Weihnachten ist Gemütlichkeit Trumpf

Annemarie Mönch, Leiterin der Webschule sowie der Bibliothek in Großschönau, mag es zu Weihnachten gemütlich. Foto: privat
Jeder verbringt die Advents- und Weihnachtszeit ganz individuell nach seinen Vorstellungen. Annemarie Mönch, Leiterin der Webschule in Großschönau sowie der Bibliothek in Großschönau, mag es an den himmlischen Tagen ganz gemütlich.
Großschönau. Vorab: Die 35-Jährige lebt zusammen mit ihrem Partner Julian und der gemeinsamen Katze Ingeborg in Großschönau. „Ich spaziere gern durch Großschönau oder die umliegenden Gemeinden und freue mich dann immer mit Beginn der Adventszeit über all die schönen dekorierten Vorgärten, Häuser und Straßen“, sagt sie.
Über die Arbeit ist Annemarie Mönch beim „Lebendigen Adventskalender“ in Großschönau am 4. Dezember in der Bibliothek und am 8. Dezember in der Webschule dabei und versucht natürlich, auch zu den anderen Veranstaltungen im Ort zu gehen: „Ich mag daran die gemeinsame Vorfreude – wir sitzen zusammen, trinken Glühwein oder Tee. Entweder gibt es ein paar weihnachtliche Geschichten oder wir singen zusammen Weihnachtslieder. Das ist einfach schön.“ Und sie fährt fort: „Außerdem backe ich sehr gern, das heißt, ich nehme mir immer ein Wochenende in der Vorweihnachts- bzw. Adventszeit frei, um in aller Ruhe möglichst verschiedene Sorten von Keksen und Plätzchen für meine Lieben zu backen. Das ist schon fast ein kleines Ritual. Meistens sehe ich dazu die Harry Potter-Filme an oder es läuft die Weihnachtslieder-CD der ,Toten Hosen’, ohne die ist Weihnachten für mich nämlich undenkbar.“
Das Backen ist übrigens bei ihr noch ein Überbleibsel aus der Studentenzeit: „Da konnte ich durch Vorlesungen und andere Veranstaltungen immer erst kurz vor Weihnachten zu meiner Familie fahren und um allen die Adventszeit zu versüßen, habe ich Kekse gebacken und als Päckchen vor dem 1. Advent verschickt.“
Annemarie Mönch beschreibt sich eher als „Deko-muffel“: „Ich selber schmücke bei mir nicht sehr viel. Ein paar Tannenzweige mit selbstgenähten Anhängern und ein schöner Adventskranz reichen mir völlig aus. Meine Katze bedauert das sicher. Ich freue mich immer sehr, wenn ich die Deko bei anderen sehe.“ Ihre Katze würde trotzdem gern beim Dekorieren helfen, habe aber gänzlich andere Vorstellungen davon als die Menschen.
Meistens schaut sich Annemarie Mönch erst kurz vor Weihnachten nach einem entsprechenden Weihnachtsbaum um: „Im vergangenen Jahr haben wir eine Blaufichte aus unserem Garten genommen und das klappt hoffentlich in diesem Jahr wieder. Auch die wird nicht überladen geschmückt. Wenn ich die Zeit dazu finde, stelle ich gern meinen eigenen Baumschmuck her.“ Zwangsläufig muss es bei ihr auch nicht immer ein Weihnachtsbaum sein, eine Bodenvase mit schönen Kiefernzweigen machte es ihrer Ansicht nach genauso weihnachtlich. „In unserer Studenten-WG in Erfurt hatten wir beispielsweise aus Platzgründen nur einen Pappweihnachtsbaum von IKEA. Weihnachten ist eben auch immer eine Frage der Einstellung“, meint sie.
