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Droht diesem Feuchtgebiet Gefahr?

Droht diesem Feuchtgebiet Gefahr?

Feuchtgebiet am Fuße des stillgelegten Wasserwerkes Preuschwitz: Anwohner befürchten, dass dieses Areal in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, sollte Bombardier sein Betriebsgelände über ein alternatives Gleis ans Schienennetz andocken lassen.

Bautzen. Seit den 90er Jahren sorgt ein Thema immer wieder für Gesprächsstoff in den Bautzener Amtsstuben: die Entwicklung eines Gewerbe- und Industriegebietes zwischen Wilthener und Neusalzaer Straße. Inzwischen kann die Stadtverwaltung auf dem Weg dorthin offenbar erste Ergebnisse vorweisen. Darüber sollen die Stadträte am Montag, 26. Oktober, während einer internen Veranstaltung in Kenntnis gesetzt werden, wie Oberbürgermeister Alexander Ahrens auf Anfrage mitteilte.

„Leider hatte sich aufgrund der Corona-Pandemie die Zeitschiene verändert, weshalb sich die Gesprächstermine in der Staatskanzlei und dem Ministerium für Regionalentwicklung in Dresden verzögert haben und erst im Oktober stattfinden.“ Aufgrund schwieriger Eigentümerverhältnisse hätten die Entwicklung und der Ankauf gewisse Zeit in Anspruch genommen. Gleichzeitig plane der Schienenfahrzeughersteller Bombardier seit Längerem eine bessere Anbindung des Werksgeländes ans Schienennetz, da die Verhältnisse in der Fabrikstraße sowohl für die Fahrzeuge als auch für die Anlieger nicht optimal seien. „Um diese Planungen zusammenzubringen und im Strukturwandel ein zukunftsweisendes Projekt zu initiieren, sind wir derzeit im Gespräch – sowohl mit Bombardier als auch der Staatskanzlei und dem Ministerium für Regionalentwicklung“, führte das Stadtoberhaupt weiter aus. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte, dass es im Laufe des Monats eine Zusammenkunft geben soll. Einen konkreten Zeitpunkt dafür nannte sie jedoch nicht. Gleichzeitig gab sie zu bedenken, dass sich das Ganze noch in einer „frühen Phase“ befinde.

Indes treiben allem voran die Vorstellungen des Bombardier-Konzerns Sorgenfalten auf die Stirn von so manch Grundstücksbesitzer. Befürchtungen gehen dahin, dass für die alternative Schienenanbindung Flächen zwischen dem Betriebsgelände und dem stillgelegten Wasserwerk Preuschwitz in Anspruch genommen werden könnten. Gleichzeitig warnen sie vor einer möglichen Trockenlegung eines dort befindlichen Feuchtgebietes. In Zeiten des Klimawandels würde sich das negativ auf den Wasserhaushalt der vorbeifließenden Spree ausüben. Für die gilt laut einer Landratsamtssprecherin seit Ende Juni 2019 ein Verbot, Wasser mittels Pumpen aus dem Fluss zu entnehmen. Bombardier ließ dazu bislang eine Anfrage des Oberlausitzer Kuriers unbeantwortet.

Negative Auswirkungen auf die Umwelt sind dagegen für die CDU-Stadträte im Moment nicht erkennbar. Sie begrüßten das geplante Vorhaben der Stadt. „Wir sind überzeugt, dass sich das lange vorbereitete Gewerbegebiet Süd hervorragend entwickeln wird“, meinte Fraktionschef Rolf-Alexander Scholze. „Für Bautzen ergibt sich hier eine große Chance. Gewerbetreibende können langfristig an den Standort gebunden werden. Arbeitsplätze werden geschaffen oder bleiben erhalten. Es gibt bereits jetzt umfangreiche, wenn auch unterschiedliche Interessen. Die geografische Lage schätzen wir als sehr gut ein.“

Roland Kaiser / 11.10.2020

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