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Setz dich zu mir! heißt es auf dem Nicolaifriedhof

Setz dich zu mir! heißt es auf dem Nicolaifriedhof

Marlen Rehor lädt Friedhofsbesucher ein, auf der Plauderbank Platz zu nehmen. Foto: Carmen Schumann

Auf dem Bautzener Nicolaifriedhof gibt es seit kurzem die sogenannte „Plauderbank“. Sie ist ein Angebot der Telefonseelsorge Oberlausitz.

Bautzen. Der Bautzener Nicolaifriedhof ist ein romantischer Ort. Er gehört zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten der Spreestadt. Touristen suchen ihn gerne auf. Doch er ist auch ein Ort, an dem Angehörige ihre Verstorbenen betrauern. Wenn der liebste Mensch gestorben ist, tritt oft Einsamkeit in das Leben des Hinterbliebenen. Man kann zwar auch Zwiesprache am Grab des Verstorbenen halten, doch schöner ist es, wenn man seine Gefühle mit jemandem teilen kann. 

Die „Plauderbank“, die am 27. März aufgestellt und durch den katholischen Dompfarrer Veit Scapan gesegnet wurde, ist ein Angebot der Telefonseelsorge Oberlausitz. Marlen Rehor, die beim Diakonischen Werk Bautzen für die Telefonseelsorge zuständig ist, freut sich, dass es gelungen ist, das Projekt umzusetzen. Möglich wurde dies durch ein Förderprogramm des Vereins „Andere Zeiten e.V.“ zum Kirchenjahr. Der Förderantrag bezog sich auf zwei Bänke. Eine Bank wurde bereits im vergangenen Jahr auf dem städtischen Friedhof Görlitz aufgestellt. Dort betreut der Hospizdienst die Bank und bietet sogar „Sprechstunden“ an. In Bautzen fehlen hierfür die Ehrenamtlichen, die dies gewährleisten könnten. Doch Marlen Rehor ist zuversichtlich, dass die Bautzener Bank genauso gut angenommen wird, wie die in Görlitz. Denn mithilfe dieses niedrigschwelligen Angebots können Menschen ganz unkompliziert miteinander ins Gespräch kommen. „Setz dich zu mir!“ – diese Aufforderung kann man gerne annehmen.

Marlen Rehor hat festgestellt, dass das Thema Einsamkeit in der Telefonseelsorge eine große Rolle spielt. Es gebe leider immer mehr Menschen, die sich selbst in der Gemeinschaft einsam fühlen. Die Gespräche im Rahmen der Telefonseelsorge finden gleichsam im Verborgenen statt. Die Helfer und auch die Ratsuchenden bleiben anonym. „Wir wollten das Thema in die Öffentlichkeit tragen“, sagt Marlen Rehor. Die rustikale Bank aus Eichenholz fällt auf und wirkt sehr einladend.
Die Telefonseelsorge Oberlausitz feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass findet am 21. Juni um 14.00 Uhr im Petridom ein ökumenischer Gottesdienst statt. Anschließend berichtet der nach einem Unfall bei „Wetten dass...?“ querschnittsgelähmte Samuel Koch von seinen Erfahrungen. Die beiden Veranstaltungen werden gemeinsam mit dem Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst organisiert.

Carmen Schumann / 07.05.2026

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