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Wissensforum wird deutlich abgespeckt

Wissensforum wird deutlich abgespeckt

Auch das Sorbische Museum soll im neuen Sorbischen Wissensforum am Lauengraben ein neues Domizil finden. Foto: Archiv

Um die festgelegte Kostenobergrenze einzuhalten, musste in erheblichem Umfang umgeplant werden. Der Gesamtcharakter des Vorhabens soll aber erhalten bleiben.

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So soll sich das Sorbische Wissensforum laut dem von einer Jury ermittelten Siegerentwurf in sein Umfeld einfügen. Foto: Stiftung für das Sorbische Volk/Bogevischs Buero

Bautzen. Das auf dem so genannten „Lauenareal“ geplante Sorbische Wissensforum muss deutlich abgespeckt werden, um die festgesetzte Kostenobergrenze von 50 Millionen Euro einzuhalten. Dies geht aus der Antwort der sächsischen Ministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar, auf eine entsprechende Anfrage der Landtagsabgeordneten Franziska Schubert (Bündnis 90/Die Grünen) hervor. Demnach habe eine „qualifizierte Kostenschätzung“ im September 2024 Baukosten in Höhe von mehr als 63 Millionen Euro ergeben, wenn das Projekt wie (damals) vorgesehen verwirklicht wird. Um die Kosten an den vorgegebenen Rahmen anzupassen, soll nun auf umfangreiche Leistungen verzichtet werden. Dazu zählen im Einzelnen: die Reduzierung der Oberflächenqualität von Fußböden und der rückseitigen Fassade; der Verzicht auf die Einbeziehung der Liegenschaft Äußere Lauenstraße 7 in das Bauvorhaben; der Entfall der ursprünglich geplanten Tiefgarage (stattdessen sollen die erforderlichen Stellplätze im benachbarten Parkhaus nachgewiesen werden); die geringfügige Verkleinerung der Flächen ohne Einschränkung der Funktionalität sowie eine Reduzierung der Anforderungen an die Klimatisierung. Die Staatsministerin sieht Kostenrisiken in Höhe von 2,4 Millionen Euro durch die Steigerung der Baukosten im Laufe des Vergabezeitraums sowie aus terminlichen Verzögerungen der weiteren Planungs- und Bauphasen. „Bei Überschreitung des Kostenrahmens von 50 Millionen Euro ist die Finanzierung von Ausstattung und konzeptionellen Leistungen aus Finanzmitteln außerhalb der bewilligten Förderung, gegebenenfalls aus Haushaltsmitteln der Stiftung für das sorbische Volk, geplant“, so Regina Kraushaar. Zudem werde der Verkauf des jetzigen Domizils des Sorbischen Instituts und die Verwendung des Erlöses für das Bauvorhaben „Sorbisches Wissensforum“ geprüft.

Der Beginn der Bauarbeiten ist noch für den Sommer 2026 geplant. Dazu betont Regina Kraushaar: „Derzeit liegen keine Anhaltspunkte vor, die eine Verzögerung oder nicht fristgerechte Umsetzung des Gesamtvorhabens begründen. Vielmehr sollen sowohl die beiden Teilprojekte als auch einzelne Bauabschnitte zeitlich parallel realisiert werden, um möglichen Preissteigerungen entgegenzuwirken und eingetretene Zeitverluste zu kompensieren.“ Das „Sorbische Wissensforum am Lauenareal“ (so die vollständige Bezeichnung) soll laut der Stiftung für das sorbische Volk das Sorbische Institut und das Sorbische Museum zusammenführen, ein Modellvorhaben für nachhaltiges Bauen darstellen und eine langjährige Brachfläche im Bautzener Stadtzentrum aufwerten. Im Juni 2023 wurde im Zuge eines Wettbewerbs der Entwurf des Architektenbüros bogevischs buero zur Realisierung ausgewählt. In der Zwischenzeit wurden laut der Staatsministerin vorbereitende Maßnahmen wie Ankäufe der notwendigen Flurstücke, Grenzfeststellungen, Baufeldfreimachungen, diverse Gutachten zum Zustand des Bestands, Abstimmungen zum Denkmalschutz und zur Archäologie sowie artenschutzfachliche Kontrollen durchgeführt.

Der Stiftungsrat der Stiftung für das Sorbische Volk äußerte sich nach seiner jüngsten Sitzung wie folgt: „Für das „Sorbische Wissensforum am Lauenareal“ dürfen jetzt die ersten Ausschreibungen vorbereitet werden. Sobald für den 1. Bauabschnitt („Hillersches Ensemble“) die Baugenehmigung vorliegt und die Ausschreibungsunterlagen zeigen, dass der Kostenrahmen eingehalten ist, darf der Direktor gemäß dem gefassten Beschluss die ersten Leistungen ausschreiben und beauftragen. So kann wahrscheinlich noch in diesem Jahr damit begonnen werden, den Dachstuhl und die maroden Holzbalkendecken zu entfernen und zu ersetzen. Für den 2. Bauabschnitt (Posthalterei, Neubau) wird derzeit der Bauantrag vorbereitet. Sobald die entspr. Teilgenehmigung vorliegt, kann der Abriss des Gebäudes Lauengraben 8 vorbereitet werden. In diesem Zuge darf auch die Baugrube ausgehoben werden, damit mit den archäologischen Untersuchungen begonnen werden kann.“

Uwe Menschner / 13.06.2026

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