Ein Buch über Zittauer Karosseriebauer

Christian Suhr aus Reichenbach im Vogtland hat ein Buch über den Zittauer Karosseriebauer „Winter“ herausgebracht. Bildquelle: Christian Suhr
Zittau. Christian Suhr aus Reichenbach im Vogtland hat ein umfassendes Buch über die Geschichte des Zittauer Karosseriebauers „Winter“ herausgebracht. Mit 240 Seiten und circa 1.000 Fotos. Der Autor war vor circa 20 Jahren über den letzten Firmenchef an den „Nachlass“ des einst traditionsreichen Unternehmens herangekommen und hat dann lange recherchiert.
In dem Klappentext dazu heißt es: „Selbst in Fachkreisen ist die Karosserie- und Wagen-Fabrik Gustav Winter aus Zittau längst dem Vergessen anheimgefallen, obgleich die kleine Firma einst zu den feinsten Adressen Sachsens gehörte, wenn es um Automobilkarosserien ging. Und sie gehörte mit ihrem Gründungsjahr 1864 zu den ältesten. Alle namhaften Marken von Adler über Bugatti, Horch, Maybach, Mercedes-Benz bis hin zu Wanderer wurden hier mit Luxus-Karosserien versehen. Vergessen war bislang auch, dass Winter in den frühen Jahren von Audi zu dessen wichtigsten Aufbauherstellern gehörte und dabei vor allem die hochwertigsten lieferte. Ihrem handwerklichen Charakter treu geblieben, wandelte sich vor dem Zweiten Weltkrieg das Portfolio hin zu aufwendigen und vor allem speziellen Nutzfahrzeugaufbauten für die Zittauer Phänomen-Werke. Nach Kriegsende dominierte zunächst der Omnibusbau auf gebrauchten Fahrgestellen, bis dann Phänomen und später Robur zum Hauptauftraggeber für spezielle und arbeitsintensive Aufbauten wurde. Dementsprechend firmierte man nach der Verstaatlichung 1972 auch als VEB Spezial-Karosseriewerk Zittau, bis 1983 die Eingliederung in den Robur-Werken vollzogen wurde. Nach der Wende reprivatisiert, war das Werk bis 2003 wieder im traditionellen Karosseriebau unterwegs, zuletzt erneut im Luxuswagen-Segment. Erstmals gelingt es, mit diesem Buch die Geschichte einer versunkenen Größe des deutschen Karosseriebaus nachzuzeichnen, was ohne das überlieferte und bislang unveröffentlichte Bildarchiv der Firma Winter nicht möglich gewesen wäre.“ Der Zittauer Karosseriebauer „Winter“ sei dann im Jahr 2003 insolvent gewesen, betont er.
Das 58 Euro teuere Buch mit einer Auflage von 1.500 Exemplaren gibt es auf der Internetseite von Christian Suhr unter www.sammelsuhrium.de. Um dies nun auch den Zittauern näherzubringen, wird der Autor zur Historik Mobil am Samstag, 8. August, und am Sonntag, 9. August, jeweils ab 9.00 bis 18.00 Uhr, an der Haltestelle Jonsdorf mit seinem Buchstand vertreten sein.
Christian Suhr, von Beruf Bauingenieur, hat sich seit 1998 mit zahlreichen Buchveröffentlichungen über die Nutzfahrzeuggeschichte eine Namen in dieser Branche gemacht.