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Zischkowitzer Tierärzte warnen Kaninchenhalter

Zischkowitzer Tierärzte warnen Kaninchenhalter

Martin Wessela züchtet seit über 40 Jahren Kaninchen. Damit sie gesund aufwachsen, lässt er alle Tiere impfen, versorgt sie täglich mit frischem Wasser und achtet auf Stallhygiene. Foto: Manuela Dietze

Landkreis. Seit einigen Wochen verenden Kaninchen in vielen Beständen der Oberlausitz. Die gefährliche Kaninchenseuche RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease), auch „Chinaseuche“ genannt, tritt auch in diesem Jahr wieder auf. Die Krankheit kommt seit Mitte der 80ziger Jahre in Deutschland vor. Das Virus ist hoch ansteckend und führt nach einer sehr kurzen Ansteckungszeit von 1-3 Tagen zum Tod fast aller Tiere des betroffenen Bestandes.

Die Tierärzte Dr. Hans Mann und Oliver Katzschke appellieren an alle Kaninchenhalter und -züchter, vorbeugend zu handeln. Denn einmal infiziert, gibt es keine Behandlung. „Unser Wunsch wäre, dass wirklich jeder Tierhalter – egal ob Hobby- oder Zucht – seinen Tieren die medizinische Versorgung gibt, die sie brauchen. Dazu gehört ein wirksamer Impfschutz. Wenn man die Bestände schützen will, besonders die seltenen erhaltenswerten Rassen, sind diese Maßnahmen unbedingt notwendig.“ 
Nur bei strikter Einhaltung der vom Hersteller vorgegebenen Anwendung der Impfstoffe sind die Kaninchen geschützt. In den Tierarztpraxen erfolgt die Impfung nach Beratung. Der Kauf von RHD-Impfstoffen in Polen und Tschechien ist eine Ordnungswidrigkeit, die damit von Tierhaltern selbst durchgeführte Impfung oft fehlerhaft. Mit in Deutschland zugelassenen Impfstoffen wird folgendes Impfschema empfohlen: ein- bis zweimalige Impfung zur Grundimmunisierung und jährliche oder halbjährliche Wiederholungsimpfung (je nach Impfstoff).

Martin Wessela aus Radibor züchtet seit Anfang der 1980er-Jahre die Kaninchenrasse Blaue Wiener. Er sagt: „Die Impferei ist heutzutage wichtig. Ohne Impfung funktioniert es nicht mehr. Die Chinaseuche ist momentan wieder sehr aktiv. Da muss man etwas dagegen tun. Die jungen Tiere lasse ich vom Tierarzt impfen, wenn sie acht Wochen alt sind. Viele Leute scheuen sich davor. Ich mache das schon seit Anfang der 90ziger Jahre und habe sehr gute Erfahrungen, hatte keine Verluste in der Richtung. Vor kurzem habe ich gehört, dass einige Halter 20-30 Kaninchen verloren haben. Dann ist der Stall schnell leer und man ärgert sich.“ 

Auch Halter von Hühnern und Puten werden zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Sie sollten entsprechend der gesetzlich vorgeschriebenen Impfpflicht den Impfstatus ihrer Tiere kontrollieren und Wiederholungsimpfungen mit ihrer Tierarztpraxis besprechen. Die Newcastle Disease (Atypische Geflügelpest) wurde seit diesem Frühjahr in zahlreichen Beständen in Bayern und Brandenburg, aber auch in Polen und Tschechien nachgewiesen. Die Ständige Impfkommission Veterinär empfiehlt eine zweistufige Impfung, beginnend mit Lebendimpfstoff über das Trinkwasser, gefolgt von einer Injektionsimpfung. Um die Kosten für die Immunisierung überschaubar zu halten, bieten viele Tierarztpraxen Sammelimpftermine an. Für kleine Hobbyhaltungen kommt eine mindestens vierteljährlich zu wiederholende Lebendimmunisierung über das Trinkwasser in Betracht. Diese Impfstoffgabe ist die einzige Impfung, die unter tierärztlicher Anleitung durch die Züchter erfolgen darf. Eine Umfrage unter Haltern ergab verschiedenste Ansichten zu Impfungen. Die in Geflügelzüchtervereinen organisierten Geflügelhalter halten eine Immunisierung ihrer Tiere für wichtig und beschaffen den Impfstoff über den Verein. Hobbyhalter glauben oft, dass sich im Futter Impfstoff befindet, was nicht stimmt. Am Ende kann nur an die Halter appelliert werden, da Kontrollen bestenfalls sporadisch stattfinden.

Neben den Impfungen, die zu den wichtigsten präventiven Maßnahmen für die Tiergesundheit gehören, wird auf die konsequente Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen hingewiesen. Regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Stallbereiche sowie der Arbeitsgeräte sind ebenso wichtig, wie die Vermeidung von Kontakten zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln oder verschiedenen Beständen.
Den Veranstaltern von Geflügel- und Kaninchenschauen empfehlen die Tierärzte nur geimpfte Tiere aus Beständen mit einer Impfbescheinigung zuzulassen

Manuela Dietze / 13.08.2026

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