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„Bei jeder Führung lernt man dazu“

„Bei jeder Führung  lernt man dazu“

Impression von der Königsbrücker Heide in voller Blüte. Mit dieser Aufnahme beteiligte sich Jirka Hoffmann am Fotowettbewerb des „Dresdner Heidebogen“ im Jahr 2024. Foto: Beate Diederichs

Der „Dresdner Heidebogen“ e. V. wird gemeinsam mit Partnern rund zwanzig Frauen und Männer zu „Zertifizierten Natur- und Landschaftsführern“ ausbilden. „Sie lernen, was sie über Flora und Fauna der Region wissen müssen und wie sie dies den Teilnehmern ihrer Führungen vermitteln“, sagt Susanne Dannenberg. Sie leitet das Regionalmanagement für das Gebiet in Königsbrück.

Königsbrück. „Entdecke, wo du lebst.“ Unter diesem Motto möchte der Mitteldeutsche Rundfunk mit Reportagen den Menschen im Einzugsbereich nahebringen, wie vielfältig Landschaft und Geschichte Mitteldeutschlands sind. Ein ähnliches Ziel hat sich der „Dresdner Heidebogen“ e. V. gestellt: Er wird „Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer“ ausbilden. Diese sollen erkunden, wie Flora und Fauna der Region beschaffen sind, und dieses Wissen später an die Teilnehmer ihrer Führungen weitergeben. Sie werden zwar nicht in ganz Mitteldeutschland unterwegs sein, aber sich ein Gebiet erschließen, das groß und abwechslungsreich genug ist: den Dresdner Heidebogen, der nördlich der Landeshauptstadt von Kamenz bis Priestewitz reicht, und das Elbe-Röder-Dreieck, das daran anschließt. Beide zusammen gehen bis zu brandenburgischen Grenze. Diese Gebiete sind sogenannte LEADER-Regionen. LEADER steht für „liaison entre actions de développement de l´économie rurale“.

Dieses EU-Programm möchte also die Entwicklung der ländlichen Räume fördern und entsprechende Projekte vernetzen. Der Verein „Dresdner Heidebogen“ e. V. fungiert als Träger dieser Regionalförderung: Die Region legt fest, welche Themenbereiche man fördern möchte, und entscheidet mit, welche Projekte mit EU- und Landesmitteln unterstützt werden sollen. Susanne Dannenberg leitet das Regionalmanagement des Gebietes Dresdner Heidebogen in Königsbrück. „Wir fördern auch Umwelt- und Naturbildung, damit die Menschen ihre Region besser kennen lernen“, sagt sie. Hier fügt sich der Kurs zum „Zertifizierten Natur- und Landschaftsführer“ ein. Dabei kooperieren die beiden Regionen mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, kurz LANU, die schon länger solche Schulungen anbietet, und der Verwaltung der Naturschutzgebiete im Heidebogen und im Elbe-Röder-Dreieck. 

Die Informationsveranstaltung zum Kurs Mitte Januar sei sehr gut besucht gewesen, berichtet Susanne Dannenberg. Rund die Hälfte der Interessenten schrieb sich danach für die Schulung ein. Später kamen noch einzelne Anmeldungen dazu. Damit sind alle zwanzig Plätze belegt. Man überlegt aber, eine Warteliste insbesondere für Interessenten mit spannendem Profil anzulegen. Die Teilnehmer kommen aus den beiden Regionen und den angrenzenden Gebieten. Von Jugendlichen bis zu rüstigen Rentnern ist alles dabei. „Einige möchten den Kurs als Qualifikation innerhalb ihres Berufs nutzen. So hat sich zum Beispiel eine Kindergärtnerin eingeschrieben, die danach wahrscheinlich vor allem Kindergruppen führen wird“, erläutert Susanne Dannenberg. Die Teilnehmer werden dafür geschult, mit unterschiedlichen Zielgruppen angemessen umzugehen und auch heikle Situationen zu meistern. Bei der ersten Praxisexkursion sollen sie zunächst eine Führung als Zuhörer erleben und dabei auch Fragen stellen. „Diejenigen, die die Führungen gestalten, lernen durch die Gespräche mit den Teilnehmern auch selbst immer noch dazu“, betont Susanne Dannenberg. 

Der Kurs wird zwischen Ende März und Anfang Juli jeweils viermal an einem Donnerstag, Freitag und Samstag stattfinden. Fachdozenten aus ganz Sachsen vermitteln die Theorie im Seminarraum des „Heidebogen“ in Königsbrück und die Praxis bei Exkursionen in die Königsbrücker Heide und die Gohrischheide. Am Ende müssen die Teilnehmer eine schriftliche Prüfung bestehen, eine Hausarbeit mit einer eigenen Führungskonzeption schreiben und einen Auszug daraus als praktische Prüfung präsentieren. Die Prüfungsgebühr zahlen sie. Der Rest der Kosten wird über Fördergelder und Vereinsmittel abgedeckt. Wer bestanden hat, soll sein Zertifikat beim Heidefest in Königsbrück am 30. August überreicht bekommen. 

Die Absolventen können dann freiberuflich Führungen im Zielgebiet anbieten, sich auch auf bestimmte Tiere, Pflanzen oder Landschaftsformen spezialisieren. Der Kontakt zwischen Teilnehmern und Kooperationspartnern wird bleiben: Denn wer das Zertifikat langfristig nutzen will, muss seine Kenntnisse einmal im Jahr auffrischen. „Daher planen wir, jährlich zwei Treffen für Schulung und Erfahrungsaustausch anzubieten“, kündigt Susanne Dannenberg an.

Beate Diederichs / 02.03.2026

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