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Alle Achtung: Bestnote trotz Corona

Alle Achtung: Bestnote trotz Corona

Florian Stahr hat sein Spitzenabitur in der Tasche. Zu seinen Prüfungsfächern zählten Mathematik, Englisch, Deutsch, Geschichte und Physik. Foto: privat

60 Punkte trennten ihn am Ende vom Jahrgangsbesten am Schiller-Gymnasium. Dennoch hat auch Florian Stahr sein Abitur mit Bestnote 1,0 gemeistert. Neben beiden können sich drei weitere junge Leute, die ihren Abschluss an dieser Bildungseinrichtung gemacht haben, über diesen Erfolg freuen – und das, obwohl die zurückliegenden Wochen coronabedingt alles andere als einfach waren. Im Oberlausitzer Kurier spricht der Großdubrauer über die Prüfungszeit und welches Ziel er jetzt vor Augen hat.

Herr Stahr, Sie sind gerade einmal zarte 17 und im Vergleich zu manch anderem Vertreter Ihrer Altersklasse schon weit oben auf der Erfolgsleiter angekommen. Wie fühlen Sie sich dort?

Florian Stahr: Natürlich bin ich froh und auch stolz darauf, ein Abitur mit diesem Durchschnitt erreicht zu haben. Allerdings ist es nur der erste Schritt in einem langen Leben voller Herausforderungen. Die nächsten Aufgaben mit Studium und Berufsleben werden nicht einfacher. Ich hoffe trotzdem, dass ich diese genauso gut bewältigen kann wie das Abitur.

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Dass Sie und vier weitere Abiturienten des Bautzener Schiller-Gymnasiums trotz der Schwierigkeiten im Zuge der Corona-Pandemie ihren Abschluss mit einer glatten Eins gemacht haben, mag sicherlich den einen oder anderen verwundern. Wie sehen Sie das?

Florian Stahr: Mich überrascht dieses Ergebnis eigentlich nicht sehr. Letztes Jahr waren es neun Schüler, die ihr Abitur mit 1,0 abgeschlossen haben. Natürlich mögen die Umstände etwas schwieriger gewesen sein als damals. Dennoch kann man mit konstant guter Arbeit und Fleiß seine Zeile erreichen. Und das haben wir fünf mit Unterstützung der Lehrer gut geschafft.

Inwieweit war für Sie die Virus-Krise zur Herausforderung geworden und wie haben Sie versucht, diese zu meistern?

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Florian Stahr: Ich empfinde die Gegebenheiten, die wir auf Grund der Pandemie erlebt haben, eher als Vorteil, da wir uns intensiver und fokussierter auf unsere Prüfungen vorbereiten konnten. Während die letzten Jahrgänge immer noch bis zum Schluss Klausuren und Tests geschrieben haben, durften wir uns auf die Prüfungsvorbereitung konzentrieren. Wenn man diese zusätzliche Zeit genutzt hat, sehe ich das eher als Vor- und nicht als Nachteil.

Welche Umstände waren in dem Zuge dennoch besonders schwierig?

Florian Stahr: Die größte Herausforderung lag sicherlich darin, sich selbst zu motivieren, sich also jeden Tag zu überwinden und sich wieder und wieder vor den Hefter zu setzen und zu lernen. Mit dem richtigen zeitlichen Management war es aber möglich, sich optimal auf die Prüfungen vorzubereiten und nebenbei noch sein privates Leben mit Freizeit und Hobbys zu führen. Diese Selbstdisziplin aufzubringen ist schwierig und ich muss zugeben, dass ich mich manchmal auch nicht fürs Lernen motivieren konnte. Allerdings sollte man sein Ziel nie aus den Augen verlieren und sich deswegen auch mal „quälen“ (lächelt).

Wenn ich das richtig deute, haben Sie sich eines gesteckt. Wohin führt Sie demnächst die Reise?

Florian Stahr: Ich möchte gern ein Jurastudium in Leipzig aufnehmen, das ich hoffentlich innerhalb der nächsten sechseinhalb Jahre abschließen kann. Danach stehen mir viele Türen offen und ich habe mir noch keine genauen Gedanken gemacht, wohin mich kein beruflicher Weg konkret führen wird. Der Beruf des Richters oder Notars hat etwas sehr Reizvolles an sich. Allerdings ist es schwierig, diese Stufe zu erreichen. Trotzdem werde ich natürlich alles versuchen, um meinen Wunschberuf ausführen zu können.

Gestatten Sie uns noch eine Frage: Werden Sie zu gegebener Zeit in die Oberlausitz zurückkehren und wenn ja warum?

Florian Stahr: Wenn es sich mit dem Beruf vereinbaren lässt, möchte ich definitiv in meine Heimat zurückkommen. Ich bin ein Familienmensch und bevorzuge eher das Gewohnte und Bekannte als das große Abenteuer – zumindest am Anfang meines Lebens. Später möchte ich schon noch einmal die Welt sehen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg, und ein wichtiger Stopp auf diesem ist definitiv Bautzen und seine Umgebung als meine Heimat.

Noch immer ist nicht alles erlaubt wie zuzeiten vor Corona. Wie werden Sie in Hinblick dessen Ihren Abschluss feiern, wo und mit wem?

Florian Stahr: Unser Abschluss liegt bereits hinter uns. Dank einer sensationellen Arbeit einiger Schüler aus unserem Jahrgang war es möglich, einen Abiball in Rammenau auf die Beine zu stellen, der alle hygienischen Voraussetzungen erfüllte und trotzdem ein wunderbarer Abschluss der acht gemeinsamen Jahre auf dem Gymnasium war.

Roland Kaiser / 20.07.2020

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