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„Unser Kita-Neubau ist zukunftsweisend“

„Unser Kita-Neubau ist zukunftsweisend“

Bautzens Baubürgermeisterin Juliane Naumann. Foto: Norman Paeth

Am Bautzener Schützenplatz entsteht derzeit eine neue Kindereinrichtung. Hier sollen einmal 36 Krippen-, 135 Kindergarten und 15 Hortplätze zur Verfügung stehen. Ursprünglich war angedacht, dass die Kita im Spätsommer ihre Türen öffnet. Doch daraus wird nun nichts. Dass zudem die Gesamtkosten inzwischen deutlich gestiegen sind, wurmt mit Blick auf eine ähnliche aber günstigere Baumaßnahme im Kamenzer Ortsteil Wiesa so manchen Spreestädter. Bautzens Baubürgermeisterin Juliane Naumann legt im Gespräch mit dem Oberlausitzer Kurier ihre Sicht der Dinge dar und erklärt, was zu der aktuellen Entwicklung führte.

Frau Naumann, was passiert momentan am Schützenplatz?

Juliane Naumann: Derzeit ist geplant, alle Arbeiten an der Außenhülle des Gebäudes, die ein Gerüst erfordern, bis Mitte Juni abzuschließen. Parallel dazu werden im Innenausbau Trockenbau-, Estrich-, und Putzarbeiten durchgeführt sowie die Installation der Haustechnik vorgenommen. Der Kita-Neubau ist zukunftsweisend. Somit ist und bleibt er eine bedeutende Baumaßnahme für die Stadt Bautzen. Wir schauen deshalb der Fertigstellung dieser wichtigen Einrichtung entgegen.

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Dass das Projekt nun deutlich teurer werden soll, hat sicherlich Gründe. Worin sind diese zu suchen?

Juliane Naumann: Grundlage unserer Kostenberechnung waren sowohl Erfahrungs- als auch Vergleichskennwerte anderer Bauvorhaben sowie statistische Kostenkennwerte des Baukosteninformationszentrums Deutscher Architektenkammern (BKI). Doch die Marktsituation hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Der Trend zur Kostensteigerung in der Bauwirtschaft ist erheblich. Das verdeutlichen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes. Während das BKI im Bundesdurchschnitt von einer Preissteigerung um 10,7 Prozent im Zeitraum Februar 2017 bis August 2019 ausgeht, stiegen im Osten Deutschlands die Preise allein 2018 zum Vorjahr um 6,9 Prozent. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend auch 2019 und 2020 weiter fortsetzen wird. Die derzeit absehbaren Kostensteigerungen für die Kita am Schützenplatz beruhen zum einen auf dieser Entwicklung. Zum anderen musste die Planung an den veränderten Betreuungsbedarf angepasst werden. Zusätzliche Kostensteigerungen sind aber auch im Rahmen der detaillierteren Ausführungsplanung, Auflagen aus der Baugenehmigung und Stellungnahmen verschiedener Ämter entstanden, die nachträgliche Anpassungen in der Planung und daraus resultierende Mehrkosten notwendig machten. Insgesamt werden rund sieben Millionen Euro für die Bau- und Planungskosten erwartet. Dies entspricht zum aktuellen Stand auch der im Stadtrat Dezember vorgestellten voraussichtlichen Kostensteigerung von rund 1,5 Millionen Euro gegenüber der Kostenberechnung von 2017.

Welche Gesamtsumme war ursprünglich für das Bauvorhaben vorgesehen?

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Juliane Naumann: Für die Bau- und Planungsleistungen sollten laut Baubeschluss vom Juni 2017 bis zur Fertigstellung 5,5 Millionen Euro ausgegeben werden.

Wie sollen die Mehraufwendungen finanziell geschultert werden und inwieweit werden dadurch möglicherweise Abstriche bei anderen Projekten gemacht, die im Etat 2020 fest eingeplant sind?

Juliane Naumann: Entsprechend dem Beschluss des Stadtrates vom Dezember 2019 erfolgte die Deckung aus der Liquiditätsreserve. Das heißt: Einsparungen bei im Haushalt bereits geplanten Projekten sind zur Finanzierung der Mehrkosten nicht vorgesehen. Anzumerken ist, dass das Projekt mit insgesamt rund 4,5 Mio. Euro aus unterschiedlichen Programmen gefördert wird.

Wo soll möglicherweise beim Bauprojekt selbst eingespart werden und welche konkreten Folgen hätte das?

Juliane Naumann: Einsparungen beim Projekt selbst sind zum jetzigen Zeitpunkt nur in geringem Umfang möglich, beispielsweise bei Decken- und Bodenbelägen und Oberflächenmaterialien. Dies soll aber nicht zu Lasten der Nutzbarkeit gehen.

Wer trägt die Verantwortung für die teurer gewordene Baumaßnahme und welche Konsequenzen werden möglicherweise daraus gezogen?

Juliane Naumann: Oberstes Ziel ist es, zunächst das Gebäude fertigzustellen. Welche Konsequenzen für die Zukunft daraus zu ziehen sind, wird die Stadt analysieren, wenn alle Kosten wirklich feststehen und die Maßnahme insgesamt ausgewertet werden kann.

Zum Abschluss gestatten Sie uns noch eine Frage: Wann ist die Fertigstellung und Einweihung des Gebäudekomplexes vorgesehen?

Juliane Naumann: Die Fertigstellung ist für das Ende des vierten Quartals 2020 vorgesehen. Die offizielle Übergabe und Eröffnung wird erst zu Beginn des neuen Jahres erfolgen.

Roland Kaiser / 07.06.2020

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