Größtes Pflegeheim des Landkreises schrumpft

Die OLPK hat sich entschieden, die Einrichtung künftig an den personellen Möglichkeiten auszurichten, die dauerhaft realistisch verfügbar sind. Foto: Oberlausitz-Kliniken
Bischofswerda. Die Oberlausitz Pflegeheim & Kurzzeitpflege gGmbH (OLPK) stellt ihr Pflegeheim „Am Belmsdorfer Berg“ in Bischofswerda strukturell neu auf. Hintergrund sind die anhaltenden Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt für Pflegefachkräfte sowie die sich zunehmend verschärfenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der stationären Pflege. „Ziel der Neuausrichtung ist es, den Standort langfristig zu sichern und die qualitativ hochwertige Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner dauerhaft zu gewährleisten“, teilt die OLPK mit.
Die größte Herausforderung stationärer Pflegeeinrichtungen sei heute der Mangel an qualifizierten Pflegefachkräften. Auch die OLPK spüre diese Entwicklung seit geraumer Zeit deutlich. „Trotz intensiver Bemühungen ist es in den vergangenen Monaten nicht gelungen, frei gewordene Stellen für examinierte Pflegefachkräfte dauerhaft nachzubesetzen. Um die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner dennoch sicherzustellen, wurde zeitweise verstärkt auf Arbeitnehmerüberlassung zurückgegriffen. Dieses Modell ist jedoch auf Dauer weder personell noch wirtschaftlich tragfähig“, so Unternehmenssprecher Robert Reuther.
Ausrichtung an den personellen Möglichkeiten
Weiter teilt er mit: „Die OLPK hat sich deshalb entschieden, die Einrichtung künftig an den personellen Möglichkeiten auszurichten, die dauerhaft realistisch verfügbar sind. Gleichzeitig wird durch eine Reduzierung der Pflegeplätze von 370 auf 257 die Versorgungsqualität verbessert. Dafür entwickelt die Einrichtung ihr Wohnkonzept weiter: Die Doppelzimmer werden sukzessive in Einzelzimmer umgewandelt und tragen damit sowohl der rückläufigen Nachfrage nach Doppelzimmern als auch dem zunehmenden Wunsch nach mehr Privatsphäre und höherer Wohnqualität Rechnung.“
Von der Neuausrichtung sei die pflegerische Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner ausdrücklich nicht betroffen: „Die Anpassungen finden überwiegend in unterstützenden Bereichen außerhalb der direkten Pflege statt.“
„Unser Ziel ist es, das Pflegeheim dauerhaft so aufzustellen, dass es auch in Zukunft verlässlich, qualitativ hochwertig und wirtschaftlich tragfähig betrieben werden kann“, so Jörg Scharfenberg, Konzerngeschäftsführer der Oberlausitz-Kliniken.
Anpassungen beim Personal
Die Neuausrichtung macht auch personelle Anpassungen erforderlich. Für die betroffenen Mitarbeitenden wurden bereits verschiedene Unterstützungsangebote vorbereitet. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit werden Informationsveranstaltungen zu Qualifizierungs- und Vermittlungsmöglichkeiten angeboten. Unter anderem wird über die Möglichkeit gesprochen, sich zur Pflegefachassistenz weiterzubilden. Darüber hinaus prüft die OLPK, soweit möglich und von den Mitarbeitenden gewünscht, Einsatz- und Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb der Unternehmen der Oberlausitz-Kliniken-Unternehmensgruppe.Für Mitarbeitende der Jahrgänge 1961 bis 1964 wurden individuelle Beratungsgespräche mit der Deutschen Rentenversicherung angeboten, um mögliche Übergänge in den Ruhestand zu prüfen. Nach Terminvereinbarung besteht außerdem die Möglichkeit, psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.