Baustart in anderthalb Jahren?

Das Kamenzer Hallenbad ist ein wenig in die Jahre gekommen – so wurde die Rutsche im Vordergrund schon vor einiger Zeit gesperrt. Mittelfristig soll hier ein modernes Kombibad entstehen, die alte Halle wird dann abgerissen.
Am 19. März beschloss der Zweckverband Lessingbad Kamenz: Die ersten konkreten Vorplanungen für den Bau des neuen Hallenbades können starten. Die alte Halle soll offen bleiben, bis der moderne Komplex fertig ist. „Es wird während des Übergangs keine Schließzeit geben. Denn wir wissen, dass vor allem die Vereine durchgängig trainieren müssen“, sagt Projektleiter Patrick Thomschke.
Kamenz. Beim Schwimmen gibt es wie bei zahlreichen anderen Sportarten Sprintstrecken und Langdistanzen. Der Prozess, an dessen Ende das neue Hallenbad mit Außenbereich und Außenbecken – ein Kombibad – stehen soll, ist eher mit einer Langdistanz vergleichbar, bei der die Athleten mehrere Kilometer im Wasser zurücklegen. Gerade wurde eine weitere Etappe geschafft: Am 19. März beschlossen die Vertreter des Zweckverbandes Lessingbad Kamenz: Die ersten Planungen können beginnen. Dabei entsteht ein Entwurf, auf dessen Basis man im August oder September einen fundierten Fördermittelantrag einreichen will. „Wir hoffen, dass zum Jahresende darüber entschieden wird, damit wir in etwa anderthalb Jahren mit dem Bau beginnen können“, sagt Projektleiter Patrick Thomschke. Bei den Fördermitteln geht es um eine beträchtliche Summe: Man will 31, 6 Millionen Euro aus dem sächsischen Programm zum Kohleausstieg beantragen. Davon muss der Zweckverband als Antragsteller zehn Prozent Eigenanteil beisteuern.
Der Verband gründete sich 2024, um das Projekt eines neuen Hallenbades mit Außenbecken und Außenbereich zu realisieren. Außerdem betreibt er das jetzige Bad. Als Mitglieder gehören ihm zu gleichen Teilen die Stadt Kamenz und der Landkreis Bautzen an. Den Vorsitz hat der Kamenzer Oberbürgermeister Michael Preuß inne.
„Mit solchen Einrichtungen wie dem Kombibad machen wir die Stadt attraktiv und bieten auch den Vereinen gute Bedingungen, die dort trainieren. Als Mittelzentrum müssen wir zudem Freizeitstätten dieser Art für unser Umfeld bieten“, begründet Preuß die Baumaßnahme.
Das alte Hallenbad von 1974 soll nutzbar bleiben, bis das neue fertig ist. „Da vor allem die Vereine durchgängig trainieren müssen, wird es während des Übergangs keine Schließzeit geben“, so Patrick Thomschke. Er begründet auch, warum man sich nicht dafür entschied, statt des kostspieligen Neubaus das vorhandene Hallenbad zu modernisieren: „2019 untersuchte man, welche dieser beiden Varianten wirtschaftlicher sei. Doch die statischen Verhältnisse in der alten Halle sind nicht mehr gut. Zudem wurde sie einst für den Armeesport ausgelegt und entspricht nicht den Anforderungen, die man heute an eine moderne Sportstätte stellt“, erläutert Thomschke. Es war also günstiger, einen neuen Komplex zu errichten. Die große Rutsche am alten Bad ist bereits seit zwei Jahren gesperrt. Auch hier lohnte eine Sanierung langfristig nicht mehr.
Der Bau unterm rollenden Rad oder eher unterm fließenden Wasser soll so ablaufen: Auf dem jetzigen Parkplatz hinter dem alten Bad wird man die neue Halle konstruieren. Das 25-Meter-Becken darin wird fünf wettkampftaugliche Bahnen bieten.
Ein kleineres Lehrschwimmbecken, ein Baby-Planschbecken, Rutsche und Saunabereich ergänzen das Paket. Daneben, parallel zur Friedensstraße, entsteht der Freibad- und Außenbereich: Ein Becken mit vier 25-Meter-Bahnen, ein Sprungbecken, ein Spaßbecken mit Wellen-Breitrutsche und Wasserspielen. Dazu Fitness-Bereich, Liegewiese, Ballsportanlagen, Gastronomie und eine separate Umkleide. Den Eingangstrakt werden sich beide Bäder teilen. Wenn alles wie geplant läuft, ist die neue Halle 2030 fertig. Dann wird die alte abgerissen. Sie weicht einem Parkplatz.
Der Zweckverband hat die nötigen Gelder natürlich bereits vor einiger Zeit kalkuliert. Bei der momentanen angespannten politischen Lage ist es wahrscheinlich, dass der Bau des Kombibades teurer wird. „Wir sind uns dessen bewusst und werden dafür im Verband nach Lösungen suchen“, kommentiert Patrick Thomschke.