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Jubiläum: 30 Jahre Verein Oberlausitzer Bergleute

Jubiläum: 30 Jahre Verein Oberlausitzer Bergleute

Im sanierten alten Pfarrhauses von Tauchritz hat die Sammlung zur Bergbaugeschichte eine neue Heimat gefunden. Foto: Verein

Der Verein „Oberlausitzer Bergleute“ e. V. blickt in diesem Jahr auf 30 Jahre seines Bestehens zurück und feierte das nach Redaktionsschluss mit einem Festakt am Donnerstag im Gut am See in Tauchritz.

Tauchritz/Hagenwerder. Mit der Gründung des Vereins Oberlausitzer Bergleute e. V. wurde 1996 eine Grundlage geschaffen, die Bergbautradition von ihren Anfängen bis in die Gegenwart zu bewahren und sichtbar zu machen. Viele der Gründungsmitglieder sind inzwischen nicht mehr aktiv oder bereits verstorben, doch ihr Engagement wirkt fort.

In den ersten Jahren gelang es, im Alten Bahnhof Hagenwerder eine umfangreiche Ausstellung zur Geschichte des Bergbaus einzurichten, die 2003 eröffnet wurde und hier bis 2015 Besucher anzog. „In den ersten fünf Jahren allein wurden rund 10.000 Gäste gezählt“, so Vorsitzender Joachim Neumann. Mit der Schließung des Standorts konnte durch die Sanierung des alten Pfarrhauses in Tauchritz eine neue Heimat gefunden werden. Dort entstand mit der Kirchgemeinde und dem Heimatverein eine Ausstellung, die heute als Teil der Tauchritzer Heimatstuben ein fester Bestandteil des Tourismus am Berzdorfer See ist.

Der Verein begleitete die Entwicklung des Berzdorfer Sees von Beginn an aktiv mit, unter anderem im Planungsverband. Die Mitglieder verstehen ihre Arbeit so auch als Beitrag zur Dokumentation der bergbaulichen Vergangenheit der Region und deren Wandel. Dazu gehört nicht zuletzt die Erinnerung an die umfangreichen Maßnahmen zur Sicherung, Rekultivierung und Flutung des ehemaligen Tagebaus.

Über die Jahre hinweg engagierte sich der Verein in zahlreichen Projekten und Veranstaltungen. Dazu zählen Ausstellungen, Publikationen und die Teilnahme an Bergparaden in der Region sowie bundesweit, etwa in Sachsen, Brandenburg, Bayern, Hessen und Thüringen. Auch internationale Kontakte, insbesondere zu Bergbauvereinen in Polen, wurden gepflegt und ausgebaut. Verbindungen bestehen unter anderem ins nahe Reichenau (Bogatynia), das als einziger kleiner Teil der ehemaligen deutschen Ostgebiete nicht preußisch war, sondern im Landkreis Zittau einst zu Sachsen gehörte. Gemeinsame Projekte und Veröffentlichungen sind entstanden.

Ein Ergebnis des touristischen Engagements des Vereins war die Aufstellung von Sitzbänken rund um den Berzdorfer See, die ab 2009 durch Spenden ermöglicht wurde. In den Folgejahren übernahm der Verein deren Pflege, inzwischen mussten jedoch auch erste Anlagen zurückgebaut werden. „Nach 20 Jahren halten sind manche Fundamente instabil oder Holz morsch“, berichtet Joachim Neumann der Redaktion. Unterstützt wird die Arbeit des Vereins von zahlreichen Partnern, auch der LMBV. Die Mitgliederstruktur hat sich im Laufe der Jahre erweitert: Neben ehemaligen Beschäftigten des Bergbaus engagieren sich zunehmend auch Interessierte ohne beruflichen Bezug zur Branche, freut sich der Vorsitzende.

Der aktuelle Vorstand wurde 2024 gewählt. Langjährige Mitglieder wie Klaus Schlunk als Schatzmeister oder Winfried Engwicht als 2. Vorsitzender schieden aus ihren Funktionen aus, bleiben dem Verein jedoch weiterhin verbunden. Aktuell bilden den Vorstand Joachim Neumann als Vorsitzender, Lothar Hoffmann als sein Stellvertreter, Doris Krüger (Finanzen), Gabriele Walter (Öffentlichkeitsarbeit) und Jürgen Zelder (Organisation). Neben Ausstellungen und Veranstaltungen widmet sich der Verein auch der Herausgabe von Schriften zur Bergbaugeschichte der Region, darunter die sogenannten „Berzdorfer Hefte“. Mitglieder wirkten zudem an weiteren Publikationen und Informationsmaterialien mit. „Unser Ziel bleibt bestehen: Erinnerung zu bewahren und zugleich neue Interessierte für dieses Kapitel der Regionalgeschichte zu gewinnen“, erklärt Joachim Neumann. Aktuell freut er sich, dass in Sachen der Sitzgelegenheiten am See aber noch „eine Überraschung“ naht, wie er sich ausdrückt. Hier werde es eine Zusammenarbeit mit den Görlitzer Werkstätten geben. Detaillierter solle es dann im Mai oder Juni werden.

Till Scholtz-Knobloch / 18.04.2026

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