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Zum Ende kommt leider eine kleinkarierte Rechnung

Zum Ende kommt leider eine kleinkarierte Rechnung

Güsa-Mitglieder setzten ihrem Wirken mit einer Pflanzung in Wanscha (Spytków) selbst ein Denkmal.

Görlitz. Es ist genau ein Jahr her, dass der Niederschlesische Kurier die Titelgeschichte „Verein sucht per Inserat Vorstandsmitarbeit“ veröffentlichte und einleitete: „Immer mehr Vereine klagen, dass sich kaum mehr jemand in Vereinsarbeit einbringe. Kürzlich suchte der Verein für grenzüberschreitende Vernetzung sozialer Arbeit e.V. (Güsa e.V.) im Niederschlesischen Kurier gar neue ehrenamtliche Mitarbeit im Vorstand“. Wir stellten den Verein, der trotz Sprachbarriere über die Freizeitgestaltung Görlitzer von diesseits und jenseits der Neiße und darüber hinaus zusammenführt, daraufhin vor. Doch trotz der damaligen Titelgeschichte blieb erhoffter Nachwuchs aus.

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Zweisprachige Gedenkplatte mit Stadtwappen für 5 Euro

Jürgen Fromberg, der den Verein mit Partnerin Gabriela Pieper getragen hat, teilte nun mit: „Die Mitglieder der Vereinsführung und Teile der Mitgliedschaft haben inzwischen ein Alter erreicht, der für uns Anlass war, eine Nachfolgegeneration aufzubauen. Leider haben diverse Bemühungen bislang nicht zum Ziel geführt. So sehen wir für unseren Verein ein unvermeidliches Ende gekommen, dem wir uns, wie auch andere Vereine in ähnlichen Situationen, nicht entziehen können. Als Zeichen der Völkerverständigung für unsere Nachwelt haben wir in verschiedenen polnischen Nachbargemeinden jeweils einen Baum mit dazugehöriger zweisprachiger Gedenktafel gesetzt. In einer Feierstunde haben wir mit Wehmut aber auch mit Freude der zurückliegenden Begegnungen gedacht.“

Fromberg erläutert: „Da auch andere Vereine vor dem Generationenproblem stehen, möchten wir diesen Beitrag als einen Lösungsweg verstehen, der durch den langjährigen Wuchs unserer Bäume einen bleibenden Fußabdruck hinterlässt.“
Enttäuscht zeigt sich Jürgen Fromberg auch darüber, dass entgegen der vielen Lippenbekenntnisse im Rathaus ein kleinkartiertes Denken vorherrsche. „Für die Verwendung des Görlitzer Stadtwappens auf den Gedenktafeln, mit der wir ja für die vielbeschworene Gemeinsamkeit in der Grenzregion werben, haben wir noch pro Verwendung 5 Euro Gebühr zahlen müssen. Auch musste ich feststellen, dass auf polnischer Seite bei unseren Aktionen Gemeinderäte mit dabei waren – Resonanz unter den Stadträten auf der deutschen Seite zu schaffen ist Leere gelaufen.“

Am 28. Mai werde die Mitgliederversammlung dann über die Vereinsauflösung befinden. Aber Jürgen Fromberg findet die Idee nicht schlecht, seine Telefonnummer (03581) 724 97 78 hier noch einmal zu veröffentlichen. Denn Wunder gibt es ja immer wieder und vielleicht packt einen Leser ja nun noch der Elan, statt der politisch zur Schau gestellten deutsch-polnischen Zusammenarbeit mit Händedrücken und Deklarationen zu frönen, am realen Zusammenwachsen von unten mitzuwirken und Gemeinschaft real zu gestalten.

Till Scholtz-Knobloch / 10.05.2026

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