Tief in die Geschichte blicken und staunen

Innenansicht der historischen Getreidebrennereien, Presshefe-, Sprit- und Malzfabriken Guido Hagsphil Foto: Sammlung Netzwerke Industriekultur Görlitz
Vorwiegend am 13. September, teils bereits am 12., öffnen sich die Türen zu einigen der faszinierendsten Denkmale und historischen Stätten. Der Tag des offenen Denkmals bietet Gelegenheiten, in die Vergangenheit einzutauchen und Schätze der eigenen Kulturlandschaft zu erkunden.
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Im Kirnitzschtal hat Waggon 23 sein Einsatzgebiet in der landschaftlich schönsten Straßenbahn Deutschlands. Foto: ÖPNV Görlitz
Reichenbach / Friedersdorf / Petershain / Görlitz / Gersdorf / Ober-Neundorf. In der evangelischen St.-Johannes-Pfarrkirche in Reichenbach ist am 12. September von 16.00 bis 20.00 Uhr der Kirchhof geöffnet. Um 17.00 Uhr beginnt eine einstündige Führung unter dem Titel „Letzte Grabsteine – ganz stilecht“, bei der verschiedene Stile der erhaltenen Grabsteine vorgestellt werden. Am 13. September, 11.30 bis 14.00 Uhr werden Turm, Glockstuhl und Glocken zugänglich sein.
Der Kirchbauverein St. Ursula und die Ortskirchengemeinde Friedersdorf beteiligen sich zum 21. Mal am Internationalen Denkmalstag. Am 13. September ist die Kirche von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Es gibt Kaffee und Kuchen sowie Führungen. Um 16.00 Uhr findet ein Konzert im Rahmen des Oberlausitzer Orgelsommers mit KMD i.R. Reinhard Seeliger Orgel und der Kantorin Kerstin-Deike Wedler-Berendsen an der Flöte statt.
In der Dorfkirche in Petershain in der Gemeinde Quitzdorf am See kann die spätromanische Kirche am 13. September von 13.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden. Neben Führungen sind der Kirchenraum und seine Kunstwerke bei musikalischer Umrahmung zugänglich. Außerdem gibt es Kaffee, Kuchen und Getränke; zudem wird über die weiteren Schritte zur Erhaltung und Sanierung der Kirche informiert.
Der Görlitzer Hof in der Berliner Straße 43 in Görlitz ist am 13. September von 10.00 bis 15.00 Uhr teilweise zugänglich. Zwei Mitarbeiter stehen vor Ort für Informationen zur Verfügung. Das Gebäude befindet sich derzeit noch in einem Zustand, der eine vollständige Begehung nicht zulässt.
In der Alten Hefefabrik in der Bautzener Straße 32 in Görlitz ist am 13. September von 10.00 bis 18.00 Uhr die ehemalige Maschinenhalle mit einer Ausstellung zur Geschichte des Areals geöffnet.
Stündlich wird ein Aufstieg unter das Dach angeboten. Auf dem Gelände stellen sich zudem Initiativen vor, die an der Nachnutzung des Industrieareals arbeiten. Die Naturkost-Arche bietet Snacks, Kaffee und Kuchen an.
Das ehemalige Werk I des Görlitzer Waggonbaus, heute die Rabryka, an der Conrad-Schiedt-Straße 23 in Görlitz, ist am 13. September von 12.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Führungen finden nach Bedarf statt, außerdem werden auch hier Kaffee und Kuchen angeboten.
Der Weinbergturm in Görlitz kann am 13. September von 10.00 bis 18.00 Uhr bestiegen werden. Der 33 Meter hohe Turm bietet einen Blick über die Stadt und in Richtung Süden. Am Fuße des Turms gibt es Erfrischungen und einen Imbiss.
Anlässlich des „Tag des offenen Denkmals“ am 13. September bringen die Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB) mit dem Traditionsverein Kirnitzschtalbahn (TVK) den nunmehr fast 100 Jahre alten Triebwagen Nr. 23 wieder für die Öffentlichkeit auf die Görlitzer Schienen. 1928 wurde das heutige Schmuckstück von der damaligen Waggon- und Maschinenbau AG Görlitz (WUMAG) gebaut und in den letzten Jahren immer mal wieder für private Veranstaltungen vermietet. Nun können alle Tram-Fans in den Genuss einer Fahrt mit dem Oldie kommen. Zwischen 10.00 und 14.00 Uhr finden fünf Pendelfahrten zwischen Postplatz und Landeskrone statt. Fahrkarten für 10 bzw. ermäßigt 5 Euro sind vor Ort erhältlich. Die Fahrten starten und enden am Gleisdreieck neben dem Postgebäude.
