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Unnötiger Ärger mit der Wärmepumpe

Unnötiger Ärger mit der Wärmepumpe

Auch die regionalen Handwerksbetriebe – hier Kreishandwerksmeister Frank Scholze – verstehen sich auf den Einbau von Wärmepumpen.

Im Zuge der „Energiewende“ denken viele Hausbesitzer darüber nach, sich von Öl und Gas zu verabschieden. Doch dabei gibt es einiges zu beachten, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht.

Bautzen. Die Kreishandwerkerschaft Bautzen schlägt Alarm. „In letzter Zeit gibt es recht aggressive Werbung für den Einbau von Wärmepumpen in der Region. Leider wurden die Kunden oft enttäuscht und dann waren unsere Fachfirmen gefragt, um die Schäden auszubügeln“, teilt die Geschäftsstelle des Zusammenschlusses von etwa 650 Betrieben aus dem Landkreis Bautzen mit. 
„Ja, das passiert häufig“, erklärt Frank Scholze. Der Elektromeister aus der Bautzener Westvorstadt spricht als Kreishandwerksmeister nicht nur für seinen eigenen Betrieb, sondern für (unter anderem) 75 Elektrobetriebe und 85 Heizungsbaufirmen, die sich in den entsprechenden Innungen zusammengeschlossen haben. „Viele Kunden sprechen mich an, weil sie mit der Installation und Betreuung während und nach der Bauphase mit überregionalen Anbietern von Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen, Stromspeichern und Wallboxen unzufrieden sind. Oft wird es nicht warm, oder das PV-System funktioniert nach Jahren noch nicht richtig“, berichtet er aus seiner betrieblichen Praxis. 

Bei einem Kunden habe der Vertragspartner schon zweimal gewechselt, weil der Vertrag einfach weiter verkauft wurde. Doch schnelle Hilfe ist zumeist schwierig, „denn oft werden langfristige Verträge abgeschlossen, aus denen es fast unmöglich ist wieder herauszukommen. Besser wäre es, sich gleich an die Handwerks-Fachbetriebe vor Ort zu wenden“, sagt Frank Scholze. Doch da steckten jede Woche Flyer von überregionalen Anbietern im Briefkasten, hat man erst einmal Kontakt aufgenommen, werde man mit E-Mails und Anrufen überschüttet: „Manche Kunden erteilen dann den Auftrag, um endlich Ruhe zu haben.“

Die Verbraucherzentrale verweist auf die gesetzliche Gewährleistungspflicht von zwei Jahren bei Neuware, innerhalb derer der Anbieter zur Behebung von Mängeln verpflichtet sei. 

Dabei liege die Beweislast im ersten Jahr beim Anbieter, im zweiten Jahr geht sie auf den Verbraucher über. „Grundsätzlich raten wir dazu, sich verschiedene Angebote einzuholen und diese umfänglich zu prüfen. Wir raten davon ab sich zu schnell zu einer Unterschrift drängen zu lassen – auch wenn die Verkäufer*innen sehr hartnäckig und überzeugend sind, sollte man sich Bedenkzeit nehmen“, so Steffi Meißner, Leiterin der Beratungsstelle Bautzen. Ihr selbst seien solche Vorgänge aus Bautzen allerdings nicht bekannt.

An den Anlagen, so betont der Kreishandwerksmeister, liege es in der Regel nicht: „Die sind meistens in Ordnung, werden aber in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit nicht optimal installiert.“ Für Frank Scholze und seine Kollegen ist das doppelt ärgerlich, „denn die schlechten Erfahrungen fallen auf das an sich gute Produkt zurück.“ 

Und wenn das Wasser beim Erhitzen nicht die erforderliche Temperatur erreicht, kann es auch zu ganz handfesten gesundheitlichen Problemen kommen – Stichwort Legionellen. Doch wie finden Interessenten nun eine geeignete Firma – bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist? „Man kann bei der Kreishandwerkerschaft anrufen und sich einen Fachbetrieb in der Nähe empfehlen lassen“, erklärt Frank Scholze. Dieser werde sich in jedem Fall ausreichend Zeit nehmen, um die örtlichen Gegebenheiten in Augenschein zu nehmen und das „Projekt“ danach auszurichten. „Es gibt viele individuelle Besonderheiten, die man nur vor Ort sieht. Deshalb kommt immer ein entsprechend ausgebildeter Mitarbeiter oder der Meister selbst zum Beratungsgespräch“, versichert er. Und wenn der Elektro-Fachbetrieb die Anlage installiert hat, dann kümmert er sich selbstverständlich auch gern um den Service – und das auch noch Jahre später: „Schließlich läuft so eine Anlage 20 bis 30 Jahre. Und man unterstützt die regionale Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Sponsoringaktivitäten vor Ort“ betont Kreishandwerksmeister Frank Scholze.

Uwe Menschner / 08.03.2026

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