Tschechischer Rüstungskonzern übernimmt Sprengstoffwerk

Noch zeigt die Pylone vor dem Firmensitz das Logo von Maxam, doch das wird sich bald ändern.
Gnaschwitz. Das traditionsreiche Sprengstoffwerk im Doberschau-Gaußiger Ortsteil Gnaschwitz hat neue Eigentümer. Der in Tschechien ansässige Rüstungskonzern CSG hat es von der spanischen Maxam-Gruppe übernommen. Sprecher Andrej Cirtek erklärt dazu: „CSG hat über seine deutsche Tochtergesellschaft CSG Energetic Materials Germany den Erwerb des 57 Hektar großen Industriestandorts bei Bautzen abgeschlossen. In der Anfangsphase der Standortentwicklung plant CSG mehr als 100 Millionen Euro zu investieren. Der Konzern beabsichtigt, Produktionskapazitäten für Nitroglycerin- und Nitroglycerin-basierte Produkte zu etablieren und gleichzeitig die Herstellung von Munition und Munitionskomponenten zu entwickeln.“ Diese Materialien seien Schlüsselbestandteile bei der Herstellung von Treibladungen für Klein-, Mittel- und Großkalibermunition. Der Kaufpreis werde nicht genannt. Die Akquisition zeige das langfristige Engagement von CSG für die deutsche und europäische Verteidigungsindustrie. „Diese Investition wird dazu beitragen, die Produktionskapazitäten in einem Segment auszubauen, in dem die Nachfrage in Deutschland und Europa rasant gewachsen ist. Nach Abschluss der geplanten Projekte soll der Standort bis zu 125 neue Arbeitsplätze schaffen“, so Andrej Cirtek. Der Industriestandort Gnaschwitz blickt auf eine mehr als 150-jährige Tradition bei der Herstellung von Sprengstoffen und verwandten Produkten zurück.