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Ein Berg mit einer besonderen Energie

Ein Berg mit einer besonderen Energie

Am 12. April startete die diesjährige Saison auf dem Keulenberg, der größten Erhebung zwischen Dresden und Schweden. Zahlreiche Gäste aus nah und fern waren angereist. Und sogar das Wetter spielte mit – es fielen nur wenige Regentropfen.

Am 12. April hieß es auf dem Keulenberg „Wir schließen auf!“ Damit erwecken die „Heimatfreunde Keulenberg“ e. V. traditionell die größte Erhebung zwischen Dresden und Schweden aus dem Winterschlaf. Für die Gäste aus nah und fern ist der Saisonstart stets ein großes Wiedertreffen. Nur beim Wetter weiß man nie, was einen erwartet. „In dieser Hinsicht ist der Keulenberg unberechenbar“, sagt der Vereinsvorsitzende Thomas Berke.

Region. Wettervorhersage und Wetter-App: Ohne die geht es für die vierzehn Mitglieder der „Heimatfreunde Keulenberg“ e. V. nicht. „Denn bezüglich der Witterungsbedingungen ist der Berg unberechenbar“, so die Erfahrung des Vorsitzenden Thomas Berke. Das gilt nicht nur für den April, in man dem traditionell unter dem Motto „Wir schließen auf!“ in die Saison startet. Der Saisonabschluss Ende Oktober 2025 begann bei zehn Grad und ruhigem Himmel. Am frühen Nachmittag rüttelte der Sturm an den Pavillons und die Temperatur fiel auf fünf Grad. Für Sonntag, den 12. April, war ebenfalls Regen angekündigt gewesen. Doch es fielen nur ein paar Tropfen. So zogen die Besucher ab 11 Uhr in Scharen auf den 413 Meter hohen Berg: zu Fuß, mit dem Rad, dem Motorrad, dem Auto oder gar hoch zu Ross. Regelmäßig brachte zudem der vereinseigene Shuttlebus Gäste nach oben und wieder hinunter nach Oberlichtenau. „Unseren Beobachtungen nach kommen rund 90 Prozent aus den umliegenden Ortschaften. Aber auch aus Kamenz, Dresden, Leipzig und sogar aus Rostock sind welche angereist“, berichtet Thomas Berke. Den genauen Bedarf an Speisen und Getränken zu kalkulieren, müssen die Vereinsmitglieder quasi jedes Jahr neu lernen. Heute sind eine Stunde vor Veranstaltungsende, um 15 Uhr, fast alle Bratwürste aufgegessen. Vom Kuchen, den die Viertklässler der Grundschule Oberlichtenau gebacken haben, blieben nur noch Krümel übrig. Wein und Sekt sind nahezu aus. Die Menschen stehen in Gruppen zusammen, sitzen in den Unterständen, klettern auf den Turm oder lauschen der Live-Musik der „Companions“, eines Ablegers der „Weggefährten“. Viele haben Kinder oder Hunde dabei. Kurz: Ein sehr gut besuchter Saisonstart auf dem „Keulenberg.“ Mit dem Berg erwachen dabei gewissermaßen die Besucher aus dem Winterschlaf. Viele treffen sich dann zum ersten Mal nach der kalten Jahreszeit wieder. 

Die „Heimatfreunde Keulenberg“ gründeten sich 2018. Sie pflegen das Areal auf dem Gipfel und versuchen, den Berg auch über die Region hinaus attraktiv zu machen. „Wir mögen ihn einfach gern und tun etwas dafür, ihn zu erhalten“, fasst Thomas Berke zusammen. Dazu haben sie mit der Stadt Pulsnitz einen Nutzungsvertrag abgeschlossen. Die Mitglieder mähen den Rasen, harken Laub, beräumen heruntergefallene Äste, halten mit kleinen Reparaturen die Gebäude instand und organisieren Veranstaltungen: in diesem Jahr beispielsweise noch Himmelfahrt am 14. Mai und das Keulenberger Kraftradtreffen am 6. September. Oft packen auch ihre Familien mit an. Das Herz des Areals ist die „Goldene Wurzel“. Die Imbisshütte öffnet seit 2017 von April bis Oktober sonntags von 11 bis 16 Uhr und nach Bedarf. Die Hütte selbst ist allerdings schon ein wenig in die Jahre gekommen. „Eigentlich wollten wir sie durch einen Neubau ersetzen. Aber aufgrund der derzeitigen Baustoffpreise liegt dieser Plan auf Eis“, erzählt Berke. Auch ein Wiederaufbau der „Keulenberg-Baude“ neben dem Turm sei „utopisch“. 

Doch auch ohne diese Bauten hat der Keulenberg für Thomas Berke und seine Mitstreiter etwas Magisches: „Von ihm geht eine besondere Energie aus, die schwer zu beschreiben ist.“ Wenn man am frühen Morgen oder am Abend auf den Gipfel steige und übers Land blicke, spüre man, wie man zur Ruhe komme. Zumindest bei stabiler Witterung. Und dass das Wetter ab und an mit einem Schauer überrascht, gehört zur Magie einfach dazu.

Foto: Martin Hocher

Beate Diederichs / 21.04.2026

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