheitern. Sie ist ein Sanierungsinstrument, mit dem wir die Parfümerie Thiemann geordnet neu aufstellen wollen. Unser Ziel ist es, die gesunden und starken Teile unseres Unternehmens zu sichern und weiterzuentwickeln.“ Die Filialen (unter anderem im Kornmarkt-Center und auf der Reichenstraße in Bautzen) sollen weiter geöffnet bleiben, Beratung und Verkauf laufen weiter. „Konkrete Entscheidungen zu einzelnen Standorten werden sorgfältig geprüft und erst kommuniziert, wenn sie belastbar feststehen“, heißt es in der Erklärung.
In einem umfangreichen FAQ beantwortet die Familie die Frage „Ist die Parfümerie Thiemann pleite?“ wie folgt: „Der Begriff ’pleite’ trifft unsere Situation nicht richtig. Wir befinden uns in einem Sanierungsverfahren.
Das bedeutet: Wir stellen uns der wirtschaftlichen Lage offen, geordnet und mit einem klaren Ziel. Wir wollen nicht einfach aufhören. Wir wollen neu ordnen, was nicht mehr tragfähig ist, und stärken, was Zukunft hat.“