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Schwierige Zeiten 
für den BFV 08

Schwierige Zeiten 
für den BFV 08

Eineinhalb Jahre nach dem Aufstieg in die Regionalliga ist die Euphorie bei den Anhängern des Bischofswerdaer FV 08 verflogen. Foto: Archiv

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Präsident Jürgen Neumann (re.) wird von Teilen der Fanszene massiv angegangen und wehrt sich dagegen. Foto: Archiv

Eineinhalb Jahre nach dem Aufstieg in die Regionalliga ist die Euphorie verflogen. Entscheidungen des Präsidiums sorgen für Unmut bei den Fans.

Bischofswerda. Diese Nachricht hatte vor wenigen Tagen wie eine Bombe bei den Fans und Freunden des Bischofswerdaer FV 08 eingeschlagen: Auf der Homepage des Vereins informierte Präsident Jürgen Neumann vor wenigen Tagen darüber, dass Oliver Merkel, Oliver Birnbaum und Tommy Klotke ab sofort vom Trainings- und Wettkampfbetrieb freigestellt werden. Bei allen dreien handelte es sich um unbestrittene Leistungsträger, bei Oliver Merkel sogar um den Kapitän der Regionalliga-Mannschaft. Neumann begründete den Schritt mit der „neuen Zielstellung des Vereins, eine schlagkräftige wettbewerbsfähige Oberligamannschaft zu formen.“ Deshalb wolle man an die Stelle der „Ausgemusterten“ junge Perspektivspieler wie den 19-jährigen Belgier Scoupreman Gilles setzen, der die Mannschaft bereits ins Trainingslager begleitet. Zumindest die Personalie Tommy Klotke ist in mehr als nur sportlicher Hinsicht interessant, fungiert er doch auch als Marketingverantwortlicher des BFV 08 und betreut die vielfältigen Projekte des Vereins auf den Gebieten der Jugend- und Sozialarbeit. „Daran ändert sich nichts“, versichert Tommy Klotke auf Anfrage des Oberlausitzer Kurier. „Dies bleibt von meiner Freistellung vollkommen unberührt. Ich habe einen Arbeitsvertrag beim BFV, den ich erfüllen werde und bin professionell genug, beides voneinander zu trennen.“ Und auch Präsident Jürgen Neumann bestätigt gegenüber unserer Zeitung: „Das Anstellungsverhältnis von Herrn Klotke ist davon nicht betroffen.“

So weit, so gut. Hinsichtlich der sportlichen Dimension der Personalentscheidung brennt allerdings bei den 2289 Abonnenten der BFV08-Facebookseite die Luft. Der Tenor: Wie könne man bereits jetzt, nach der Hälfte der Saison, für die nächsttiefere Spielklasse planen? „Ihr gebt uns zu verstehen, dass ihr nicht die Absicht habt die Klasse zu halten und das war wohl auch nie das Ziel“, schreibt ein User. Von fehlender Glaubwürdigkeit ist die Rede, davon, dass „der Fisch am Kopf anfängt zu stinken“, Rücktrittsforderungen gegenüber Jürgen Neumann werden geäußert.

Der derart Gescholtene kontert mit einer einfachen Rechnung: „53 zahlende Zuschauer und 400 Euro Einnahmen, dagegen stehen 500 Euro Verbandsabgabe, 500 Euro Sicherheit, 400 Euro VIP-Buffett (ist Verbandsauflage), 200 Euro Krankenwagen, 300 Euro Stadionmiete und 1800 Euro Punktprämie. ... das ist Regionalligafußball in Bischofswerda, beim Sieg gegen Auerbach war es noch schlimmer, da die Siegprämie 5000 Euro betragen hat. Die Heimspiele machen alle Verluste, auch das Pokalspiel gegen Leipzig hat 5000 Euro Verlust gemacht.“ Und er fragt: „Sollen wir für 53 Fans wie Nordhausen an die Wand fahren, oder wie beim BFC 18 Euro für einen Stehplatz verlangen?“ Wacker Nordhausen, in den letzten Jahren eine der stärksten Mannschaften in der Regionalliga, hat sich offenbar finanziell übernommen und daher im Dezember 2019 Insolvenz angemeldet. Jürgen Neumann verteidigt das Vorgehen der Vereinsspitze: „Deshalb haben wir wegen des Punktestands und eventuell vier Absteigern zunächst Realismus an den Tag gelegt. Wir wollten aber auch den Druck von der Mannschaft nehmen, deshalb die neue Zielstellung.“ 

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Uwe Menschner / 26.01.2020

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