Als Bürgerpolizistin Bindeglied zwischen Polizei und Gesellschaft

Als Bürgerpolizistin ist Ilka Zschornak nahe dran an dem, was die Menschen vor Ort bewegt. Manchmal wird sie auch vom Polizeidino „Poldi“ dabei unterstützt. Foto: Privat
Bürgerpolizistin Ilka Zschornak ist nahe an dem, was die Menschen bewegt. „Ich möchte, dass man mich kennt und als Kontaktperson auf Seiten der Polizei wahrnimmt“, sagt die 43-jährige. Neben den Senioren liegen der dreifachen Mutter besonders Kinder und Jugendliche am Herzen.
Elstra / Haselbachtal. „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“, weiß der Volksmund. Ilka Zschornak erfährt in ihrer Sprechstunde, die sie einmal monatlich in der Stadtverwaltung Elstra anbietet, vieles dazu, worüber Nachbarn uneins sind. Oft geht es um Flurstücksgrenzen, um Wegerechte, um Lärm. Solchen Konflikten, bei denen die Fronten seit langem verhärtet sind, begegnet sie immer wieder. Aber zum Glück hat sie auch zahlreiche Aufgaben, die sie motivieren: Sie klärt in Schulen über Straftaten auf, betreut Schülerpraktika und berufsorientierende Veranstaltungen wie „Schau rein“ und den „Girls`Day“ oder vertritt die Polizei bei Berufsmessen wie im August letzten Jahres in der Schule Großnaundorf. Auch die Radfahrausbildung für Schülerinnen und Schüler lokaler Bildungseinrichtungen auf dem Verkehrsübungsplatz in Kamenz und Seniorenveranstaltungen zum Thema „Aufklärung von Straftaten“ fallen in Ilka Zschornaks Tätigkeitsbereich. Wenn das sächsische Polizeiorchester als besonderer Höhepunkt in jedem Jahr in der Region auftritt, lädt sie alle Schulen und Kitas dazu ein. Besichtigen Vorschul- oder Hortgruppen das Revier, führt sie, unterstützt von ihren Kolleginnen und Kollegen, die neugierigen Besucher durch alle interessanten Bereiche und berichtet über die Arbeit der Polizei. Als dreifacher Mutter liegen ihr Kinder und Jugendliche besonders am Herzen. „Die Kleineren freuen sich, wenn ich in meinem Streifenwagen ankomme und sie darin auch mal Platz nehmen dürfen.“ Dieser „positive Erstkontakt“ mit der Polizei bedeutet: Die jungen Menschen nehmen die Ordnungshüter als „Freund und Helfer“ wahr und nicht als jemanden, der vielleicht mal das Gesetz gegen sie durchsetzen muss.
Als Bürgerpolizistin ist Ilka Zschornak seit 2024 für die Gemeinden Elstra und Haselbachtal und mit ihren Kollegen Sylke Zschornack und Jan Schäfer für Kamenz verantwortlich. Hier leben auch viele Senioren. „Wie es ihnen geht, beschäftigt mich sehr“, sagt die gebürtige Oberlichtenauerin. Sie versucht, die älteren Menschen gezielt über Betrugsdelikte aufzuklären. Dazu gehören Anrufe, bei denen sich das Gegenüber als Verwandter oder Polizist ausgibt. Die Senioren seien über diese Unterstützung sehr dankbar. Grundsätzlich gehen die Bürgerpolizisten bei Bedarf auch auf Streife oder sichern Veranstaltungen ab. Sie kommen dabei mit allen Generationen ins Gespräch – was im Sinne Ilka Zschornaks ist: „Ich möchte, dass man mich kennt und als Kontaktperson auf Seiten der Polizei wahrnimmt.“
Zur Polizei wollte Ilka Zschornak schon immer – um anderen zu helfen, wie sie sagt. 2005 schloss sie ihre Ausbildung zur Polizeimeisterin ab. Nach Stationen bei der Bereitschaftspolizei in Dresden und der Kriminalpolizei in Görlitz und Bautzen kehrte sie in ihre Region zurück und war ab 2021 im Streifendienst Kamenz tätig. Als kommunikativer Mensch entschied sie sich dann bewusst, Bürgerpolizistin zu werden. „Dieses vielfältige Arbeitsfeld hält mich auch körperlich in Bewegung, was ich sehr schätze“, betont die Polizistin, die in der Freizeit gerne läuft oder aufs Rennrad steigt.