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Saal im Vereinshaus 
Drehsa wird fit gemacht

Saal im Vereinshaus 
Drehsa wird fit gemacht

Uwe Gallasch, René Biedermann, Annekatrin Domina und Vereinschef Vincenz Neumann (v.l.n.r.) können demnächst im Drehsaer Vereinsheim mit der Sanierung des Saales loslegen. Foto: RK

Weißenberg. Der Kampf war lang und beschwerlich, doch er hat für den Heimatverein Drehsa-Wurschen am Ende einen glücklichen Ausgang genommen. Seit Kurzem liegt dem Vorsitzenden Vincenz Neumann die Förderzusage vor. Mit der Sanierung des Saales im Vereinshaus an der Dorfstraße im Ortsteil Drehsa kann nunmehr begonnen werden. „Wir holen uns derzeit erste Angebote ein und hoffen, dass die gesamte Maßnahme mit den uns zur Verfügung stehenden Geldern zu stemmen ist“, sagt er. Perspektivisch gesehen soll in dem Gebäude, das zu DDR-Zeiten das Gemeindeamt und davor einen Gasthof beherbergte, ein zweiter Fluchtweg mit Fluchttreppe und Fluchttüren verwirklicht werden. Zudem wollen die 42 Vereinsmitglieder dem Saal einen neuen Anstrich und Parkettboden verpassen. Darüber hinaus ist der Einbau einer zeitgemäßen Heizungsanlage anvisiert. Auch die Elektrik bedarf einer Verjüngungskur. Schon 2017 hatte die Kreissparkasse dafür einen fünfstelligen Betrag bereitgestellt. Damaligen Unternehmensangaben zufolge resultiert diese Summe aus Stiftungsmitteln und Zuwendungen aus dem PS-Lotterie-Spartopf.

„Wenn wir in unseren Räumlichkeiten aktiv werden, machen wir es richtig“, weiß Ver-einsvizechef René Biedermann. Der 46-Jährige vermag noch immer nicht ganz nachzuvollziehen, weshalb das Landratsamt fast ein Jahr benötigt hat, um endlich grünes Licht für die so sehr ersehnte Finanzspritze zu erteilen. „Von der Antragstellung bis hin zur Bewilligung war es ein steiniger und weiter Weg“, erinnert sich der Stadtrat. „Die Behörde in Kamenz führte kleckerweise mehrere Punkte auf, die wir zu erfüllen hatten. Damit ging unnötig Zeit ins Land. Viel besser wäre es gewesen, die Bearbeiterin, die uns zudem aus Krankheitsgründen längere Zeit als Ansprechpartnerin nicht zur Verfügung stand, hätte den Antrag zunächst komplett geprüft und uns dann eine Liste mit den entsprechenden Anforderungen zukommen lassen.“

Was noch im Frühjahr 2017 in den Reihen des Heimatvereins niemand auf dem Schirm hatte: Ein Bauantrag musste her. Dieser war, wie sich herausstellen sollte, entscheidend dafür, dass der Landkreis überhaupt die benötigte Förderung in Höhe von rund 180.000 Euro aus dem sogenannten Leader-Topf zur Verfügung stellt. Der Sprecher der Kreisverwaltung, Gernot Schweitzer, erläutert die allgemeine Verfahrensweise wie folgt: „Grundsätzlich ist der Antragsteller mit Eingang des Antrages im Sachgebiet ILE in der Lage, mit dem Vorhaben zu beginnen. Ohne Baugenehmigung kann jedoch zumindest die Bauausführung nicht getätigt werden. Daher ist der Ausgang des Bewilligungsverfahrens bis zur Vorlage der Baugenehmigung völlig offen.“ „Das schreckt bestimmt andere Vereine ab, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen“, mutmaßt indes Uwe Gallasch in Hinblick auf die Arbeit der Baubehörde. Auch er sitzt im Vereinsvorstand. „Warum auch immer mussten wir sogar einen Be-stuhlungs- und einen Businessplan einreichen sowie ein zu erwartendes Einkommen vorweisen.“

Nachdem nun jedoch alles unter Dach und Fach ist, haben die Mitglieder des Heimatvereins bis zum 30. September 2020 die Möglichkeit, das Kernstück ihres Domizils nach eigenen Wünschen herzurichten. „Die Stadt Weißenberg ist zwar Eigentümer des Gebäudes“, erklärt Vincenz Neumann in dem Zusammenhang. „Allerdings gibt es eine Vereinbarung, wonach wir uns um die Bewirtschaftung und Ausgestaltung der Räumlichkeiten in Eigenregie kümmern. Dadurch entlasten wir das Stadtsäckel ein ganzes Stück. Wir denken schon, die Verwaltung weiß das zu schätzen.“

Schon in der Vergangenheit haben der 59-Jährige und all die anderen kräftig angepackt, damit den Dorfbewohnern ein Stück Ortshistorie erhalten bleibt.

So gab es unter anderem 2013 und 2015 umfangreichere Renovierungsmaßnahmen, bei denen unter anderem Teile der Fassade und Räume in der obereren Etage erneuert wurden. Auch das Dach hat sich der Verein vor noch nicht allzu langer Zeit vorgenommen. Außerdem sorgte ein privater Geldgeber für einen Komplettsatz neuer Fenster im Saal. Vincenz Neumann: „Bei den zahlreichen Maßnahmen konnten wir stets auf die Unterstützung der Menschen hier und die der Handwerksunternehmen aus der Region bauen. Dafür möchten wir uns heute einmal ganz herzlich bedanken. Wir hoffen sehr, dass sie uns auch bei der Umsetzung unseres jüngsten Vorhabens tatkräftig unter die Arme greifen.“

Der Saal dient bei verschiedensten Anlässen als Veranstaltungsstätte. Er bildet das Herzstück des kulturellen Zentrums in Drehsa sowie der Ortsteile Wurschen, Nechern und Belgern.

Beispielsweise werden dort am ersten Novemberwochenende je nach Wetterlage wieder bis zu 3.000 Besucher erwartet, wenn das alljährliche Kartoffelfest über die Bühne geht. Noch einmal René Biedermann: „Bis dahin wollen wir unbedingt mit den ersten Arbeiten bereits begonnen haben.“

Roland Kaiser / 19.07.2018

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