Kita „Pfiffikus“: Dem Abriss folgt sofort der Neubau

Die Kita Pfiffikus verfügte über einen unter der Terrasse befindlicher Schutzraum, der durch diese Stahltür zugänglich war.
Der ehemaligen Kita „Pfiffikus“ geht es jetzt endgültig an den Kragen. Doch unmittelbar danach soll an ihrer Stelle etwas Neues entstehen.
Kamenz. Im Wohngebiet Kamenz-Ost hat der Abriss der Kita Pfiffikus begonnen. „Die Fassade ist abgerissen und das Gebäude ist abgeplant. Zurzeit erfolgen Entkernungsmaßnahmen im Innenbereich“, teilt die Stadtverwaltung Kamenz auf Anfrage mit. Bei einer Stippvisite vor Ort konnte der „Oberlausitzer Kurier“ beobachten, wie ein Teleskopstapler voll beladene Big Bags aus dem Inneren des Gebäudes heraushob, wobei schon eine ganze Menge dieser Behältnisse auf dem Lagerplatz standen.
„Vorbereitend wurden in der vegetationsarmen Zeit Anfang des Jahres schon Fällarbeiten durchgeführt sowie anschließend teilweise auch die Medienlage der neuen Situation angepasst. Wir liegen derzeit im Zeitplan, so dass voraussichtlich die Abrissarbeiten am 18.12.2026 beendet werden können“, so die Stadtverwaltung. Und weiter: „Mit dem notwendigen Baubeschluss zum Neubau der Kita durch den Stadtrat der Stadt â¨Kamenz konnten nunmehr die Planer weiterbeauftragt werden. Die Genehmigungsplanung liegt vor und wurde bei der Bauaufsichtsbehörde eingereicht. Ziel ist der Baubeginn â¨für die neue Kindereinrichtung mit einem durch die Bewohnerinnen und Bewohner des â¨Stadtteils Kamenz-Ost nutzbaren eigenen Bereich im März 2027.“
Der genannte Baubeschluss sieht vor, einen Ersatzneubau für 130 zu betreuende Kinder (36 Krippenplätze, 75 Kindergartenplätze, 19 Inklusionsplätze) zu errichten. Weiter heißt es darin: „Mit dem Projekt soll das Ziel einer neuen Mitte für den Stadtteil Kamenz-Ost verfolgt werden.
Die Kindertageseinrichtung soll neben der Betreuung von Kindern ein öffentlicher Ort werden. Der geplante Mehrzweckraum ist so vorgesehen, dass dieser außerhalb der Betreuungszeiten und an den Wochenenden durch die Bewohner im Stadtteil genutzt werden kann.“ Ausgehend von dieser Überlegung sei die Planung um einen öffentlichen Stadtteilplatz mit Verweilmöglichkeiten erweitert worden. Die Nutzungsaufnahme soll zum Juli 2028 erfolgen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 3 Millionen Euro, davon 2,16 Millionen Euro Eigenmittel.
Im Frühjahr dieses Jahres hatte die Stadt Kamenz dem Oberlausitzer Kurier einen Rundgang durch das bereits zu diesem Zeitpunkt seit längerem leer stehende Gebäude ermöglicht. Dabei offenbarte sich unter anderem ein unter der Terrasse befindlicher Schutzraum, in dem sich Kinder und Erzieherinnen in einem nicht näher definierten Ernstfall einfinden sollten. Steigeisen führ(t)en durch einen engen Kamin ins Freie.
Allerdings hätte dieser Raum wohl eher symbolischen statt tatsächlichen Schutz geboten. Er bleibt auch im Zuge der Abriss- und Neubauarbeiten nicht erhalten. „Laut dem ’Gesetz über den Luftschutz in der Deutschen Demokratischen Republik’ waren die Leiter staatlicher Einrichtungen verpflichtet, in neu errichteten Gebäuden Vorkehrungen für den Luftschutz zu treffen“, hatte die Stadtverwaltung damals mitgeteilt.