Den Tag nutzen auch Görlitzer Kirchen für Konzerte: Bereits am 12. September gibt es um 17.00 Uhr in der Frauenkirche ein kostenloses Barockkonzert mit „Weimarer Baroque“ und in der Dreifaltigkeitskirche eine Führung zur Geschichte der Kirche. Um 22.00 Uhr treten in der Peterskirche Eugenio Casparini und sein Sohn Adam Horatio auf. Am 13. September ist die Hoffnungskirche von 11.00 bis 15.00 Uhr geöffnet, um 16.00 Uhr folgt ein Gospelkonzert mit der Gospelcrew um Thomas Stelzer aus Dresden.
Im Schlesischen Museum zu Görlitz findet am 13. September von 10.00 bis 18.00 Uhr das Museumsfest im Schönhof am Untermarkt statt. Anlass ist das 20-jährige Bestehen des Museums am heutigen Standort sowie das 500-jährige Bestehen des 1526 im Renaissancestil wiedererrichteten Schönhofs. Bei freiem Eintritt gibt es Musik, historische Tänze, Handwerksvorführungen und Führungen durch die Ausstellung „Wir sind Schönhof!“ Für Kinder werden unter anderem ein Architekturquiz und Führungen angeboten.
’Handwerk beim Henker’ gibt es am 13. September von 10.00 bis 18.00 Uhr auf dem Gelände des Görlitzer Scharfrichterhauses in der Finstertorstraße 8. Dort ist ein „Mitmachfest der Jugendbauhütte Sachsen“ Teil des Geschehens. Besucher können verschiedene traditionelle Handwerkstechniken ausprobieren, darunter Kupfertreiben, Holzarbeiten und Lehm- und Fachwerkbau. Für Kinder gibt es Spielmöglichkeiten. Musikalisch begleiten Marc Winkler ab 10.00 Uhr und Ferdi Büchner ab 13.30 Uhr die Veranstaltung. Kaffee, Kuchen und Getränke gibt es gegen Spende.
Am 13. September lädt auch die Freie Oberschule+ Schkola Gersdorf, Im Oberdorf 21, von 10.00 bis 14.00 Uhr zum Tag der offenen Tür und zum Parkfest. Im denkmalgeschützten Schloss gibt es Führungen, in den Lernräumen der Schkola werden Einblicke in den Schulalltag gegeben. Im Schlosspark stehen unter anderem Tanz, Bogenschießen, Spielzeugtrödel sowie Bastel- und Mitmachangebote auf dem Programm. Für Verpflegung sorgt das Café.
Auf der Welle des Tages des offenen Denkmals reitet auch das Gerhart-Hauptmann-Theater mit, denn nach einem Tag der Offenen Tür am 6. September ab 11.00 Uhr in Zittau folgt nicht von ungefähr am 13. September in Görlitz ebenso ein solcher. Passend zum 175-jährigen Jubiläum des Theatergebäudes stehen neben den offenen Werkstätten auch Theatergeschichte und Bühnentechnik im Mittelpunkt. Künstlerische Beiträge der Neuen Lausitzer Philharmonie, des Opernchores, der Tanzcompagnie und weiterer Ensembles geben einen Vorgeschmack auf die neue Spielzeit. Dazu kommen Improvisationstheater, Angebote für Kinder sowie Möglichkeiten zum Austausch mit der Theaterleitung und den neuen Ensemblemitgliedern. Der Tag startet im Theater um 11.00 Uhr.
Vor zwei Jahren von der Stadt und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz politisch als Teilnehmer gecancelt, macht Schloss Ober-Neundorf seither seinen eigenen Denkmaltag als „Kulturguttag“ und legt sich seither besonders ins Zeug. Geöffnet sind Hauptgebäude und Park hier von 11.00 bis 17.00 Uhr. Besucher können sich bei einem Rundgang über die Entwicklung des Geländes informieren. Geplant sind ein Handwerkermarkt, Musik an verschiedenen Orten sowie Angebote für Kinder. Für Speisen und Getränke ist gesorgt. Bereits am 12. September findet um 19.30 Uhr ein Auftaktkonzert mit dem Pianisten Mark Ehrenfried statt. Der Eintritt kostet 25 Euro, eine Anmeldung unter veranstaltungen@schloss-ober-neundorf.de wird empfohlen.