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Wird Stadthallenanbau sandmetallic oder rotorangefarben?

Wird Stadthallenanbau sandmetallic oder rotorangefarben?

...eher schrill rotorangefarben?⋌Animationen: ARGE 3 W+L GmbH

Görlitz. Aktuell wird die Görlitzer Stadthalle saniert und erhält dabei auch einen modernen Anbau. Für diesen hat die Stadt am 5. Februar zwei Farbtöpfe zur Auswahl gestellt. Bevor der Stadtrat entscheidet, erhalten Einwohner mit einer Umfrage die Chance Einfluss zu nehmen. Seit 5. Januar werden Flyer in die Briefkästen verteilt. Den Favoriten kann man nun ankreuzen und bei der Stadt einwerfen. Dabei ist aber auch eine Mehrfachabstimmung möglich, denn auch online lässt sich eine Stimme unter www.buergerbeteiligung.sachsen.de abgeben. OB Octavian Ursu betont hierzu, dass die Niedrigschwelligkeit schwerer wiegen sollte als die Vermeidung doppelter Stimmen. Beide Wege für das „Meinungsbild“ sind bis 18. Januar offen. Die Entscheidung trifft der Stadtrat Ende Januar und sollte sich einem klaren Meinungsbild aus der Einwohnerschaft sicher schwer entgegenstellen können. Mithin steht aber erst dann genau fest, ob das Meinungsbild wirklich „Mitbestimmung“ war oder eher PR-Gag. Thomas Leder, Vorsitzender des Fördervereins Stadthalle Görlitz e.V. findet das Vorgehen der Stadt gut, „denn damit ist die Stadthalle wieder in aller Munde und jeder macht sich zu ihr wieder einmal Gedanken.“ Die Ergebnisse der Online-Abstimmung und der Abstimmung per Flyer werden dem Stadtrat separat präsentiert. Zwei Infoveranstaltungen am 7. und 9. Januar wurden durch Presseinformation vom 5. Januar aber faktisch der Tagespresse exklusiv zugespielt, denn der Niederschlesische Kurier erscheint bekanntlich erst am Samstag und konnte damit nicht rechtzeitig einladen. Zur Frage „Sandmetallic oder Rotorange?“ begründete die Stadt: „Das beauftragte Architekturbüro, die ARGE 3 W+L GmbH, schlägt für den Anbau zwei Farbvarianten vor. Die Farbmischung Sandmetallic matt fügt sich bewusst in die vorhandene Farbgestaltung der Stadthalle ein und lässt Alt- und Neubau trotz unterschiedlicher architektonischer Stile stärker als ein einheitliches Bauwerk erscheinen. (...) Im Hinblick auf die Vermarktung betont die einheitliche Farbgestaltung die Zugehörigkeit des Anbaus zur Stadthalle (....) Die zweite Farbvariante, Rotorange changierend, schafft dagegen einen deutlichen Kontrast (...) und gibt die Farbgebung des (...) großen Saals (...) wieder. Der leichte Perleffekt wird später auch in den Oberflächen der Tapeten des großen Saales und in der Bespannung des kleinen Saales wiederkehren.“ Diese Variante wirke „lebendig und selbstbewusst“, schaffe so ein Alleinstellungsmerkmal.

Der Niederschlesische Kurier hatte in einer Anfrage an die Stadt die aufgerechneten Kosten für Flyer-Druck, grafische Vorbereitung und die Verteilung in die Briefkästen erbeten. Hierzu betonte Annegret Oberndorfer, Büroleitung Kommunikation im Büro des Oberbürgermeisters unter Auslassung der angefragten Zahlen nur, dass die Beteiligung im Rahmen des im städtischen Haushaltes eingeplanten Bürgerbeteiligungsbudgets stattfände. „Grafische Leistungen erfolgen dabei hausintern und der Druck kostengünstig über eine Onlinedruckerei. Die Verteilung übernimmt ein langjähriger Partner. Zu Vertragsvereinbarungen mit Dritten können wir jedoch keine Auskunft geben.“ Dabei hätte der ’Dritte’ gar nicht genannt werden müssen.

Inhaltlich erklärte Oberndorfer noch einmal, dass es sich nicht um eine repräsentative Erhebung handele.

tsk / 09.01.2026

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