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Mit dem Fahrdienst zum Fußball

Mit dem Fahrdienst zum Fußball

Die vereinseigenen Transporter spielen beim Fußball-Fahrdienst rund um Kamenz eine wichtige Rolle. Mit diesen chauffieren Übungsleiter, Co-Trainer oder Mannschaftsleiter die jungen Kicker zum Training und zu Punktspielen. Foto: Annett Rühlich

Um zum Training oder zum Punktspiel zu kommen, müssen junge Kicker auf dem Land oft weite Wege zurücklegen. So auch in der Oberlausitz. Vor einem Jahr gründeten vier Sportclubs in und um Kamenz einen Jugendförderverein, der für dieses Problem eine Lösung gefunden hat: einen Fahrdienst. „Mit diesem unterstützen wir die Kinder und Jugendlichen dabei, auch zukünftig in unserer Region Fußball spielen zu können“, sagt Vereinspräsident Thomas Birus. 

Landkreis. Leon wohnt in Wittichenau, lernt am Gymnasium in Hoyerswerda und trainiert Fußball im Raum Kamenz. Der Schüler, der eigentlich anders heißt, hat einen durchgetakteten Tagesablauf, besonders wenn nachmittags Training auf dem Programm steht: Er nimmt nach der Schule den Linienbus nach Hause. 

Dort packt er schnell seine Sporttasche. Denn eine halbe Stunde später holt ihn der Transporter ab, der zum Fahrdienst des Fußball-Jugendfördervereins aus Kamenz und Umgebung gehört. Zwischen Wittichenau und der Sportstätte steigen weitere sechs Trainingskollegen zu, die an der Strecke wohnen. Pünktlich zum Trainingsbeginn um 16.30 Uhr liefert der Fahrer die Jungen auf dem Gelände des Vereins ab, wo an diesem Tag gekickt wird: beim SV Einheit Kamenz, beim SV Aufbau Deutschbaselitz, beim SV Thonberg oder bei Grün-Weiß Elstra. Alle vier gehören zu dem 2023 gegründeten Jugendförderverein. Auch die Heimfahrt ist gesichert: Nach dem Training bringt der Transporter die jungen Sportler wieder nach Hause. „Dann bis Samstag“, verabschiedet sich der Fahrer. Denn auch für zahlreiche Touren zu Punktspielen, die beispielsweise in Dresden oder Görlitz stattfinden, wird der Fahrdienst genutzt. 

Die vier Vereine aus Kamenz und seinem Umland schlossen sich zum Förderverein zusammen, um ihre Kapazitäten dafür zu bündeln, dem sportlichen Nachwuchs gute Übungsbedingungen zu bieten. Unter dem Dach des Jugendfördervereins trainieren nun zwölf Mannschaften. Damit sei man gut aufgestellt, sagt Thomas Birus, Präsident des Vereins und Mitarbeiter in der Geschäftsstelle des SV Einheit Kamenz. Das ist aus seiner Sicht sehr nötig: „Wir konkurrieren ja nicht nur mit anderen Freizeitangeboten um die weniger werdenden Kinder und Jugendlichen, sondern auch mit großen und attraktiven Sportvereinen wie Budissa Bautzen oder dem Bischofswerdaer FV 08.“ Der Fahrdienst ist ein wichtiges Puzzleteil innerhalb des Fördervereins. „Damit helfen wir den jungen Kickern, auch zukünftig in unserer Region Fußball spielen zu können“, erläutert Birus. Das ist natürlich auch im Sinne des Westlausitzer Fußballverbands, mit dem der Förderverein zusammenarbeitet. Konkret funktioniert der Fahrdienst folgendermaßen: Die vier Vereine besitzen insgesamt fünf Transporter, also Kleinbusse, die bei diesen Fahrten von den Übungsleitern, Co-Trainern oder Mannschaftsleitern chauffiert werden. Das Angebot ist wenig überraschend gut nachgefragt.

„Wir könnten wahrscheinlich noch weitere zehn Transporter einsetzen, um den Bedarf abzudecken“, sagt Thomas Birus. Da die Kapazitäten aber begrenzt sind, muss der Verein Prioritäten setzen: So haben bei der Fahrt zum Training die jüngeren Sportler Vorrang, bei der Fahrt zu den Spielen die älteren. Bisher hat man den Fahrdienst über Sponsorengelder finanziert. Ab dem Sommer werden voraussichtlich die Eltern einen Eigenanteil beisteuern müssen. Thomas Birus hofft auf deren Einsicht. Denn von dem Fahrdienst profitieren ja viele junge Sportler. Birus rechnet sogar damit, dass man den Dienst in Zukunft noch ausbauen muss. Denn die Sparte Fußball innerhalb der vier Vereine wächst und damit die Zahl derjenigen, die in der Weite der Oberlausitz zum Training und zu Punktspielen fahren.

Beate Diederichs / 10.05.2026

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