Kirchen zum Verkauf - das könnte auch Görlitz treffen

Foto: Klaudia Kandzia
Malgorzata Jurak spricht kaum Deutsch, doch die gläubige Katholikin wehrt sich gegen „den Verkauf von drei Görlitzer Gotteshäusern zugunsten von Luxusbüros“, wie sie wittert. Sie gründete eine Initiativgruppe von Gläubigen aus Weinhübel und sammelt Unterschriften gegen die „Agenda zum Immobilienkonzept“ der Hl.-Wenzel-Gemeinde. „Es ist ein Skandal, dass drei lebendige Kirchen, St. Johannes und die Franziskuskirche in Weinhübel, St. Anna und die St.-Hedwig-Kirche verkauft werden könnten. Noch schlimmer ist aber, dass aus dem Erlös ein Prunkzentrum für die Gemeindeverwaltung entstehen soll“, schlussfolgert sie. Derzeit kann das Bistum Görlitz in einer Art „Länderfinanzausgleich“ einen beträchtlichen Kostenteil durch eine Umlage innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands decken, im massiven Mitgliederschwund ist damit 2030 weitgehend Schluss. Derzeit versucht die katholische Kirche die Folgen für die Finanzierung der kirchlichen Immobilien aus öffentlicher Diskussion herauszuhalten. Gemeindemitgliedern in Weinhübel gegenüber wurde jedoch vermittelt, dass bei einer nächsten Renovierung bei St. Johannes und Franziskus eine solche nicht mehr lohnend erscheinen könnte. Den Braten riechend sammelt Jurak Unterschriften mit einer Petition an den Bischof Ordinarius des Bistums Görlitz und plädiert für die Einhaltung des „Feigenblattprinzips“, also einer zweijährigen Frist, um entsprechende „Rettungskonzepte“ auszuarbeiten, die den Gläubigen entgegenkämen.