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Über die Goten – die Väter der Völkerwanderung

Über die Goten – die Väter der Völkerwanderung

Ausstellungsplakat in der Görlitzer ulica Daszynskiego Foto: Till Scholtz-Knobloch

Görlitz. Im Görlitzer Lausitzmuseum (Muzeum Luzyckie) in der ul. Daszynskiego 12 an der Neiße kann man Relikte des geheimnisvollen Volkes der Goten sehen, die u.a. von Friedhöfen aus dem Umfeld des „Atlantis des Nordens“, Truso, stammen, aus dem sich später das heutige Elbing (Elblag) entwickelte.

Die Goten waren ein germanisches Volk, das im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung aus Skandinavien in das Gebiet der Weichselmündung kam und hier den letzten, wichtigsten Teil des Bernsteinweges kontrollierte. Vor diesem Hintergrund gab es enge Handelsbeziehungen mit dem Mittelmeerraum und so natürlich vor allem zum Römischen Reich.

Noch heute definiert sich Schweden als eine Union aus Svealand (Schwedenland), Götaland (Gotenland) und dem gemeinsam eroberten Norrland (Nordland), wobei die Insel Gotland nur einen kleinen Teil Götalands ausmacht. So steht auch eine der drei Kronen im schwedischen Staatswappen für die Goten. Der Zug der Goten quer durch Europa verlieh der Völkerwanderung enormen Schub und hinterließ uns den Namen Katalonien (Gotalonien = Gotenland), während die Vandalen uns z.B. den Namen Andalusien (von Vandalusien) bescherten. Die ostgotische Sprache starb auf der Krim erst Mitte des 18. Jahrhunderts aus! Aus der gotischen Bibelübersetzung des Wulfia aus dem 4. Jahrhundert ist die Sprache mit ihrem „Atta unsar thu in himinam“ (Vater unser im Himmel) überliefert. Wulfilas Vorfahren waren in Kappadokien im Gebiet der heutigen Türkei lebende Christen, die im Jahre 257 von Goten verschleppt wurden.

Die Ausstellung wird in Polen, wo man germanische Spuren des Altertums lange unterdrückte, auch als Beleg dafür gedeutet, dass das heutige Polen geopolitisch nicht nur ein Rand der altertümlichen Welt war. Geöffnet ist die Ausstellung am Neißeufer Montag bis Freitag von 8.00 bis 16.00 Uhr, am Mittwoch von 10.00 bis 18.00 Uhr bei freiem Eintritt.

Till Scholtz-Knobloch / 09.09.2020

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