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In Etappen: Gemeinde bekommt Supermarktleerstand in den Griff

In Etappen: Gemeinde bekommt Supermarktleerstand in den Griff

In einem einstigen Supermarktgebäude an der Neudorfer Straße befindet sich aktuell ein Zustellstützpunkt für den Umschlag von Paketsendungen. Foto: RK

Königswartha. Im Ringen um die Wiederbelebung von leerstehenden Supermarktimmobilien hat sich nun auch für das letzte von einst vier Gebäuden ein Mieter finden lassen. Wie Bürgermeister Swen Nowotny im Gespräch mit dem Oberlausitzer Kurier mitteilte, wird die Posttochter DHL ein bis dato ungenutztes Anwesen entlang der Neudorfer Straße für ihre Zwecke in Anspruch nehmen. Dort war bis zu seinem Umzug an die B 96 im Jahr 2019 ein Diska-Markt zu finden.

„Bereits im Vorfeld haben wir versucht, das Unternehmen für diesen Standort zu begeistern“, erinnert sich das Gemeindeoberhaupt. Dazu hatte sich Swen Nowotny Unterstützung aus der Kreisstadt geholt, um mit deren Hilfe einen Fuß in die Tür zu bekommen. „Zunächst sah man dort keine Veranlassung, auf unseren Vorschlag einzugehen.“ Mit Beginn der Corona-Pandemie und dem dadurch aufkommenden Versandhandelboom sollte sich das jedoch recht schnell ändern. Offenbar führte die Entwicklung zu einem Umdenken in den Konzernstuben. „Wir erwarten für die Advents- und Weihnachtszeit fast eine Verdoppelung des Paketsendungsaufkommens“, begründet DHL-Sprecher Mattias Persson die Entscheidung, das Domizil zu nutzen. „Für diesen Zeitraum werden fünf zusätzlich eingestellte Saisonarbeiter unseren rund 20 Zustellkräften unter die Arme greifen.“

„Inzwischen ist es so, dass die Eigentümerin des Gebäudes einen Übergangsvertrag mit dem Postunternehmen geschlossen hat“, sagt Swen Nowotny. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass dieses seine Aktivitäten nunmehr am Standort an der Neudorfer Straße konzentriert. Dort würden sich ihm ganz andere räumliche Möglichkeiten bieten, ist aus dem Rathaus zu erfahren. Vor dem Haus lassen sich bis zu 30 Zustellfahrzeuge postieren. Bislang sei in Königswartha etwa ein Drittel stationiert gewesen. „Der bisherige Zustellstützpunkt wird auch weiterhin als solcher genutzt, nur konzentriert sich dort die Bearbeitung der Briefsendungen“, erklärt wiederum Mattias Persson auf Anfrage unserer Zeitung. „Wie lange wir allerdings auf die Vorzüge des ehemaligen Supermarktes zurückgreifen, hängt vor allem von der Entwicklung der Sendungsmengen ab.“

Der Bürgermeister hingegen spricht davon, dass die Eigentümerin des Objektes gute Chancen für eine dauerhafte Vermietung sieht. Gleichzeitig schätzt er ein, dass es im Vergleich zu früheren Nutzungen des Anwesens keine größeren Belastungen für das Wohnumfeld gäbe. „Das hätte sich vielleicht etwas anders verhalten, wenn dort ein Getränkemarkt eingezogen wäre. In dem Fall wäre zu befürchten gewesen, dass sich an Ort und Stelle ein bestimmtes Milieu versammelt.“ Doch soweit kam es erst gar nicht, da auch die Hausbesitzerin eine solche Möglichkeit von vorneherein für sich ausgeschlossen habe. Selbst der Gemeinderat zeige sich mit der jetzt erreichten Lösung zufrieden, meint unterm Strich Swen Nowotny.

Die Suche nach Nachmietern war durch den Neubau eines Netto-Discountermarktes auf einem Grundstück an der Gutsstraße ausgelöst worden. Nach der Fertigstellung hatte die Kette ihren bisherigen Standort an der B 96 aufgegeben. In den nunmehr verwaisten Markt zog die Edeka-Tochter Diska ein. Diese wiederum räumte dafür das Gebäude an der Neudorfer Straße, zahlte aber bis zum Sommer 2021 noch Miete für das ehemalige Domizil. Unabhängig davon wurde in den zurückliegenden Jahren an der Hermsdorfer Straße ein früherer Penny-Markt von einem Privatmann zu einem Gesundheitszentrum umgebaut, das noch ein Kinderarzt mit seiner Praxis beziehen könnte. „Zuvor allerdings müsste die Kassenärztliche Vereinigung diese Arztstelle genehmigen“, weiß der Bürgermeister. Das sei bislang nicht der Fall gewesen. Im Gespräch war in dem Zusammenhang die Errichtung eines Mehrversorgungszentrums durch die Oberlausitz-Kliniken. Alternativ dazu könnte sich ein Facharzt niederlassen, sollte dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Ein weiterer leerstehender Markt, der bis zur Geschäftsaufgabe vom Drogerieunternehmen „Schlecker“ genutzt wurde, beherbergt nunmehr einen Onlinehandel für Anglerfreunde.

Roland Kaiser / 16.11.2021

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