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Im Walkmühlenbad in Pulsnitz läuft es gut

Im Walkmühlenbad in Pulsnitz läuft es gut

Ein schöner Sommertag im Walkmühlenbad Pulsnitz. Bisher läuft die Saison gut. Damit das Naturbad attraktiv bleibt, muss in nächster Zeit der fünfte und letzte Sanierungsschritt gegangen werden. Foto: Michael Eckardt

Nach der Hälfte der Saison gibt es im Pulsnitzer Walkmühlenbad ein positives Fazit: „Der Verlauf ist mit nur zwei Schließtagen überaus zufriedenstellend“, teilen die Stadtverwaltung Pulsnitz und die Wasserversorgung Bischofswerda mit. In den kommenden Jahren soll das Bad fertig saniert werden – und man braucht einen neuen Schwimm-Meister.

Pulsniz. Ein Vormittag in den Sommerferien. Gruppen von Kindern und Jugendlichen schlendern über den schattigen Weg zur Kasse des Walkmühlenbades in Pulsnitz. Auch ältere Badegäste lösen Tickets. Das Bad füllt sich langsam. Überfüllt ist es allerdings fast nie: verfügt es doch über eine große Wasserfläche von rund 11.000 Quadratmetern und großzügige Liegewiesen und Sportanlagen. Auch ein Turm ist da, von dem man aus einem Meter, drei Metern oder fünf Metern ins kühle Nass springen kann. Viele Gäste lieben besonders den alten Baumbestand. Sie genießen den Tag und denken in diesen Momenten wahrscheinlich weniger darüber nach, dass das Bad eine interessante Geschichte hat: Bereits 1672 wurde hier eine „Walkmühle“ gebaut. Das ist eine Maschine, die Gewebe verarbeitete, verdichtete und veredelte, bis aus ihnen hochwertige Stoffe wurden. Seit 1867 kann man in dem Gewässer, das ein Abzweig des Hahneflüsschens mit Wasser versorgt, schwimmen und baden. Zu DDR-Zeiten gestaltete man das Naturbad neu. „Seit 1962 besteht es nun in seiner jetzigen Form“, sagt Michael Eckardt. Der Sachbearbeiter für Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadtverwaltung in Pulsnitz beschäftigt sich regelmäßig mit der Ortsgeschichte.

Eigentümer des Walkmühlenbades ist die Stadt Pulsnitz. Den Betrieb des Bades regelt ein Dienstleistervertrag mit der Wasserversorgung Bischofswerda GmbH. „Seit der Saison 2026 informiert ein Hinweis auf der Homepage der Stadt, ob das Bad geschlossen oder offen ist. Zudem sind dort die jeweils aktuelle Luft- und Wassertemperatur zu lesen“, so Eckardt. In der vergangenen Saison kamen rund 14.500 Gäste. Nach der Hälfte dieser Saison ziehen Eigentümer und Betreiber ein positives Fazit: „Durch die sommerliche Wetterlage kann momentan von einem überaus zufriedenstellenden Verlauf mit nur zwei Schließtagen gesprochen werden.“ Unter optimalen Bedingungen fänden im Walkmühlenbad 3.000 Badegäste Platz. Die höchste Besucherzahl bisher in diesem Jahr habe bei rund 1.400 gelegen, berichtet Michael Eckardt. Bei einem Bad mit einer so langen Historie ist es klar, dass ab und an etwas repariert oder neu gebaut werden muss. Der Sanierungsprozess des Walkmühlenbades läuft bereits einige Jahre. Unter anderem hat man schon die Schrägmauern ersetzt.

Nun steht der fünfte und letzte Bauabschnitt an. Geplant ist, nach Saisonabschluss 2027 die Drainage der vorderen Liegewiese zu erneuern, den Steg abzureißen und einen neuen zu bauen, den Zulauf neu zu gestalten, den Strandbereich für Kinder geeigneter zu machen und die Heizung im Funktionsgebäude zu modernisieren. Wie nötig die Maßnahme ist, kann man beispielhaft an der Drainage sehen: Regnet es lange und ausgiebig, staut sich das Wasser auf der Liegewiese. Nach der Neugestaltung soll das Regenwasser dann nicht mehr ins Becken abfließen, sondern in den Bach. So entstehen auch weniger Algen im Badewasser, hofft man. Der letzte Sanierungsschritt soll über 330.000 Euro kosten. Die erforderlichen Fördermittelanträge sind gestellt. „Falls sie negativ beschieden werden, sollen die Erlöse aus dem Verkauf von Baugrundstücken am alten Sportplatz in Oberlichtenau zur Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen genutzt werden“, erläutert Michael Eckardt. Im Fusionsvertrag von Oberlichtenau und Pulsnitz aus dem Jahr 2008 gibt es eine Klausel, die diesen Schritt erlaubt. Auch die Personalfrage wird sich in der kommenden Zeit stellen, geht doch einer der Schwimm-Meister 2027 in den Ruhestand und muss ersetzt werden. Diese Tätigkeit beschränkt sich nicht auf das Überwachen des Badebetriebs, sondern ist sehr vielfältig: Oft kümmern sich die Schwimm-Meister auch um kleine Reparaturen und darum, dass das Bad sauber gehalten wird. 

Beate Diederichs / 09.08.2026

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