Annemarie Mönch würde gern sagen, „dass ich schon spätestens Ende November alle meine Weihnachtsgeschenke zusammen habe. Die Realität sieht aber anders aus, obwohl ich auch niemand bin, der Heiligabend noch Geschenke kaufen geht. Bis dahin muss das dann schon geklappt haben. Wir selbst besuchen gern die vielen Weihnachtsmärkte hier in der Umgebung, sowohl auf deutscher als auch tschechischer Seite. Dort finden wir meistens die letzten ,Kleinigkeiten’. Da ich durch meine Webschul-Tätigkeit mittlerweile auch zu Handarbeiten gefunden habe, gibt es natürlich auch gern mal eine selbstgemachte Kleinigkeit.“
Ihr ist bei den Weihnachtsgeschenken der persönliche Bezug sehr wichtig: „Ich verschenke gern auch mal Gutscheine für gemeinsame Tätigkeiten, damit man übers Jahr immer wieder was Schönes hat, was man mit den Lieben teilen kann.“
Weihnachten verbindet Annemarie Mönch mit „Gemütlichkeit, Zeit mit der Familie, generell mit lieben Menschen und Zeit für mich. Ich bin sicher kein Weihnachtsmuffel, aber auch kein riesiger Weihnachtsfan, das heißt, ich lasse das ganz ruhig angehen und sehe das zwar als besonderes Fest, aber ich bewerte es nicht über.“
Ein bisschen Weihnachtsstimmung entsteht auch durch ihre berufliche Tätigkeit. „Wenn meine Kollegin und ich beispielsweise schon im Sommer die Weihnachtswerkstatt vorbereiten und planen. Dafür bereiten wir im Vorfeld die ersten Anschauungsmodelle vor, also wir basteln schon mal ein paar Strohsterne und häkeln ein paar Weihnachtsbaumkugeln, das bringt auch schon die ersten Vorfreuden. Dann steht dieses Jahr bereits zum zweiten Mal ein Adventskonzert mit dem Zittauer Pianisten Tobias Forster an, dort haben wir im vergangenen Jahr am Ende gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und das war einfach sehr stimmungsvoll. Es ist ein gutes Gefühl, wenn wir solche Veranstaltungen lange vor Weihnachten planen und dann sehen, dass wir den Leuten damit die Adventszeit verschönern. Wenn am Ende des Kurses oder des Konzerts die Leute rausgehen und sagen, dass sie sich jetzt noch mehr auf Weihnachten freuen, dann haben wir das gut gemacht“, betont sie.
Ansonsten sind die Weihnachtstage für Annemarie Mönch die ruhige Zeit, „die ich gern einfach nur dazu nutze, um zu entspannen und das vergangene Jahr noch mal ,sacken’ zu lassen. Zwischen den Jahren treffe ich mich meistens mit Freunden aus der Studienzeit, häufig in Dresden, weil diese Stadt für uns alle gut erreichbar ist, das ist dann immer schön, um den ,Weihnachtskater’ ein bisschen ausklingen zu lassen. Meistens gehen wir gemeinsam essen, am liebsten Sushi – nach all dem feinen, traditionellen Weihnachtsschmaus darfs dann gern eine Abwechslung sein.“
Heiligabend verbringt Annemarie Mönch ganz klassisch bei ihren Eltern in Zittau: „Meistens machen wir eine schöne kleine Wanderung hier im Gebirge – am liebsten natürlich auf die Lausche. Abends gibt es dann in der Regel ein feines Essen und dann sitzen wir gemütlich zusammen. Insgesamt geht das sehr ruhig und gemütlich vonstatten – aber so mag ich Weihnachten am liebsten.“
Nach dem Essen an Heiligabend geht die Bescherung über die Bühne. „Das ist aber natürlich alles nicht mehr ganz so aufregend wie damals, als ich noch ein Kind war. Der Geschenke-aspekt steht für mich lange nicht mehr im Vordergrund, eher noch für unsere Katze, die sich über raschelndes Geschenkpapier und Geschenkband immer sehr freut“, erzählt sie.
Ein sehr schönes Geschenk hatte ihr mal ihr Partner gemacht – und zwar mit einem Gutschein für eine Übernachtung auf dem Jeschken: „Wir haben das dann mit einer Wanderung von Lückendorf auf den Jeschken verbunden. Das war einfach ein wunderbares Erlebnis, an das ich mich immer wieder gern erinnere.“
Die Kost an Heiligabend sowie am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag ist sehr unterschiedlich, aber meistens sind es schon die Klassiker – Gans, Rouladen, Klöße und Rotkohl. „Wir haben uns die Aufgaben dazu ein bisschen aufgeteilt. An Heiligabend und an einem der Weihnachtsfeiertage sind wir bei unseren Familien eingeladen und lassen uns bekochen, das ist dann so das Wohlfühlprogramm. Und an einem Weihnachtsfeiertag bekochen mein Partner und ich unsere Familien. Da gibt es dann mittlerweile traditionell Roulade, bevorzugt mit selbstangebautem Gemüse aus unserem Garten“, berichtet sie.
Und wie wirken sich die Schlemmereien bei ihr auf der Waage aus? „Natürlich geht Weihnachten nicht ganz spurlos an mir vorbei, aber alles in allem kann ich mich nicht beklagen. Wir sehen schon zu, dass wir zwischen den Jahren auch mal eine kleine Wanderung im Umkreis unternehmen. Ansonsten besuche ich generell über die dunkle Jahreszeit verschiedene Sportkurse“, antwortet sie.
